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Lebensraum gesucht

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Von: red Redaktion

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Begutachten die neuen Raine (v. l.): Claudia Geier (Stadt Reichelsheim), Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst, Franka Hensen (Naturschutzfonds) und Landwirt Gerhard Rack. © Pressedienst des Wetteraukreis

Wetteraukreis (prw). Einen geeigneten Lebensraum zu finden, ist kein leichtes Unterfangen für viele heimische Arten. Für mehr Biodiversität in der Kulturlandschaft setzt sich der Verein Naturschutzfonds Wetterau zusammen mit verschiedenen Akteuren im Wetteraukreis ein. »Die Stadt Reichelsheim geht als ein Vorbild voran«, hebt der Kreis in einer Pressemitteilung hervor.

Mit ihren fruchtbaren Böden ist die Wetterau eine stark ackerbaulich geprägte Landschaft. Heimische Arten haben es dadurch oft schwer, einen geeigneten Lebensraum mit ausreichend Strukturen für Futter-, Rast- und Brutmöglichkeiten zu finden.

Neben Artenschutzmöglichkeiten auf Ackerflächen bieten vor allem angrenzende Strukturen wie blütenreiche Feldwege und -raine eine gute Möglichkeit für das Entstehen und den Erhalt dauerhafter Lebensräume. Artenreiche Wege und Raine bieten Platz für bis zu 1000 Pflanzen- und Tierarten. Ihre Rolle für den Biotopverbund, besonders in landwirtschaftlich geprägten Regionen, ist nicht zu unterschätzen. Heimische und mittlerweile oft gefährdete Arten wie Rebhuhn, Grauammer, Feldhamster und Co. sind auf diese Räume angewiesen.

Im Rahmen des Feld-Flur-Projektes »Blühende Bänder« sind vom Naturschutzfonds Wetterau in den vergangenen Jahren bereits einige Blühflächen auf bestehenden Wegen und Rainen angelegt worden. Ein räumlicher Schwerpunkt lag dabei im Stadtgebiet von Reichelsheim.

Blumen brauchen länger als Unkraut

Bei der Anlage der Wege und Raine wird ausschließlich Regio-Saatgut verwendet, da Insekten und besonders Wildbienen genau auf diese heimischen Wildblumen angewiesen sind. »Im Anschluss an die Aussaat ist erst einmal Geduld gefragt, da die vielen Wildblumen-Arten etwas länger zur Keimung benötigen als viele schnellwüchsige Unkräuter«, berichtet Landrat Jan Weckler, der auch Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands Naturschutzfonds Wetterau ist. »Auch wenn sich diese zuerst zeigen, heißt das nicht, dass die Ansaat schiefgegangen ist.« Doch sei ein angepasstes Pflegekonzept für die Weiterentwicklung der blütenreichen Wege und Raine auch vor dem Hintergrund einer möglichen Ausbreitung unerwünschter Arten auf angrenzende Ackerflächen unabdingbar.

Diese Entwicklung ließ sich kürzlich an einer Rain-Fläche im Reichelsheimer Stadtgebiet verfolgen. Kurz nach der Ansaat im Frühjahr 2021 durch den ortsansässigen Landwirt Gerhard Rack zeigten sich zuerst fast nur unerwünschte Arten. Nach den empfohlenen Pflegedurchgängen wechselte sich das Bild in diesem Jahr erheblich.

»Es ist toll, zu sehen, wie sich die Ansaatflächen von einem lückigen Bewuchs zu einem Meer aus Blüten verschiedenster heimischer Pflanzen entwickelt haben«, berichtet Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst. Ohne die Landwirte vor Ort, die häufig die Anlage und Pflege übernehmen, sei dies nicht möglich gewesen.

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