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Das THM-Jubiläum soll im kommenden Jahr nachgefeiert werden. ARCHIVFOTO: NICI MERZ

Mit und für die Region

  • Vonred Redaktion
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Friedberg/Gießen (prw). Es war ein Verwaltungsakt, der 1971 die neue Hochschule für Mittelhessen schmiedete. Durch den Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurschulen Gießen und Friedberg und des Pädagogischen Fachinstitutes Fulda wurde vor 50 Jahren der Grundstein für die heutige Technische Hochschule Mittelhessen (THM) gelegt. Seit 2016 ist Prof.

Matthias Willems deren Präsident. Mit ihm unterhielt sich die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch über die Auswirkungen der Pandemie und neue Themenfelder der THM.

Einst 2000, nun 18 000 Studierende

Auch an der THM hat Corona gravierende Auswirkungen. Statt des Austauschs auf dem Campus zwischen Lehrenden und Lernenden dominieren das Abstandhalten und die Umstellung auf digitale Lehre das Studienleben. »Wir haben sehr schnell ein Hygienekonzept auf die Beine gestellt, sodass wir unseren Studierenden auch die Möglichkeit geben, ihre Vorlesungen in Präsenz zu besuchen«, erklärte Willems. Die THM setzte dabei in der Vergangenheit auf Abstand und Maskenpflicht. »Durch das hybride Format der Vorlesungen können die Studierenden auch entscheiden, wie sie an der Vorlesung teilnehmen. Damit fahren wir recht gut.«

Die Veranstaltungen anlässlich des 50. Geburtstages der Hochschule mussten ins kommende Jahr verschoben werden. »Die THM ist in den letzten 50 Jahren enorm gewachsen. Angefangen haben wir mit 2000 Studierenden. Mittlerweile sind wir mit mehr als 18 000 Studenten eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaft in Deutschland«, resümierte Willems.

Auch für künftige Hebammen

Die starke Vernetzung mit regionalen Unternehmen, der Ausbau der Hochschulstandorte und die Einführung weiterer Studiengänge seien dabei das Erfolgsrezept der Hochschule, heißt es in einer Pressemitteilung des Wetteraukreises.

Deutschlandweit einzigartig sei die Einführung des neuen Hebammenstudiengangs. »Wir haben hier ein Vorzeigeprojekt auf die Beine gestellt«, sagte Willems. In enger Zusammenarbeit zwischen der Justus-Liebig-Universität (JLU) und dem Uniklinikum Gießen legten die verantwortlichen Fachbereiche der JLU und der THM eine Skizze zur Einführung des Hebammenstudiengangs im Frühjahr 2021 vor. »Die Federführung des Studiengangs liegt dabei bei der THM.«

Der duale Studiengang ist auf sieben Semester ausgerichtet. »Durch den Studiengang sollen die Grundlagen der Konzepte, Methoden, aber auch angewandte Techniken in Kombination mit wissenschaftlichen Grundlagen vermittelt werden«, erläuterte Willems.

Für Gesundheitsdezernentin Becker-Bösch ist die Einführung des Studienganges enorm wichtig: »Die Nachfrage nach Hebammen steigt von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig fehlen uns immer mehr Hebammen. Freiberufliche Hebammen müssen sich beispielsweise neben ihrer eigentlichen Tätigkeit auch um die administrative Arbeit kümmern. In der Wetterau stellen wir weiterhin eine Verschlechterung der Hebammenversorgung fest. Durch die Akademisierung des Berufs kann dieser angespannten Versorgungslage entgegengewirkt werden. Aus diesen Gründen unterstützte ich sehr die Einführung des Hebammenstudiengangs an der THM. An diesem Beispiel sieht man allerdings auch, dass die Technische Hochschule dank ihrer praxisnahen akademischen Ausbildung stark mit der Region verbunden ist und in die Region hineinwirkt.«

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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