keh_har_iren_251121_4c_1
+
Karl Buxmann (4. v. l.) wird nach 44 Jahren als Präsident der Friedberger Gesellschaft zur Förderung deutsch-irischer Verständigung verabschiedet und zum Ehrenpräsident ernannt.

Nach 44 Jahren ist Schluss

  • VonHarald Schuchardt
    schließen

Friedberg (bf). Am 11. September 1977 hatten knapp 30 Irland-Fans in der Stadthalle die Friedberger Gesellschaft zur Förderung deutsch-irischer Verständigung gegründet. Damals wählten sie Karl Buxmann zum Präsidenten ihrer »ehrenwerten Gesellschaft«, wie die Deutsch-Iren ihren Verein gerne bezeichnen.

Was seinerzeit niemand ahnte: Buxmann blieb der bisher einzige Präsident. Allerdings hatte er nach zwei schwereren Erkrankungen schon vor zwei Jahren angekündigt, in diesem Jahr zurückzutreten. Diesen Schritt setzte er bei der Mitgliederversammlung dieser Tage in der Aula des Burggymnasiums um.

In einer etwas längeren, »meiner Amtszeit angemessenen Rücktrittsrede« zog Buxmann ein positives Fazit aus seiner 44-jährigen Präsidentschaft. Einziger Wehrmutstropfen: Bis heute ist es nicht zu einer Patenschaft zwischen Friedberg und einer irischen Stadt gekommen. Buxmann: »Wir haben uns wohl irrtümlicher Weise zu sehr auf die politischen Gremien Friedbergs verlassen. Eine Fehleinschätzung unsererseits, für die ich persönlich mit verantwortlich bin.«

Er erinnerte an zahlreiche Studienfahrten, Schüleraustausche und Feiern und dankte allen, die ihn während seiner Amtszeit unterstützt haben - darunter 95 verschiedene Vorstandsmitglieder. »Hiermit erkläre ich meinen Rücktritt als Präsident der Friedberger Gesellschaft zur Förderung deutsch-irischer Verständigung«, schloss er, setzte sich hin und meinte, in dem nicht enden wollenden Beifall der Mitglieder hinein: »Es ist vollbracht.«

»44 Jahre, das ist in der heutigen Zeit herausragend und erstaunlich«, begann der stellvertretende Vorsitzende Herbert Bartholmai seine Laudatio auf Buxmann. Ein letztes Mal legte dieser seine Amtskette an, nachdem er von allen Vorstandsmitgliedern einen Präsentkorb erhalten hatte. Danach wurde Buxmann einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Ein Nachfolger wurde bisher nicht gefunden. Bis zur nächsten Mitgliederversammlung wird Bartholmai zusammen mit dem Vorstand die Gesellschaft führen. Julia Blatt und Kallo Böcher wurden in einer Nachwahl als zusätzliche Beisitzer gewählt. Seinen letzten Bericht begann der scheidende Präsident traditionell mit einem Blick auf die politische Lage auf der geteilten »Grünen Insel«, die er nach dem Brexit als »eine irrwitzige Situation, für die es derzeit keine Lösung gibt« bezeichnete.

Mit einer Wanderung zum Dünsberg und der jährlichen Bloomsday-Lesung konnten im vergangenen Jahr coronabedingt nur zwei Veranstaltungen stattfinden. Trotz »wenig Bewegung in der Kasse« konnte Kassenwart Peter Schmidt ein Plus vermelden. Der Vorstand beschloss, vier Musiker bzw. Bands, mit denen der Verein verbunden ist, mit je 200 Euro zu unterstützen. Nach dem Bericht der Kassenprüfer wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare