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Nach Leichenfund in der Wetterau: Ayleens Mörder hat gestanden

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Von: Christoph Agel

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Am Ufer des Teufelsees bei Weckesheim suchen Polizisten nach Spuren im Fall der ermordeten Ayleen. In dem See ist die Leiche des Mädchens am 29. Juli entdeckt worden. Mittlerweile steht fest: Fundort ist nicht gleich Tatort. Letzterer befindet sich im Landkreis Gießen. ARCHIV © DPA Deutsche Presseagentur

Im Fall der getöteten 14-jährigen Ayleen ist Polizei und Staatsanwaltschaft ein Durchbruch gelungen: Der Beschuldigte hat gestanden. Ayleens Leiche war in der Wetterau gefunden worden

Aufatmen bei Polizei und Staatsanwaltschaft: Der 29-jährige Beschuldigte im Fall der getöteten 14-jährigen Ayleen hat die Tat gestanden. Damit ist den hiesigen Ermittlern ein Durchbruch gelungen, auch wenn, wie Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger betonte, noch eine Menge Arbeit vor der Soko »Lacus« liege, die etwa 30 Personen umfasst.

Ayleen wurde seit dem Abend des 21. Juli vermisst. Sie wollte einem Freund einen Pulli bringen, hatte das Mädchen gesagt - und war nie wieder in ihr Zuhause nach Gottenheim zurückgekehrt. Die Suche nach der 14-Jährigen aus Baden-Württemberg verlief erfolglos. Am 29. Juli dann die traurige Gewissheit: Ayleen ist tot. Ihre Leiche wurde im Teufelsee bei Weckesheim in der Wetterau gefunden. Wenige Tage später präsentierten die Freiburger Ermittler einen 29-jährigen Tatverdächtigen aus Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis).

Er führte die Polizei zum Tatort

Mitte August übernahmen Staatsanwaltschaft Gießen und Polizeipräsidium Mittelhessen die Ermittlungen. Ob Fundort gleich Tatort ist, konnte Hauburger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, damals noch nicht sagen. Nun steht fest: Ayleen wurde auf einem Feldweg im Landkreis Gießen getötet. Wo genau, wollte Hauburger nicht sagen, auch nicht, in welcher Region des Kreises die Tat begangen wurde.

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag informierten, habe der Beschuldigte im Rahmen einer mehrstündigen Vernehmung am Freitag die Tötung gestanden. Zudem habe er die Polizei zum Tatort geführt und den Ablageort weiterer Kleidungsstücke des Mädchens gezeigt. »Die Kleidung wird aktuell auf serologisches Spurenmaterial im Hessischen Landeskriminalamt untersucht«, teilen die Ermittler mit.

Beweiskräftiges Bewegungsprofil

Dem Geständnis seien umfangreiche Ermittlungen der Soko »Lacus« und der Staatsanwaltschaft Gießen vorausgegangen. »Seit der Übernahme durch die hessischen Behörden wurden mehrere Zeugen vernommen, eine Vielzahl von Spuren ausgewertet und aufwendige rechtsmedizinische und digitalforensische Untersuchungen - insbesondere Handy-, Funkzellen, GPS- sowie Geodatenanalysen - vorgenommen«, heißt es in der Pressemeldung. Hierdurch sei es gelungen, ein beweiskräftiges Bewegungsprofil des Beschuldigten zu erstellen und sich ein konkretes Vorstellungsbild vom etwaigen Tatablauf zu verschaffen.

Nach Vorhalt dieser Ermittlungsergebnisse habe der Mann im Beisein seines Verteidigers eingeräumt, den Tod von Ayleen in der Nacht auf den 22. Juli durch körperliche Gewalteinwirkung herbeigeführt und den Leichnam anschließend im Teufelsee versenkt zu haben. Aus ermittlungstaktischen Gründen könnten keine weiteren Angaben zur Vorgeschichte der Tat, zu den genauen Todesumständen und zur Motivlage gemacht werden, teilen Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Allerdings besteht laut Hauburger ein dringender Mordverdacht. Ob ein Sexualdelikt vorliegt, wollte er nicht sagen. Allerdings hatte bei einer Pressekonferenz am 1. August - noch in Freiburg - Staatsanwältin Franziska Scheuble mitgeteilt, dass der dringende Verdacht auf ein Sexualdelikt sowie der Verdacht des Mordes aus Verdeckungsabsicht bestehe.

Teufelsee wurde zufällig ausgewählt

Bei der Vernehmung von Zeugen ging es laut Hauburger darum, ob jemand etwas am Teufelsee beobachtet hat und was das persönliche Umfeld des Beschuldigten darüber sagen kann, wie sich dieser in der tatrelevanten Woche verhalten hat.

Hauburger äußerte sich auch zu der nun gefundenen Kleidung. Diese habe in der Nähe des Tatorts gelegen, sei nicht verbrannt worden.

Warum wurde Ayleen im Teufelsee versenkt? Dazu gebe es keine Hintergrundgeschichte, antwortete Hauburger am Dienstag. Der Ort sei mehr oder weniger zufällig ausgewählt worden.

Mehrere Wochen lang hätten der Beschuldigte und sein späteres Opfer über Messengerdienste in Kontakt zueinander gestanden. Wie und wo genau sich Ayleen und der 29-Jährige am Abend des 21. Juli getroffen haben, sagte Hauburger nicht. Fest steht nun aber: Ayleens Verschwinden, der Mord und das Ablegen der Leiche geschahen innerhalb einer Nacht.

Es wird noch lange dauern, bis der Beschuldigte auf der Anklagebank Platz nehmen muss, denn laut Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger wird die Untersuchung der Kleidung und der Datenträger noch einige Wochen und Monate in Anspruch nehmen »Wir haben einen wesentlichen Schritt in den Ermittlungen durch das Geständnis, wir sind aber noch lange nicht am Ende.«

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