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Uli Lang freut sich über den lichtdurchfluteten Eingangsbereich, der viel Platz für die Besucher bietet.

Noch viel zu tun im Alten Hallenbad

  • VonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Wieder einen Schritt vorangekommen sind die Bau- und Sanierungsarbeiten im »Theater Altes Hallenbad« in der Haagstraße. Am 31. Oktober konnten die Besucher der Opernpremiere »Macbeth« erstmals über den neuen Eingangsbereich in den Saal gelangen. »Das war ein weiterer wichtiger Schritt für uns. Wir haben jetzt nicht nur mehr Platz, sondern auch ein anderes Gefühl bekommen«, sagt Uli Lang, Vorsitzender der »Freunde Altes Hallenbad«.

»Das neue Foyer war früher ein wichtiger Kernbereich des ehemaligen Schwimmbades, weil Reinigung und Hygiene 1909 für die Friedberger wichtiger waren als schwimmen«, weiß Lang, der sich ausführlich mit der Geschichte des Jugendstilgebäudes beschäftigt hat. Dazu sei angemerkt, dass im Jahre 1909 das Schwimmbad eröffnet wurde.

3,3 Millionen für Bauabschnitt fünf

Dort, wo sich heute der Gang zu den zwei großen Saaltüren und der noch provisorische Thekenbereich befinden, sind nach dem Bau des Bades vor 112 Jahren die Brause- und Wannenbäder für Männer zu finden gewesen. »Mit dem endgültigen Fliesenbelag werden deren Grundrisse wieder sichtbar«, erklärt Lang: »Die Umwidmung dieser Räume ist für mich Teil der Metamorphose vom Schwimmbad zum Theater.«

Da es bis 1964 keine Wechselkabinen gab, sondern nur 30 Umkleidekabinen, konnten daher immer nur 30 Besucher gleichzeitig ins Schwimmbad, sodass ein Eingang zur Halle ausreichend war. »Wenn wir mit der gesamten Sanierung fertig sind und Corona uns nicht mehr einschränkt, können es dann über 300 Besucher sein. Dafür sind die beiden neuen Flügeltüren notwendig gewesen«, erläutert Lang, der besonderen Wert darauf legt, dass bei der Umwandlung vom Schwimmbad zum Theaterkomplex »alles erhalten wird, was möglich ist - und das in einer ganz anderen, neuen Funktion.«

Das gilt auch für den fünften und wohl letzten Bauabschnitt, der derzeit in der Planungsphase ist und mit dem voraussichtlich im April begonnen wird. Wurden seit 2013 für die ersten vier Bauabschnitte nach und nach rund 2,2 Millionen Euro aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Fördergeldern aufgebracht, so hat der fünfte Bauabschnitt alleine - laut Kostenschätzung des Architekten - ein Volumen von 3,3 Millionen Euro. Möglich wurde diese enorme Investition durch die Aufnahme in das Sonderprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen des Bundes, der 1,45 Millionen Euro übernimmt. Die restlichen 1,85 Millionen Euro werden von der Stadt übernommen. »Damit können wir alle restlichen Arbeiten durchführen«, sagt Lang.

Rundbogenfenster und Sonnenterrasse

Seine anschließende Aufzählung ist umfangreich und beginnt bei der Wiederherstellung der Ästhetik in der einstigen Schwimmhalle. Hierzu gehört die Wiederherstellung der Rundbogenfenster, die in den 60er Jahren den sogenannten »Panoramafenstern« weichen mussten. »Die Rundbögen sind unter dem Putz glücklicherweise noch vorhanden«, freut sich Lang. Vom Putz befreit werden soll das großflächige Gemälde von Ludwig Roth über der West-Empore. Der gesamte Emporenbereich soll für Besucher zugänglich gemacht werden, ebenso die Sonnenterrasse mit Blick auf die Marienkirche und den Roten Turm. Alle Stuck-Elemente sollen erneuert und die Akustik durch ein neues ausgefeiltes Konzept verbessert werden.

Fahrstuhl, Bistro und Fassade

Wichtig ist auch der Einbau eines Fahrstuhls, um so einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Im Untergeschoss ist ein Bistro mit Außenbereich in Richtung Marienkirche und Roter Turm vorgesehen. Geplant sind zwei Räume, die für Tagungen, Sitzungen oder Ausstellungen genutzt werden können, einer im ersten Stock, einer im »Tiefschwimmerbereich« des noch vorhandenen Schwimmbeckens unter dem Saalboden. Fassade und Gestaltung des Außenbereichs sind weitere Posten im umfangreichen Plan für den fünften Bauabschnitt. »Ich hoffe, dass wir die Arbeiten in einem Jahr stemmen können«, sagt Lang, der guter Dinge ist, dass die Ausschreibungen, nach der Genehmigung der Pläne, erfolgreich verlaufen. Jedenfalls wird das Alte Hallenbad Ende März 2022 schließen und hoffentlich schon ein gutes Jahr später wieder öffnen. »Wir werden das schaffen.«

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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