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Ockstädter Anbauer freuen sich über beste Kirschenernte seit Jahren

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Von: Harald Schuchardt

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hed_har_Kirschen_Fazit_2_4c_2 © Loni Schuchardt

Die Kirschensaison in Ockstadt nähert sich dem Ende. Und es hat sich für die Anbauer gelohnt.

»Die ersten Anbauer haben die Ernte schon beendet, andere hören in den nächsten Tagen auf«, sagte Werner Margraf, der stellvertretende Vorsitzende des Ockstädter Obst- und Gartenbauvereins bei einem Pressegespräch, zu dem ein halbes Dutzend Vorstandsmitglieder gekommen sind.

»Ich habe schon aufgehört, zu ernten«, sagte Werner Schaub, der mit der diesjährigen Kirschensaison ebenso zufrieden ist wie alle anderen Obstanbauer. »Das war die beste Ernte seit Jahren, die Qualität ist hervorragend«, brachte es der OGV-Vorsitzende Werner Kipp auf den Punkt.

Warum es so viele Kirschen gab, lag vor allem an dem weitgehend ausgebliebenen Frost in der Blütezeit. »Nur in den Tallagen gab es einige frostbedingte Ausfälle, doch die zählen so gut wie nicht«, sagte Margraf und erhielt Zustimmung von Schriftführerin Tanja Reitz sowie den Anbauern Florian Hess und Steffen Rehde. Auch Gewitterstürme, Hagel und Dauerregen - so wie im vergangenen Jahr - blieben dieses Mal aus.

Rehde, der Anfang der Woche noch zehn Mitarbeiter beschäftigte, ging beim Gespräch auch auf das Thema Wasserknappheit ein: »Das wird uns in den nächsten Jahren noch sehr beschäftigen«, meinte er. Auch in diesem Jahr habe es viel zu wenig geregnet, vor allem im Frühjahr, sodass der Grundwasserspiegel weiter gesunken sei. Etliche Kirschenanbauer hätten daher »Wasser gefahren«, wie es bei den Ockstädtern heißt.

Noch können Obstanbauer das Wasser aus Zisternen oder Brunnen nutzen, doch auch Trinkwasser wird bereits zum Bewässern verwendet. »Ob sich das Wasserfahren lohnt, sei mal dahin gestellt«, sagte Rehde und erinnerte an die horrenden Dieselpreise. Die Anbauer hätten das unterschiedlich gehandhabt. »Ich habe überhaupt nicht zusätzlich gewässert«, erklärte Werner Schaub, der noch viele alte hochstämmige Kirschbäume besitzt. Diese verfügten - im Gegensatz zu Bäumen auf schwach wachsenden Unterlagen - über genügend Wurzelwerk, um sich mit Grundwasser zu versorgen. Der Wassermangel führe oft dazu, dass die Kirschen nicht so dick würden, wie es der Handel verlange. »Die meisten Großhändler nehmen keine Kirschen unter 28 Millimetern Durchmesser«, sagt Margraf. »Dabei schmecken die kleineren genauso gut«, wirft Florian Hess ein. Das wisse auch so mancher Stammkunde an den Verkaufsständen und greife zu den kleineren, etwas günstigeren »Marmeladekirschen«, die an einigen Ständen angeboten würden. Werner Margraf dagegen erntet einige Bäume der Sorte »Schneiders« gar nicht mehr ab. »Die Kirschen sind einfach zu klein.«

Die Früchte werden dann ein gefundenes Fressen für Tiere. »Erst fressen die Ameisen die Kirschen an, dann kommen die Wespen rein«, erklärt Margraf.

Die sehr gute Ernte lockte in diesem Jahr auch wieder ungebetene Gäste in den Kirschenberg. »Die Zahl der Kirschendiebe war wieder groß und sie werden dreister«, sagt Kipp und erntet Zustimmung von seinen Vorstandsmitgliedern. Einige Kirschendiebe würden voll behängte Äste komplett abreißen, in ihr Auto verfrachten und davonrasen.

Etliche Diebe hätten der erneut engagierte Privatdetektiv und die Kirschenanbauer auf frischer Tat ertappt und die Polizei verständigt. »Das ist Diebstahl, und das lassen wir uns nicht mehr gefallen«, gab sich Kipp kämpferisch.

Trotz des Wassermangels und der Kirschendiebe sind erstmals seit Jahren alle mit dem Verlauf der Saison zufrieden. »So müsste es jedes Jahr sein«, meinte Kipp.

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hed_har_Kirschen_Fazit_1_4c_2 © Loni Schuchardt

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