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»Orange Weeks«: Bierdeckelaktion gestartet

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Von: red Redaktion

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Mit Bierdeckel, die in vielen Gaststätten ausliegen, soll auf die Situation von Frauen aufmerksam gemacht werden, die unter häuslicher Gewalt leiden. © pv

Friedberg/Bad Nauheim (pm). Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen der Welt. Sie kennt keine nationalen oder kulturellen Schranken und betrifft jede dritte Frau in Europa. Die Kampagne »16 Days of Activism Against Gender Violence« wurde von der UN ins Leben gerufen. Jedes Jahr finden 16 Tage lang weltweit Veranstaltungen und Aktionen statt, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.

Ziel ist es, für das Problem zu sensibilisieren und dagegen zu mobilisieren. Die Farbe Orange soll eine hellere Zukunft frei von Gewalt symbolisieren. Auch Soroptimist International (SI) ist engagiert.

Die Welt ist nach wie vor ein gefährlicher Ort für Frauen. Darauf machen die Orange Days aufmerksam. »Unser Engagement zu den Orange Days steht in diesem Jahr unter dem Motto ›Umsetzung der Istanbul-Konvention und Präventionsarbeit‹«, schreibt der SI-Club Bad Nauheim/Friedberg in einer Pressemitteilung.

Der Club beteiligt sich zum wiederholten Male in diesem Jahr mit einer Bierdeckelaktion. In Kooperation mit Wetterauer Gastronomen werden Tausende orangefarbener Bierdeckeln verteilt. Darauf stehen Informationen und Kontaktadressen für Betroffene.

Jeden dritten Tag eine grausame Tat

Jeden dritten Tag wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet oder ermordet. Noch viele mehr leiden unter Gewalt in ihrer Beziehung. Die Tendenz ist in den letzten Jahren steigend, die Dunkelziffer weit höher, denn nur etwa 20 Prozent aller Betroffenen suchen Hilfe.

»Wir machen 16 Tage lang auf die Benachteiligung von Frauen und geschlechtsspezifische Formen von Gewalt aufmerksam«, teilt Friederike Arning mit, Pressebeauftrage im SI-Club. Geschlechterspezifische Gewalt habe unzählige Gesichter, Millionen Frauen und Mädchen seien betroffen. Die Form der Gewalt beinhalte körperliche und sexuelle Gewalt, gesundheitsschädliche Handlungen wie Vergewaltigung, Genitalbeschneidung und Menschenhandel. Auch seelische Gewalt, Gewalt im Internet und Ausgrenzung gehörten dazu. Arning: »Sie wirkt sich auf alle Lebensbereiche von Frauen und Mädchen aus und hemmt den sozialen und ökonomischen Fortschritt. Es ist wichtig, auf diese Themen aufmerksam zu machen. Es ist wichtig, dass wir hier in der Wetterau unseren Teil dazu beitragen.«

Auftakt auf der Kaiserstraße

Die Auftaktveranstaltung zu den »Orange days« findet am morgigen Freitag, 25. November, um 14 Uhr in Friedberg in der Kaiserstraße als Gemeinschaftsaktion der Wetterauer Frauenorganisationen statt.

Die Dauer von 16 Tagen ist dabei kein Zufall: Die Orange Days enden am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte. Soroptimist International Deutschland (SID) beteiligt sich auch in diesem Jahr mit vielfältigen Aktionen sowohl direkt als auch über die regionalen Clubs.

»Unser Fokus liegt auf der Prävention und der Istanbul-Konvention«, sagt Pressebeauftragte Arning. »Wir wollen mit der europaweiten Aufklärungskampagne ›read the signs‹ das Bewusstsein für Anzeichen von gewalttätigem und toxischem Verhalten schärfen, das auf den ersten Blick harmlos wirkt. Nicht nur Opfer sollten diese Zeichen kennen, auch Familie und Freunde. Männer - und Frauen - erkennen dadurch vielleicht ihr eigenes missbräuchliches Verhalten und suchen Hilfe.«

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