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Platz wird knapp, Fachkräfte fehlen

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Sprechen darüber, wie Teilhabe an Bildung am besten gelingt (v. l.): Daniela Franke, Manfred Scheid-Varisco, Andreas Scheunert, Bettina Ruß, Thorsten Giese und Lisa Gnadl. © PM

Friedberg (pm). Nach einem Besuch der Hammerwaldschule in Hirzenhain folgte die Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl (SPD) nun der Einladung des Schulleiters der Wartbergschule, Thorsten Giese. Zur Förderschule in Friedberg wurde Gnadl begleitet von dem bildungspolitischen Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, Manfred Scheid-Varisco, dem Kreisausschussmitglied Bardo Bayer und dem Vorsitzenden der Friedberger SPD, Andreas Scheunert.

Begrüßt wurden sie von Giese, Vize-Schulleiterin Bettina Ruß und Daniela Franke, Konrektorin der Hammerwaldschule. Als Förderschulen arbeiten Hammerwald- und Wartbergschule eng zusammen.

Die Friedberger Schule ist eine Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und einer Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung. Gegründet wurde sie 1967 als »Sonderschule für praktisch bildbare Kinder«. Diesen Ausdruck verwendet Bayer, ehemaliger Lehrer der Wartbergschule, immer noch gerne. Der Begriff geht auf Reformansätze aus den 60er und 70er Jahren zurück, die zum Ziel hatten, beeinträchtigte Kinder zu beschulen und sie an Bildung teilhaben zu lassen. Heute wird er selten verwendet, da der Inklusionsgedanke im Vordergrund steht.

Das Angebot der Wartbergschule reicht von der Grundstufe, welche die ersten drei Schulbesuchsjahre abdeckt, über die Mittelstufe (4 bis 6) bis hin zur Hauptstufe und neun Schulbesuchsjahren. Danach können die Schüler drei weitere Schuljahre eine Berufsorientierungsstufe besuchen. Zahlreiche AGs wie eine Theater-AG, die Schülerzeitungs-AG und zur Förderung der körperlich-motorischen Entwicklung eine Fußball-AG bieten den Schülern weitere Möglichkeiten der Entfaltung.

Jeden Tag wird gemeinsam zu Mittag gegessen. »Durch das Erlernen wichtiger motorischer Fähigkeiten und des sozialen Miteinanders ist das Mittagessen für uns ganz klar ein Lernmittel«, betonte Giese. Er könne sich vorstellen, dass eine Küchenkraft irgendwann zum Personal gehört. Man wünsche sich eine Schulgesetzänderung auf Landesebene. Zumindest eine Subventionierung des Essens sei nötig.

Die Pädagogen wünschen sich zudem ein besseres Verständnis für ihre Arbeit in den Förderschulen. Daher seien alle eingeladen, sich ein eigenes Bild zu machen. Gnadl fragte nach, wie die Ganztagsbetreuung umgesetzt werde. Laut Giese gibt es zwar durch eine Kooperation mit der Lebenshilfe eine Nachmittagsbetreuung, jedoch werde es ohne weitere Investitionen und vor allen Dingen weitere pädagogische Fachkräfte nicht möglich sein, den Rechtsanspruch der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab 2026 umsetzen zu können.

Zudem wird an der Wartbergschule der Platz immer knapper. An der benachbarten Berufsschule wurden daher weitere Räume vom Wetteraukreis zur Verfügung gestellt. Geplant sei, im kommenden Schuljahr die höheren Stufen dort zu unterrichten.

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