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Postkarte für den Kasper

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Von: Harald Schuchardt

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Stolz auf ihre Arbeiten sind (v. l.) Sophia, Nils, Emely, Violeta, Antonia, Ella und Ian. © Loni Schuchardt

Friedberg (har). Einen schmalen Sandstrand samt Muscheln und einer (Papp-)Palme entdeckt der Spaziergänger seit einigen Tagen in der Neuhausgasse in der westlichen Altstadt nahe der Kaiserstraße und der Seewiese. Es ist das weithin sichtbare Zeichen für drei - jeweils einwöchige - Ferien-Kreativ-Workshops, die das hier ansässige Kinderlokal-Theater des Vereins »Stadttheater Friedberg« in den ersten drei Ferienwochen veranstaltet.

Jeweils montags bis freitags können sich maximal acht Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren kreativ und auf äußerst vielfältige Weise mit dem Thema »Urlaub und Verreisen« auseinandersetzen, und das ohne Teilnahmegebühr. Möglich wurde dies durch die Aufnahme der drei bereits ausgebuchten Workshops ins Förderprogramm des »Kulturkoffer Hessen«.

Kooperationspartner des Stadttheater-Vereins ist der von der Diakonie Wetterau im Auftrag der Stadt betriebene Fünf-Finger-Treff in der östlichen Altstadt. »Die Kooperation hat sich angeboten, da in diesem Bereich viele Kinder leben, die nicht in Urlaub fahren können«, erläutert Stadttheater-Vorsitzender Klaus Gehre, der die Workshops leitet. Dabei wird er von Sozialpädagogin Ripsime Pogosian, Katharina Rossi und Stefanie Fiedler unterstützt.

Grundlage des Workshops ist das zuletzt im Kinderlokal gespielte Theaterstück »Kasper fliegt in die Usa«, in dem der Kasper ganz alleine in Friedberg zurück bleibt, während seine Freunde alle im Urlaub sind. Doch Friedberger Kinder zeigen ihm, dass man auch in der Stadt viel erleben und entdecken kann.

»Hier ist nicht alles perfekt, wir wollen vermitteln, was wir alles gemacht haben«, sagte Gehre bei der Präsentation der Ergebnisse aus der ersten Workshop-Woche auf dem »Mini-Strand«. Hierzu waren Eltern, Geschwister und Großeltern der Kinder gekommen, und die staunten nicht schlecht, was die Jungen und Mädchen da alles geschaffen hatten.

Ein Film über

die Insel der Räuber

So hatte jedes Kind eine Postkarte für den Kasper gestaltet und darauf phantasievolle Urlaubserlebnisse geschildert. Passend dazu wurden Modelle gebastelt und kleine Filme gedreht. »Ich bin ins Wasser gesprungen und in der Polizeiwache am Meer gelandet«, erzählte die siebenjährige Antonia, die stolz ihr Modell der »Polizeistation am Meer« zeigte. Dazu wurde ein »Mini-Zeichentrickfilm« gedreht, in dem sich Fische und andere Meeresbewohner erfolgreich gegen ein Fischernetz wehren.

Nils und Ella, beide acht Jahre alt, haben die Insel der »Fingerfarben-Räuber« gebaut und dazu einen etwas längeren Film über die Geschichte der Räuber gedreht, unter anderem kamen Playmobil-Figuren zum Einsatz. »Ich mag Fingerfarben und Räuber,« sagte Ella vor dem Inselmodell.

Für alle Filme in der »Dia-Show« - so nennt der Kasper seine »Filmabende« - gab es viel Beifall, und schließlich durften die Mädchen und Jungen ihre Postkarte an den Kasper vorlesen und in den Briefkasten werfen. Jedes Kind erhielt noch eine - schon an den Kasper adressierte - Postkarte. »Die könnt ihr dann dem Kasper aus dem Urlaub schicken«, sagte Klaus Gehre.

Den Abschluss der Präsentation im Theaterraum bildete ein kurzer »Werbefilm« für den »besten Hamburger der Welt«, den die zehnjährige Violeta auf Spanisch kommentiert und anschließend übersetzt hatte. Dies war zugleich der Hinweis auf das gemeinsame Essen mit Hamburgern, Salaten, die die Eltern mitgebracht hatten, sowie Kuchen und Eis.

Es blieb auch Zeit, die Modelle der Kinder, die Postkarten und eine Fotogalerie zu betrachten. »Es ist Wahnsinn, was die alle in einer Woche zusammengebracht haben«, lobte Stephan Krtsch, der Vater von Ella, während er sich die vielen Fotos an der Wand betrachtete.

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