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Präventionsprogramm der Polizei bietet »Kompass« für mehr Sicherheit

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Initiative für mehr Sicherheit (v. l.): Holger Kopsch (Stabsstelle Sauberes Friedberg), Christof Stark (Leiter der Polizeistation Friedberg), Ordnungsamtsleiter Jürgen Schlerf, Erste Stadträtin Marion Götz, Kompass-Berater Jörg Schormann, Bürgermeister Dirk Antkowiak, Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, Kompass-Beraterin Sonja Böhm und Sylvia Frech (Leiterin der Prävention im Polizeipräsidium Mittelhessen) freuen sich auf die Zusammenarbeit. © PV

Wo gibt es »dunkle Ecken« in der Kreisstadt? Friedberg ist jetzt »Kompass-Kommune«, nimmt an einem Landesprogramm der Polizei teil. Die Bürger dürfen mitreden in Sachen Sicherheitsgefühl.

Das Ziel lautet: »Gemeinsam für mehr Sicherheit«. Friedberg ist »Kompass-Kommune«. Das »KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel« wird an Städte und gemeinden verliehen, die über Präventionsprogramme erreichen wollen, dass sich das subjektive Sicherheitsempfinden aller Einwohner nachhaltig steigt.

Friedberg ist die 25. Kommune in Mittelhessen und genießt, wie die Erste Stadträtin und Ordnungsdezernentin Marion Götz (SPD) im Haupt - und Finanzausschuss sagte, ein besonderes Privileg: Der Kriminologische Lehrstuhl an der Justus-Liebig-Universität Gießen wird im Sommer eine repräsentative Bürgerumfrage starten.

Erster Polizeihauptkommissar Christof Stark von der Polizeidirektion Mittelhessen überreichte am vergangenen Montag zur Bekräftigung der gemeinsam angestrebten Präventionsarbeit und als symbolische Begrüßung das Kompass-Schild an Ordnungsdezernentin Götz und Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU).

Aufklärungsquote liegt bei 71 Prozent

»Ich freue mich außerordentlich, dass sich neben Bad Nauheim und Wölfersheim auch Friedberg als Kreisstadt zur Teilnahme am Programm entschieden hat«, sagte Stark. »Friedberg ist es zweifelsohne wert, in besonderem Maße beachtet zu werden«, sagte der Dienststellenleiter der Friedberger Polizeistation.

Stark skizzierte die derzeitige Sicherheitslage der »Pendlerstadt« am Rande des Rhein-Main-Gebietes, in die Tag für Tag eine Vielzahl an Schülern, Studenten und Erwerbstätigen von außerhalb strömten. Auch die Aufklärungsquote von zuletzt knapp 71 Prozent (laut einer Erhebung im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik des PP Mittelhessen für 2020) sei überdurchschnittlich hoch.

Polizeihauptkommissarin Sonja Böhm ist Kompass-Beraterin des Polizeipräsidiums. Sie sagte, dass man ein besonderes Augenmerk auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Friedberger Bürgerinnen und Bürger legen werde. Dieses sei individuell und nicht in bloßen Zahlen messbar. Das Ziel der repräsentativen Umfrage in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität sei es, den Bürgern Gehör zu schenken. Kriminalhauptkommissar und Kompass-Berater Jörg Schormann führte aus, dass man auf Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse beispielsweise Vor-Ort-Begehungen sowie gemeinsame Konferenzen rund ums Thema Sicherheit durchführen werde und bei Bedarf auf die Expertise verschiedener Spezialisten der Präventionsabteilung des Polizeipräsidiums zurückgreifen könne. Denkbar wären unter anderem die städtebauliche Kriminalprävention, die Jugend- und Verkehrsprävention oder auch die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle.

Erste Stadträtin Götz begrüßte die klar umrissene Struktur des Kommunalprogramms und bekräftigte, dass man sehr an einer dauerhaften und nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Polizeipräsidium interessiert sei. An deren Ende steht dann die Verleihung des »Sicherheitssiegels« des Landes Hessen. Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender bedankte sich mit einem Schokoladenpräsent für die »stets professionelle und umsichtige Arbeit« der Polizei, die sie trotz pandemiebedingt hoher Belastung leiste.

Im Haupt- und Finanzausschuss sagte Götz, das Kompass-Programm liefere wichtige Erkenntnisse, gerade im Austausch mit den Bürgern. »Die kennen Orte, die sie aus guten Gründen als unsicher empfinden, die der Polizei oder dem Ordnungsamt aber oft nicht größer auffallen.«

Landesprogramm seit 2018

»Kompass« ist das »KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel« des hessischen Innenministeriums. Ziel ist es, die »individuelle Sicherheitsarchitektur« der Kommunen durch ein passgenaues Maßnahmenpaket an Präventionsangeboten dauerhaft zu verbessern und dadurch insbesondere das subjektive Sicherheitsempfinden aller Einwohner nachhaltig zu steigern. Friedberg hatte sich aufgrund eines SPD-Antrags in der Stadtverordnetenversammlung zur Teilnahme an dem seit 2018 bestehenden Programm entschieden.

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