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Probleme im Busverkehr zum Schulbeginn

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Von: Oliver Potengowski

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Wetteraukreis (sax). Pünktlich zum Schulbeginn werden Probleme im Busverkehr deutlich. Einige Linien werden offenbar nur unregelmäßig angefahren. Bei einer gemeinsamen Kontrolle von Schulbussen durch die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) und die Polizei sind an einem Bus erhebliche Mängel festgestellt worden.

Spektakulär klangen die Mitteilungen im Internet zu einer Kontrolle der Busse in Konradsdorf. Die Polizei habe die Kinder am Ende mit dem Bus heimgefahren, hieß es in einem Post. Von Stilllegungen der Busse und einer Festnahme war sogar die Rede.

Nachfragen dieser Zeitung bei Polizei und VGO ergeben ein deutlich differenzierteres Bild. Kerstin Müller von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelhessen bestätigt, dass es am Mittwoch Kontrollen des regionalen Verkehrsdienstes und der VGO an den Schulen in Nidda und Konradsdorf gegeben hat. Während es in Nidda keine Auffälligkeiten gegeben habe, sei in Konradsdorf einem Unternehmen verboten worden, einen Bus weiter zum Personentransport einzusetzen. Der beanstandete Bus habe an der Vorderseite einen Unfallschaden gehabt, an dem noch Glassplitter festhingen. Zudem sei die Beleuchtung am Heck defekt und das Haltbarkeitsdatum des Verbandskastens abgelaufen gewesen. Müller betont, dass die Polizei keine Schüler heimgefahren habe.

Ersatz mit Kleinbussen

Sven Rischen, Pressesprecher der VGO, berichtet, dass ein Ersatztransport mit Kleinbussen organisiert worden sei. »Wir haben kurzfristig von anderen Unternehmen Neunsitzer bekommen.« Anscheinend war diese Lösung jedoch nicht ausreichend. »Nicht alle Kinder konnten abtransportiert werden«, erklärt die Polizei. Teilweise hätten Eltern ihre Kinder abholen müssen.

Auch andere Inhalte der Internetposts relativieren sich im Gespräch mit Polizei und VGO. Beide betonen, es habe keine Festnahme gegeben. Bei einigen Bussen sei die Sicherheitsüberprüfung abgelaufen gewesen. Rischen sagt, dass von 13 kontrollierten Bussen in Nidda und Konradsdorf vier beanstandet worden seien.

Bei einem Bus sei die Sicherheitsüberprüfung einen Monat abgelaufen gewesen. Ein Fahrer habe nicht gewusst, wo die Pannenwarnlampe in seinem Bus sei. Und ein Fahrer habe die Verlängerung seines Führerscheins um einen Monat versäumt.

Sven Rischen bestätigt eine weitere Meldung zum Schülertransport, die diese Zeitung erreicht hat. »Die Busse fahren aktuell nicht nur unzuverlässig, sondern es gibt Linien, die offenbar überhaupt nicht bedient werden«, beschreibt Tobias Greilich den Missstand. »Die Linie FB-20 (Gedern-Ortenberg-Glauburg-Büdingen) beispielsweise ist in dieser Woche wohl noch an keinem einzigen Morgen gefahren und mittags mindestens teilweise nicht. Andere Linien verzeichnen zumindest vereinzelte Ausfälle.« Betroffen seien neben dem Wolfgang-Ernst-Gymnasium Büdingen die Gesamtschule Konradsdorf und die Keltenbergschule Stockheim.

Kritik: Keine Kommunikation

Greilich kritisiert, dass es weder von VGO noch dem Busunternehmen eine Kommunikation zu dem Thema gebe. »Die Eltern platzen fast vor Wut; sie versuchen, über (stets kritisierte) Eltern-Taxis eine Ersatzbeförderung zu organisieren, und empören sich (...) auch über die Kosten in Zeiten aktueller Spritpreise - und darüber, dass sie als Steuerzahler eine Schülerbeförderung finanzieren, die schon in der Vergangenheit mangelhaft war, aktuell aber gar nicht stattfindet«, stellt Greilich fest.

»Die Probleme auf den Linien von Büdingen nach Gedern sind bekannt«, sagt VGO-Presseaprecher Rischen. »Der Unternehmer klagt über einen hohen Krankenstand.« Es gebe Gespräche über eine zeitnahe Lösung. »Ziel ist es, am Montag normal zu fahren.« Ab Dezember übernehme ein anderes Unternehmen diese Linien. »Wir gehen davon aus, dass es dann eine Besserung gibt.«

Dabei ist Rischen froh, dass die Situation in der Region nicht so schlimm sei wie in Wiesbaden, wo die Stadtbusse wegen Krankheitsfällen die ganze Woche nach dem Samstagsfahrplan fahren. Da zeige sich der Fachkräftemangel, der auch diese Branche betreffe. »Es gibt keine Fahrer.«

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