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Rocken für den guten Zweck

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Von: Harald Schuchardt

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Eigenkompositionen spielen The Törnarounds mit (v. l.) Volker und Kai Michel, Moritz Herrmann und Chris Cantow. FOTOS: LOD © Loni Schuchardt

Friedberg (har). Mit einem Benefizkonzert für die vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen wurde am Samstagnachmittag die neue Veranstaltungsreihe Burggartenkonzerte im Rahmen der Sommeraktivitäten der Stadt Friedberg eröffnet. Jeden dritten Samstag im Monat wird die Musikschule Friedberg ein gut eineinhalbstündiges Programm mit Lehrern und Schülern anbieten.

»Der Auftakt mit den Törnarounds und Tony V. heute ist schon professionell«, meinte Musikschulleiter Bert Jonas in seiner kurzen Begrüßung.

»Wir sind sehr froh, dass nun auch die Veranstaltungen wieder eine gewisse Normalität bekommen«, sagte Jonas, der seit gut drei Jahren die Friedberger Musikschule leitet. Den Auftakt des Premierenkonzertes übernahm Singer-Songwriter Tony V. - mit vollem Namen Tony Volkov -, der seit 20 Jahren in Friedberg lebt. Beinahe wäre der Sänger und Gitarrist zu spät eingetroffen, kam er doch direkt von einem Festival aus Bonn.

Coverversionen und eigene Songs

»Da war es sehr schlammig«, meinte der Wahl-Friedberger im »schmutzigen Waldoutfit«. Obwohl er übermüdet war, nach einer kurzen Nacht im Zelt mit schnarchenden Mitschläfern und fünfstündiger Fahrt, war Tony bestens aufgelegt. Locker setzte er sich auf den Rand der Naturbühne, legte seine Texte auf die Box davor und überraschte mit seinen Versionen von Cat Stevens »Father and Son« und dem Monty-Python-Klassiker »Always look on the bright side of life«. Schon da wurde kräftig mitgesungen und -gepfiffen.

Dies waren die beiden einzigen Coversongs, überraschte Tony V. doch mit selbst geschriebenen Liedern, alle auf Deutsch und - dank der Aussteuerung von Techniker Horst Weber - bestens zu verstehen.

»Ich bin ein frecher Singer-Songwriter«, erklärte Tony. Mit viel schwarzem Humor - aber auch mit einem gehörigen Schuss Selbstironie - singt er über seine persönlichen Erlebnisse. In »Unglaublich eigen« oder »Vermögensberater« etwa, in dem er seinen »Exkurs in die Finanzwirtschaft« verarbeitet hat.

Die eingängigen Kompositionen Volkovs konnten die Besucher schnell mitsummen, vor allem beim Finalsong »Mister BMW«, dessen Refrain »Der Drecksack drängelt« den Inhalt des Songs erklärt.

Viel Beifall gab es für Tony V., der die Bühne für die Törnarounds räumte. Kopf der vierköpfigen Band ist Singer-Songwriter Kai Michel, der seit vielen Jahren, unter anderem, Schlagzeug an der Musikschule unterrichtet. Bei den »Törnarounds« agiert Michel als Sänger und Rhythmusgitarrist. Begleitet wird er von seinem Bruder Volker, der für die Leadgitarre, den Backgroundgesang und die Bluesharp verantwortlich ist, seinem langjährigen musikalischen Wegbegleiter Chris Cantow am Bass und Moritz Herrmann am Schlagzeug. Dies ist die typische Besetzung einer Band aus den 1960er Jahren, was nicht verwundert, wurde Kai Michel doch durch die Musik der Beatles und anderer Bands aus den 60ern bis hin zum Rock beeinflusst.

Das Programm im Burggarten bestand ausschließlich aus Eigenkompositionen von Kai Michel, von denen einige an diesem Tag ihre Premiere feierten. Modern und doch mit Anleihen an die große Zeit von Beat und Rock sind die Stücke durchweg eingängig, wie »Lonely Star« zum Auftakt.

Seine Affinität zu den Beatles besingt Kai Michel im Song »Wannabeatle«. Den Wunsch, einer der vier Pilzköpfe gewesen zu sein, haben sicher viele Musiker. Abwechslungsreich sind die Dutzend Songs, wobei Kai Michel »She’s my brother« allen Menschen widmet, »egal wie sie aussehen und welche Orientierung sie haben«.

CD-Verkauf und Spenden

Mit »Sing it again« und der, zu einem Benefizkonzert passenden, Zugabe »Free as a bird can be« endete die gelungene Premiere der Burggartenkonzerte. Wer wollte, konnte für die Ukrainehilfe spenden. Dazu kommt der Erlös aus dem Verkauf der CDs von Kai Michel und dem von ihm geleiteten Shanty-Chor Friedberg.

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