Sicher überweisen mit Paypal

  • Vonred Redaktion
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Wetteraukreis (pob). Weihnachten steht vor der Tür, und es herrscht Hochsaison beim Einkaufen von Geschenken - auch im Onlinehandel. Doch dabei kommt es auch in der Wetterau immer wieder zu Betrugsversuchen, wie die Polizei informiert.

Eine 64-jähriger Wetterauerin wollte demnach für ihren Enkel eine Ritterburg über ebay-Kleinanzeigen kaufen. Sie überwies 100 Euro via Paypal. Auf Wunsch des Verkäufers nutzte sie dabei die Option »Familie und Freunde«. Allerdings meldete sich der Verkäufer anschließend nicht mehr, und ein Paket erhielt die Seniorin ebenfalls nicht. Ähnlich erging es einem 17-jährigen Wetterauer, der aufgrund des fehlenden Käuferschutzes zusehen müsse, wie er seine überwiesenen 105 Euro für Computerspiel-Zubehör zurückbekomme, schreibt die Polizei. Auch er habe die Option »Familie und Freunde« gewählt, ohne den Verkäufer persönlich zu kennen.

Paypal gilt als seriöse Variante für den Zahlungsverkehr. Daten- und Käuferschutz sind laut Polizei die wesentlichen Punkte, die eine Nutzung des Zahlungsdienstleisters von einer normalen Überweisung unterscheiden. Doch die richtige Benutzung sei entscheidend.

Das Geschäftsmodell des Anbieters beinhaltet einen »Käuferschutz«, so dass ein Käufer sein Geld zurückerhält, wenn beispielsweise das Versenden der gekauften Ware ausbleibt. Dieser Käuferschutz kostet eine geringe Gebühr, die vom Verkäufer getragen wird. Zusätzlich bietet Paypal auch Überweisungen an, ohne dabei einen Käuferschutz zu nutzen. Somit entfällt auch die Gebühr. Gedacht ist diese Option für Mitglieder einer Familie, die sich auf diesem Weg unkompliziert Geld überweisen können. Daher heißt diese Option auch »Familie und Freunde«.

Ulrich Kaiser, Beauftragter für »Cybercrimeprävention« im Polizeipräsidium Mittelhessen, fasst zusammen: »Zahlungen per Paypal können grundsätzlich als sicher angesehen werden. Wichtig ist aber, sich mit den gängigen Betrugsmaschen auseinanderzusetzen. In Bezug auf Paypal sollte die Option ›Familie und Freunde‹ wirklich nur dann genutzt werden, wenn eine persönliche Bekanntschaft vorliegt.« Zusätzlich sei es immer sinnvoll, die AGB der Dienstleister zu lesen. »Bei Paypal sind beispielsweise keine Gutscheine vom Käuferschutz abgedeckt.«

Tipps für Online-(Ver)käufer

Bei Zahlungen per Paypal sollte man darauf achten, dass Mail- und Postadresse aus der Zahlungsbestätigung mit den Kontaktdaten aus dem Mailverkehr übereinstimmen. Vorsicht bei Abweichungen.

Ware im Idealfall nachverfolgbar und versichert verschicken. Vorsicht, wenn der Käufer um Zusendung an eine andere Adresse bittet.

Ware erst versenden, wenn der Betrag auf dem Bankkonto gutgeschrieben wurde. Am besten im Paypal-Account überprüfen und nicht im Mail-Eingang, da auch Mails gefälscht sein könnten.

Eine weitere Empfehlung der Polizei lautet, keine sensiblen Daten wie Kopien des Personalausweises, von Zulassungsbescheinigungen oder Urkunden zu verschicken und auch vorsichtig zu sein, wenn eine fremde Person solche Dokumente als Echtheitsbeweis per Mail versendet.

Weitere Infos zu Betrugsmaschen gibt es unter polizei-beratung.de. Ulrich Kaiser steht für Fragen zur Verfügung (Tel. 06 41/70 06 29 42 oder Mail an praevention.ppmh@polizei.hessen.de).

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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