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Staatlich verordneter Dornröschenschlaf

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Von: Jürgen Wagner

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Die ehemalige Jugendarrestanstalt in Friedberg (im Hintergrund der Wartturm) ist nicht nur zugewachsen, sie liegt auch verkehrstechnisch weit ab vom Schuss. Eine Anfahrt ist nur über den Parkplatz des Amtsgerichts möglich. FOTO: NICI MERZ © Nicole Merz

Friedberg (jw). Überall fehlt Wohnraum. Aber in Friedberg steht seit bald zehn Jahren die ehemalige Jugendarrestanstalt leer. Der FDP-Politiker Jörg-Uwe Hahn hat zum wiederholten Male eine Anfrage an die hessische Landesregierung gestellt, will wissen, wie das 2013 aufgegebene Gebäude in der Nähe des Amtsgerichts künftig genutzt werden sollen. Auch diese Zeitung hat nachgefragt, eine Antwort des hessischen Justizministeriums blieb aus.

Für den FDP-Landtagsvizepräsidenten Dr. h. c. Jörg-Uwe Hahn aus Bad Vilbel, von 2009 bis 2014 selbst Justizminister, steht fest: »Es ist an der Zeit, das Gebäude möglichst schnell aus dem zehnjährigen Dornröschenschlaf zu wecken.« Wie geht es weiter mit der Immobilie? Hahn fordert konkrete Informationen über die Nutzungspläne. »In den vergangenen Jahren gab es auf Landesebene Diskussionen, aus dem ungenutzten Gebäude eine Abschiebehaftanstalt zu machen. Auch das Studentenwerk hatte Interesse bekundet, ebenso der Landeswohlfahrtsverband. Passiert ist seit 2013 nichts«, begründet Hahn, warum er bereits die vierte Anfrage in dieser Sache stellt. »Die Frage der Nutzung der ehemaligen Friedberger JAA gehört ganz oben auf die Tagesordnung.«

Hahn will auch wissen, welche Wünsche Friedberg hinsichtlich der Nutzung des JAA-Grundstücks ans Land Hessen gerichtet hat und wie das Land damit umgegangen ist. Gefragt wird ferner, ob es Gespräche mit dem Wetteraukreis gab, etwa zur Nutzung als Verwaltungsgebäude und zu welchen Ergebnissen die Gespräche mit dem Landeswohlfahrtverband führten

Wohnungen und Flächen fehlen

»In weiten Teilen des Wetteraukreises herrscht Wohnraumknappheit, viele Unternehmen suchen Expansionsmöglichkeiten und nicht zuletzt auch der Wetteraukreis benötigt Möglichkeiten zur Vergrößerung seiner Verwaltung. Da passt es nicht ins Bild, dass die ehemalige JAA leer steht.« Hahn fordert von der Landesregierung mehr Dynamik in dieser Sache.

Ein Problem dürfte die Verkehrsanbindung des Geländes sein. Zur JAA gelangt man nur über das Geländes des Amtsgerichts (manche Pendler wissen das und parken dort). Friedbergs Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) sagte, er wünsche sich Abriss und Neubau. Und er deutet eine mögliche Verwendung an: »Eine Folgenutzung durch das Land bzw. das Studentenwerk Hessen würde von uns befürwortet und auch gerne unterstützt.« Es habe bereits Gespräche zwischen dem Studentenwerk und der Friedberger Bauverwaltung gegeben.

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