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Stadt Friedberg sucht Wohnungen und ehrenamtliche Helfer für Flüchtlinge aus der Ukraine

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Von: Jürgen Wagner

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Die roten Klinkerbauten in der Kaserne nutzt das Land Hessen als Erstaufnahmeeinrichtung. Für ukrainische Flüchtlinge werden Wohnungen gesucht. Ein »Runder Tisch« organisiert die Flüchtlingsarbeit in Friedberg. © Nicole Merz

Die Flüchtlingen kommen. Um sie unterbringen zu können, benötigt die Stadt Friedberg Mietwohnungen und -häuser. Auch Ehrenamtliche für die Betreuung werden gesucht.

Friedberg - Vor wenigen Wochen wurde die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in der ehemaligen Friedberger Kaserne in Betrieb genommen. Die ersten geflüchteten Menschen sind angekommen. Sie werden sich in der Obhut des Landes Hessen vier bis sechs Monate lang dort aufhalten und danach in Städten oder Gemeinden untergebracht.

In der jüngsten Sitzung des »Runden Tisches Flüchtlinge in Friedberg« informierte der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung, Thomas Baader, über den Start der Einrichtung und die Betreuungsmaßnahmen. Diese umfassen sozialpädago-gische Betreuung, Angebote für Kinder und Sprachkurse. Zur Unterstützung der geflüchteten Menschen seien darüber hinaus die Angebote von Ehrenamtlichen »sehr willkommen«, betonte Baader.

Stadt Friedberg will Geflüchteten aus der Ukraine helfen

Der »Runde Tisch Flüchtlinge« ist ein Zusammenschluss von Institutionen, Vereinen und Ehrenamtlichen, die sich für die Betreuung und Integration geflüchteter Menschen in Friedberg einsetzen. Teilnehmer sind u. a. das Regierungspräsidium Gießen, Wetterau-kreis, Stadtverwaltung, Ausländerbeirat, Internationales Zentrum, Kirchen, die Diakonie, Vereine, Verbände sowie engagierte Ehrenamtliche. Ziel des »Runden Tisches« ist die Bündelung und Koordination der Hilfe für Geflüchtete.

Die Stadt werden ab diesem Monat pro Woche etwa sechs ukrainische Flüchtlinge zur Unterbringung und Betreuung vom Wetteraukreis zugewiesen. Diese Menschen werden dezentral in kleineren Unterkünften untergebracht und in Zusammenarbeit zwischen Stadt und Ehrenamtlichen betreut. »Die Unterstützung, die Hilfsbereitschaft und die Bereitschaft zu Spenden für die ukrainischen Flüchtlinge sind in unserer Stadt sehr groß«, hob Götz hervor. »Viele von ihnen wurden bereits privat aufgenommen, und die Gastgeber stellen nicht nur Wohnraum zur Verfügung. Sie leisten auch direkte Integrationsarbeit und fördern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.«

Das Rathaus hat auf der Internetseite der Stadt eine eigene Seite eingerichtet mit vielen Informationen für ukrainische Flüchtlinge und die betreuenden Menschen. Darüber hinaus hat die Stadt eine »Infomappe« erstellt, die fortlaufend aktualisiert wird und zum Download bereitsteht.

Stadt Friedberg: Mietwohnungen und Häuser gesucht

Aktuell kümmert sich ein städtisches Team um die Anmietung und Ausstattung von Wohnungen. Falls Sachspenden wie Möbel, Kleidung, Küchenausstattung oder Spielzeug benötigt werden, werde ein gezielter Aufruf dazu erfolgen. Bis dahin bittet die Stadt, von Sachspenden abzusehen.

Angebote für die Anmietung von Wohnungen (ab zwei Zimmern und 50 Quadratmeter) oder Häuser im Stadtgebiet sind dem Rathaus willkommen. Diese können per E-Mail gemeldet werden (soziales@friedberg-hessen.de).

Um die ehrenamtlichen Aktivitäten für geflüchtete Menschen zu bündeln und weitere Ehrenamtliche zur Unterstützung zu gewinnen, hat die Stadt ein Formular für ehrenamtliches Engagement erstellt. Darin sind vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten aufgeführt - von Dolmetscherdiensten, Stadtführungen und der Begleitung bei Behördengängen über Angebote für Kinder (Spielen, Basteln), Gruppenangebote in Sport, Kultur, Freizeit und Kunst bis hin zu Sprachkursen und der Übernahme einer festen Patenschaft. Das Formular steht auf der Startseite der städtischen Homepage (www.friedberg-hessen.de) auf dem Themenfeld »Hilfe für die Ukraine - Ihre Kreisstadt informiert« zum Download bereit.

Alle Angebote werden von der Stadt zentral erfasst und die Ehrenamtlichen bei Bedarf direkt vom Rathaus kontaktiert. Besteht der Wunsch, Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung zu unterstützen, werden die Angebote von der Stadt direkt an den Einrichtungsleiter weitergeleitet.

Neben der Stadtverwaltung organisiert das Internationale Zentrum Friedberg bereits seit vielen Jahren ehrenamtliche Hilfsangebote. »Mit dem Internationalen Zentrum steht die Stadt in regelmäßigem Dialog und dankt den dort seit langer Zeit Aktiven für ihre kontinuierliche Arbeit«, sagte Erste Stadträtin Götz. (Jürgen Wagner)

Wie sieht es mit der beruflichen Integration von Ukraine-Flüchtlingen aus? Rainer Kupka, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Wetteraukreis, über Angebote, Chancen, Herausforderungen.

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