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Stadtkirchen-Orgel wird am Sonntag eingeweiht

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Von: red Redaktion

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Wie geplant, kann die Orgel mit den neuen Orgelwerken auf beiden Seitenemporen eingeweiht werden. © pv

Friedberg/Bad Vilbel (pm). Die letzten intonatorischen Arbeiten an der Friedberger Stadtkirchenorgel sind in vollem Gange. Die Einweihung der gesamten Orgel mit den neuen Orgelwerken auf den beiden Seitenemporen kann wie geplant am Sonntag »Kantate«, 15. Mai, stattfinden. Der Festgottesdienst beginnt um 10 Uhr mit Dekan Volkhard Guth (Predigt), Mitgliedern der Dekanatskantorei und Kantor Ulrich Seeger (Orgel).

Abends um 19 Uhr wird die Orgel dann im Zusammenklang mit Chor, Vokalsolisten und Harfe zu erleben sein.

Das wird zu hören sein

Auf dem Programm des Einweihungskonzerts stehen Werke der böhmisch-tschechischen Komponisten Antonin Dvorák und Leos Janácek sowie Josef Gabriel Rheinberger. Am Samstag, 14. Mai, wird das Programm außerdem um 19 Uhr in der katholischen St.-Nikolaus-Kirche Bad Vilbel zu hören sein. Den Orgelpart wird Thomas Wilhelm aus Karben spielen, die weiteren Solopartien des Konzerts übernehmen Sebastian Franz (Tenor) und die Friedberger Harfenistin Mónica Rincón.

Die Messe in D-Dur (op. 86) ist eines der beliebtesten religiösen Werke Antonin Dvoráks, die er im Jahr 1887 für die Schlosskapelle in Luzany bei Pilsen schrieb. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Dvorák auf der Höhe seiner Meisterschaft, denn diese Messe entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zur G-Dur-Sinfonie und dem monumentalen Requiem. In ihrer dem Anlass ihrer Entstehung angemessenen, bewussten Schlichtheit, ihrer einprägsamen Melodik und großen Kantabilität erinnert sie an die Messen Franz Schuberts, mit denen sie auch den klaren formalen Aufbau teilt. Ganz bewusst wollte Dvorák in dieser Messe einen allzu weihevollen liturgischen Ton vermeiden und vielmehr seinem natürlich-unbeschwerten, dennoch tief empfundenen religiösen Empfinden Ausdruck verleihen. Trotz des Verzichts auf Orchesterinstrumente ist dem Komponisten durch die Verwendung der vielseitigen klanglichen und dynamischen Möglichkeiten der romantischen Orgel ein anspruchsvolles Werk gelungen, das darüber hinaus auch die Atmosphäre seiner tschechischen Heimat erfasst.

Von Leos Janácek, der zu den bedeutendsten Komponisten nach Dvorák zu zählen ist, wird die berühmte »Vaterunser«-Vertonung für Chor, Solotenor, Harfe und Orgel zu hören sein, die mit ihrem Wechsel von harmonischen Modulationen und liedhaften Kantilenen beeindruckt.

Wie sehr Janácek in diesem Werk der unmittelbaren Emotion Raum gibt, zeigt sich besonders deutlich im Abschnitt mit der Bitte um das tägliche Brot. Hier handelt es sich nicht nur um eine demütige religiöse Bitte, sondern um ein beinahe trotziges, politisch motiviertes Aufbegehren des hungernden Volkes. Josef Gabriel Rheinbergers Hymne nach dem 84. Psalm (Wie lieblich sind deine Wohnungen) für Frauenchor, Orgel und Harfe wird das Programm eröffnen.

Thomas Wilhelm ist Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Kirchenmusiker an der St.-Nikolaus-Kirche in Bad Vilbel. Er hat in den vergangenen zehn Jahren das Friedberger Orgelprojekt in zahlreichen Beratungsgesprächen und Sitzungen wesentlich unterstützt und gefördert.

Mónica Rincón ist in Kolumbien geboren. Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Friedberg. Sie erhielt ihren ersten Harfenunterricht bei der Solo-Harfenistin des Philharmonischen Orchesters Bogotá. In Deutschland studierte sie an den Musikhochschulen in Bremen und Frankfurt. Als Solistin konzertierte sie u. a. mit dem Nationalorchester Kolumbien, dem Kammersinfonieorchester Mainz, dem Deutschen Radiokammerorchester und ist eine sehr gefragte Vertreterin Lateinamerikanischer Musik für Harfe.

Der Tenor Sebastian Franz erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Mitglied im Windsbacher Knabenchor bevor er das Gesangsstudium bei Prof. Marina Sandel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover begann. Seit der Spielzeit 2017/18 ist Franz festes Mitglied im Chor der Oper Frankfurt. Einen bedeutenden Schwerpunkt bildet für Franz das Konzert- und Oratorienfach.

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