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Steigende Schülerzahlen und Unterrichtsausfall

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (pm). Sind die Wetterauer Schulen für ihre pädagogische Aufgabe ausreichend ausgestattet? Diese Frage hat dieser Tage ein Treffen des Kreiselternbeirats (KrEB) mit der Kreistagsfraktion der Grünen bestimmt. Bei der Videokonferenz waren als Gäste die Co-Fraktionsvorsitzende Isil Yönter, der stellvertretende Kreistagsvorsitzende Gerhard Salz, und Felix Kratz als Mitglied im Bildungsausschuss des Kreistages anwesend.

Überschattet wurde das Gespräch von den aktuellen Kriegsereignissen in der Ukraine. »Für den Kreiselternbeirat zeigt sich aber auch in dieser Krise die Bedeutung von Schule für die Bildung einer demokratischen Zivilgesellschaft und ganz konkret für die Integration geflüchteter Kinder auch in der Wetterau«, berichtet der Beirat in einer Pressemitteilung. »Sind die Schulen hierfür ausreichend ausgestattet, nach zwei Corona-Jahren und dem schon zuvor anhaltenden Raum- und Personalmangel?«

Der KrEB sieht große Probleme bei der Personalausstattung - »trotz vom Kultusministerium immer wieder angeführter 105-prozentiger Unterrichtsversorgung«. Die Wetterauer Schulen kämpften mit steigenden Schülerzahlen. Unterrichtsausfälle seien an der Tagesordnung: »Jeden Tag kommt eines meiner vier Kinder wegen Entfalls frühzeitig nach Hause«, so einer der Elternvertreter. Solche Rückmeldungen kämen von vielen Schulelternbeiräten.

Volkmar Heitmann, Vorsitzender des Landeselternbeirates wies darauf hin, dass das Kultusministerium bisher keine Zahlen zum Unterrichtsausfall an den Schulen vorlegen konnte. Die tatsächliche Unterrichtsabdeckung könne so gar nicht belegt werden.

Defizite auch beim Ausbau der Schulen

Vergleichbare Defizite sieht der KrEB auch beim Ausbau der Schulen für steigende Schülerzahlen und neue Aufgaben wie den Ganztag oder die Digitalisierung. Dies seien die originären Aufgaben des Kreises als Schulträger.

Isil Yönter schilderte aus eigener Erfahrung als Mutter, dass bei »Schulbauten leider mit Zehnjahreszeiträumen bis zur Realisierung« gerechnet werden müsse. »Komplizierte Planungswege, Bürokratie, Fachkräftemangel und nun auch erschwerte Bedingungen von Rohstofflieferungen und Materialbeschaffung« seien die Gründe.

»Genau dies können wir als Elternvertretung nicht einfach akzeptieren«, waren sich die KrEB-Mitglieder einig. Als Ursache sah die Runde weniger finanzielle Defizite. Notwendig seien vorausschauende Schulentwicklungsplanung und Optimierungen bei Planung und Organisation in der Umsetzung von Bauprojekten.

Weiterer Diskussionspunkt war die Forderung des Kreiselternbeirates nach lufttechnischen Anlagen in den Klassenräumen zum Schutz der Kinder in der Corona-Pandemie. Aus Sicht des KrEB sei bisher keine sachkundige Bewertung der ausreichenden Belüftbarkeit in den Räumen erfolgt. Gerhard Salz erläuterte, in der Fraktion gebe es hierzu Anhörungen und Diskussionen in Expertenrunden, aber noch keinen Beschluss.

In der Diskussion wurde eines deutlich: »Die Darstellung der Situation an den Schulen durch Politik und Schulverwaltung weicht oft stark von der Beurteilung der Situation durch Eltern- und Schülerschaft ab. Hier brauche es dringend eine Kommunikation auf Augenhöhe, um zu gemeinsamen Bewertungen und Lösungen zu kommen.«

Die Fraktionsmitglieder boten sich als Ansprechpartner für die Schulen an. Zu überlegen seien etwa Sitzungen des Bildungsausschusses vor Ort. Grüne und KrEB waren sich einig, in künftigen Gesprächen Detailthemen weiter zu vertiefen, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

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