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Studentenwohnheim soll in Friedberg entstehen

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Von: Christoph Agel

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Nach rund zehn Jahren Leerstand ist nun eine neue Nutzung für die ehemalige Jugendarrestanstalt in Friedberg vorgesehen, die sich in der Nähe des Amtsgerichts befindet. Ein Studentenwohnheim soll entstehen. ARCHIV © Nicole Merz

Der Dornröschenschlaf ist bald zu Ende:Auf dem Gelände der ehemaligen Jugendarrestanstalt in Friedberg soll ein Wohnheim für Studierende entstehen.

Dort, wo sich hinter dem Friedberger Amtsgericht die seit neun Jahren leerstehende ehemalige Jugendarrestanstalt (JAA) befindet, soll künftig ein Wohnheim für bis zu 440 Studierende stehen. Dies geht aus der Beantwortung einer Kleinen Anfrage des heimischen FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Jörg-Uwe Hahn an die schwarz-grüne Landesregierung und zudem aus Informationen hervor, die diese Zeitung vom zuständigen Studentenwerk Gießen bekommen hat.

Aus der Prüfung habe sich laut Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) kein weiterer landeseigener Nachnutzungsbedarf an der Liegenschaft ergeben, erläutert Jörg-Uwe Hahn. Nach Abschluss dieser Prüfung habe das Land Hessen Kontakt zu dem für den Hochschulstandort Friedberg zuständigen Studentenwerk Gießen aufgenommen und die Möglichkeiten und Modalitäten einer Überlassung der Liegenschaft im Wege des Erbbaurechts zur Schaffung von studentischem Wohnraum geprüft.

Bis zu 440 Wohnheimplätze

Wie wird das Wohnheim am ehemaligen JAA-Standort genau aussehen? Wird abgerissen und neu gebaut? Und wie viele Gebäude werden entstehen? Mit welcher Zahl an Stockwerken? Diese Zeitung hat dazu beim Studentenwerk Gießen nachgefragt. »Wir gehen davon aus, dass wir die Bestandsgebäude abreißen werden, um neue Gebäude zu errichten. Wenn möglich, wollen wir dies so ressourcenschonend wie möglich tun und können idealerweise vorhandene Bausubstanz weiter nutzen. Für eine Aussage über die Anzahl an Gebäuden und ihre Struktur ist es jedoch noch zu früh«, antwortete Eva Mohr, Leiterin der Unternehmenskommunikation beim Studentenwerk. »Unsere Vorprüfungen haben ergeben, dass wir auf dem Gelände bis zu 440 Wohnheimplätze für Studierende schaffen könnten.«

Das Studentenwerk habe das Gelände der ehemaligen JAA erst kürzlich mit Wirkung zum 1. August im Erbbaurecht vom Land Hessen übernommen. Aktuell gebe es keinen Bebauungsplan für das Areal. »Ohne Bebauungsplan, kein Baubeginn. Wir werden die Gespräche mit der Stadt Friedberg unverzüglich wieder aufnehmen, um das Projekt nun zügig vorantreiben zu können«, teilte Mohr mit.

Projekt soll autofrei

realisiert werden

Wird es Besonderheiten baulicher Art geben? Und wie sieht es mit Parkplätzen aus? Mohr dazu: »Unser Ziel ist, bei der Errichtung und dem Betrieb des neuen Studierendenwohnheims in höchstem Maße ökonomisch und ökologisch vorzugehen - zum Wohl der Studierenden und der Umwelt. Wir streben daher an, das Projekt autofrei zu realisieren, analog zu unserem neuen Studierendenwohnheim Westside, das gerade in Gießen entsteht.« Das Gelände solle über die Frankfurter Straße erschlossen werden; das Studentenwerk stehe bereits mit dem Tiefbauamt bezüglich der Radwege-Infrastruktur in Kontakt.

Die Freude ist groß

Wie wichtig bezahlbarer Wohnraum ist, macht Studentenwerk-Geschäftsführer Ralf Stobbe deutlich: »Unser Ziel ist, mindestens zehn Prozent der Studierenden einen Wohnheimplatz anbieten zu können - idealerweise natürlich hochschulnah, attraktiv gelegen und vor allem bezahlbar. Aktuell liegen 92 Prozent all unserer Wohnheimplätze unter dem BAföG-Bedarfssatz fürs Wohnen in Höhe von 360 Euro. Auch bei Neubaumaßnahmen wollen wir uns hieran orientieren, damit Studieren bezahlbar bleibt!«

Auch Hahn betont die Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: »Eine verbesserte Wohnraumsituation kommt allen jungen Menschen in Ausbildung zugute. Hohe Mietpreise belasten Studierende sowie Auszubildende. Der knappe Wohnungsmarkt ist eine unnötige Bremse für die freie Wahl der Ausbildung. Bezahlbare Mieten werden auf Dauer nur möglich sein, wenn mehr gebaut wird und mehr Wohnräume entstehen, so wie jetzt in Friedberg geplant.«

Der Friedberger Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) zeigte sich am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung erfreut über das Studentenwohnheim-Vorhaben: »Egal was das Studentenwerk Hessen macht, wir begrüßen es. Es ist besser als der jetzige Zustand.« Er freue sich, dass Wohnraum für Studierende geschaffen werde, noch dazu in der Nähe der Technischen Hochschule Mittelhessen.

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