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Tobias Brandt ist neuer Bauamtsleiter in Friedberg

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Von: Jürgen Wagner

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Viele Großprojekte, aber auch viel Enthusiasmus, um all dies anzupacken: Bürgermeister Dirk Antkowiak (r.) hat den neuen Bauamtsleiter Tobias Brandt vorgestellt. Der 35-Jährige hat zuvor im Bad Nauheimer Rathaus gearbeitet. © Nicole Merz

Seit 1. April hat Friedberg mit Tobias Brandt einen neuen Bauamtsleiter. »Wir sind glücklich, dass wir einen Fachmann verpflichten konnten«, sagt Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU).

Brandts Vorgänger, der nach nur einem Jahr auf eine höher dotierte Stelle im niedersächsischen Uelzen wechselte, wollte die Kaiserstraße testweise in eine Fußgängerzone und in eine Einbahnstraße verwandeln. Viele Friedberger befürchteten Schlimmstes. Die Testphase wurde mittlerweile gestrichen. Tobias Brandt legt beim Thema Stadtplanung lieber den Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Auch Brandt hat Ideen zur Umgestaltung der Kaiserstraße vorgelegt. Das war die Aufgabe bei der Vorstellung der Kandidaten für die vakante Leitungsstelle im Amt für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Rechtswesen, wie das »Bauamt« korrekt heißt. Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU): »Wir hatten mehrere Bewerber. Herr Brandt hat ein stimmiges Konzept vorgelegt, das uns überzeugt hat.« Barrierefreiheit, mehr Aufenthaltsräume, mehr Gastronomie, weniger Durchgangsverkehr - das waren seine Eckpunkte. Mehr wollen Brandt und Antkowiak nicht verraten. Schließlich sollen Architekturbüros demnächst in einem Wettbewerb ihre eigenen Ideen präsentieren.

Brandt (35) lebt mit Frau und zwei Kindern in Bad Nauheim. Aufgewachsen ist er in Stuttgart. Er studierte Geografie mit den Schwerpunkten Stadt- und Raumplanung, war in einem Stadtplanungsbüro in Veitshöchheim beschäftigt. »Dort habe ich die Basics der Stadtplanung gelernt«, sagt er.

2014 verschlug es ihn in die Wetterau. Seine Frau hatte eine Arbeitsstelle in Wiesbaden angetreten, er fand einen Job in der Bad Nauheimer Stadtverwaltung. Dort beschäftigte er sich mit Bauleitplanung, war zuletzt Fachdienstleiter für Wirtschaftsförderung und Flächenmanagement. Mit Jürgen Patscha, dem früheren Leiter des dortigem Amtes für Stadtentwicklung, habe er einen guten Mentor gehabt.

Als neulich ein Tiefbau-Spezialist vom Friedberger Rathaus nach Bad Nauheim wechselte, war das Wehklagen in der Politik groß. Jetzt kommt gewissermaßen die Retourkutsche, auch wenn das nicht so intendiert war. An Friedberg hätten ihn »die anstehenden Großprojekte« gereizt, sagt Brandt. Folglich hat er auch keine Priorität, wenn man ihn nach den vordringlichsten Aufgaben befragt. »KaiserKasernenZOB«, sagt er schmunzelnd und meint Kaiserstraße, Kaserne und die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes samt Zentralem Omnibusbahnhof. Auch in Sachen Altstadt sowie Kita- und Radwege-Bau kommt noch einiges aufs Bauamt zu.

Viele Projekte mit der Priorität 1

»In Friedberg stehen viele Projekte auf ›Priorität 1‹«, sagt Antkowiak. Das Bauamt in der Großen Klostergasse - hier arbeiten 20 Beschäftigte - platzt aus allen Nähten. »Wir haben dieses Jahr drei zusätzliche Stellen geschaffen, werden auch im nächsten Jahr Stellen anmelden.« Entspannung verspricht das neue Technische Rathaus in der Mainzer-Tor-Anlage 8; auch um diese Sanierung plus Umzug muss sich Brandt »nebenher« kümmern.

Im Bauamt sei er gut angekommen. Die Kollegen hätten ihm in den ersten beiden Wochen alle Projekte vorgestellt. Bei der Sanierung der Kaiserstraße sei es wichtig, Verkehrsräume »neu zu denken«; die E-Mobilität verändere vieles. Wichtig aber sei: »Wir müssen die Kaiserstraße zeitnah realisieren, damit die Innenstadt nicht ausblutet.« Deshalb auch der Verzicht auf die Testphasen mit Einbahnstraße und Fußgängerzone.

Brandt kann sich vorstellen, die Allee von den Häusern abzurücken. Durch ein kluges Beleuchtungskonzept könne man die Fachwerkhäuser besser zur Geltung bringen.

Auf die Zusammenarbeit mit der Politik, die er schon aus Bad Nauheim kennt, freue er sich, sagt Brandt. Seine Rolle sei es, die Dinge »auf eine sachliche Ebene zu bringen«. Er sieht sich »als Berater für Bürgermeister und Kommunalpolitik«, sei offen für Anregungen und Kritik.

Seine kommunalpolitische Feuerprobe bestand Brandt am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, wo Bürgermeister Antkowiak den neuen leitenden Mitarbeiter der Politik vorstellte. Brandt erläuterte das Wettbewerbsverfahren zur Kaiserstraße, Nachfragen beantwortete er souverän.

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