1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Friedberg

Verkehrschaos nach Sperrung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jürgen Wagner

Kommentare

jw_dor1_150422_4c
Der eine wendet, der andere fährt übern Acker: Verkehrsregeln sind für viele Autofahrer Kann-Bestimmungen. © pv

Friedberg (jw). Drei Tage Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Dorheim: Angesichts uneinsichtiger Verkehrsteilnehmer und eines untätigen Rathauses, sei das Chaos absehbar gewesen, sagt der Ortsvorsteher Dr. Klaus-Dieter Rack (SPD).

An der Ortseinfahrt in Höhe des Friedhofs wurde 2012 die Vorfahrt geändert, der alte Fahrbahnteiler blieb aber auf dem Asphalt zurück. Es kam zu Irritationen und Unfällen. Rack initiierte im Oktober 2021 einen Ortstermin mit Hessen Mobil, der städtischen Straßenverkehrsbehörde und dem Tiefbauamt. Anfang der Woche wurde die »Problemkurve« entschärft: Der Fahrbahnteiler wurde entfernt, die Fahrbahndecke abgefräst und neu asphaltiert. Neue Markierungen wurden aufgetragen. »Fachgerecht und zügig« seien diese Arbeiten erledigt worden, sagt Rack.

Der Ortsvorsteher fragt sich aber, warum die Fahrbahnmarkierungen am Übergang zur Stadtstraße nicht gleich miterneuert wurden. Somit müsse die Straße später noch einmal gesperrt werden. Die Hinweise auf die Absperrung seien nicht durchgängig angebracht worden. Rack meldete dies dem Rathaus. Dort hieß es, alles sei geregelt, der Ortsvorsteher solle sich an Hessen Mobil wenden. Rack: »Es war aber eben nicht so, und für den Ortsvorsteher ist stets die Stadt der Ansprechpartner, nicht eine externe Behörde.«

Für Linienbusse wurde eine Ausweichstrecke eingerichtet. Da die alten Haltepunkte aber nicht unkenntlich gemacht wurden, stand »am Montagmorgen prompt der Linienbus vor der Absperrung am südlichen Ortsrand. Der Busfahrer sagte, er habe von der Linienänderung nichts gewusst, innerörtlich auch nichts gesehen. Er hat sich dann rückwärtsfahrend durchmanövriert und an der Straße ›Zur Kirche‹ gewendet«. Am Dienstagmorgen habe sich ein Lkw vor Dorheim festgefahren, sei beim Wendemanöver in den Graben gerutscht und musste mit einem Kran herausgehoben werden.

Rack: »In diesen drei Tagen haben unzählige Fahrzeug-Lenker unter Beweis gestellt, dass sie mindestens zum Sehtest fürs Schilderlesen müssten oder dass ihnen Sperrhinweise und Regeln schlichtweg wurscht sind.« Rack spricht von »assozialem Fahrverhalten in den engen Ortsgassen und auch auf Gehwegen bei Tag und bei Nacht sowie auf jedem Feld- und Wirtschaftsweg rund um den Ort. Schon eine Minimalkontrolle seitens des Ordnungsamts hätte der Stadtkasse viele Einnahmen beschert«. Kontrollen habe es aber wegen vorösterlicher Personalnot keine gegeben. Als die Markierungen am Mittwochmorgen aufgebracht waren, wurden Pkw und Lkw beobachtet, die über die Gehwege seitlich an den Absperrungen vorbeifuhren. Teile der Absperrungen seien weggeschoben worden.

Auch dies meldete Rack dem Rathaus, aber ohne Reaktion. Für 11 Uhr wurde lediglich die Aufhebung der Sperrung angekündigt, die dann um 16 Uhr tatsächlich beendet war.

Fazit: Nichts hat funktioniert

Racks Fazit: Keine Kontrollen seitens des Rathauses; das Chaos, das vor Wochen in Fauerbach beobachtet wurde, hat sich wiederholt; viele Verkehrsteilnehmer scheren sich nicht um die Regeln; die Stadt sieht tatenlos zu. Jetzt, meint der Ortsvorsteher, bleibe abzuwarten, ob die Problemkurve durch die Änderungen auch wirklich entschärft sei.

Auch interessant

Kommentare