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»Von 60ern und modernen Einbildungen«

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Von: red Redaktion

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Thorsten Zeller präsentiert seinen Text »Die Bühne, unendliche Weiten«. © pv

Friedberg. Wer den Burggarten kennt, weiß um dessen verwunschene Eigenschaften. Die Musikschule nutzte diese Szenerie für eine Veranstaltungsreihe, welche dem Konzept »Pop & Poetry« von Kai Michel und Thorsten Zeller eine zauberhafte Bühne bot.

»Von 60ern und modernen Einbildungen«, besagte das Motto des Events. Songwriter, Autor und Schlagzeuglehrer Kai Michel und der renommierte Poetry-Slammer Thorsten Zeller wollen damit den Geist der 60er näher bringen und Musik und Poesie miteinander verbinden.

Nach einer Begrüßung von Musikschulleiter Bert Jonas, trat Zeller auf die Bühne und präsentierte inklusive einer A-cappella-Einlage des Beatles Song »Help«, einen Text, der sich auf das Phänomen der bedingungslosen Hilfsbereitschaft im Alltag bezog.

Geschichten

mit Wortwitz

Im Anschluss starteten die »Törnarounds« mit dem selbst geschriebenen Song »Sing it again«, der zum Andenken an David Bowie, Leonard Cohen, Prince und Tom Petty entstanden ist und Zitate besagter Künstler integrierte. Es folgten die Songs »Friday I’ll be fine« und »Setting the Sun«. Bei Letzterem präsentierte Drummer und Produzent der »Törnarounds« Moritz Hermann ein gekonntes Schlagzeugsolo.

Während die Songs von Michel und den »Törnarounds« stilsicher Einflüsse von Americana, Pop der 60er und einen »Beatles-Vibe« vermittelten, entpuppte sich der Song »Butterfly Zoo« als eine Hommage an die psychedelischen Genres vergangener Zeit.

Den ersten Teil des musikalischen Parts der Veranstaltung beendete die Band mit dem Song »Song not written yet«, den Zeller für seine nächste poetische Darbietung als Einleitung nutzte. Musik müsse dabei nicht unbedingt geschrieben werden, sie sei bereits in unserer Sprache enthalten, so der Dichter.

Zeller veranschaulichte das mit einer wortwitzigen Geschichte über seine Begegnung mit einer Dame namens »Mo«, in die er musikalisches Vokabular verpackte. Als die Frau ihn verließ, hieß es in der Erzählung: »Fortissimo!« (Fort-Ist-Sie-Mo!).

Es folgte der zweite musikalische Teil, in denen Songwriter Michel seine Interpretationen bekannter Beatles-Songs präsentierte. Nachdem Zeller die Premiere seines Textes mit den an die Serie »Star Trek« angelehnten Worten »Die Bühne, unendliche Weiten« einleitete und so einen Text zum Thema Wahrheit und der Frage, ob und wie wir sie hören wollen, vorstellte, gaben die »Törnarounds« Bob Dylan eines der letzten Worte. »Wenn jemand den Protestsong in den Rock’n Roll bringt, dann ist das Bob Dylan«, meinte Kai Michel, der damit Dylans damals kontroversen Umstieg auf die Elektrogitarre verteidigte und den Song »Buckets of Rain« anstimmte. Tony Volkov

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Kai Michel und die »Törnarounds« spielen eigene Interpretationen bekannter Beatles-Songs. Moritz Herrmann bietet ein gekonntes Schlagzeugsolo. © pv

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