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Wahre Helden in der Bestäuberkrise

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Von: red Redaktion

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Auch die Ackerhummel gehört zu den Wildbienenarten. FOTO: KARL-HERMANN HEINZ © Pressedienst des Wetteraukreis

Wetteraukreis (prw) Bestäuberkrise und Insektensterben: In diesem Zusammenhang wird oft die Honigbiene als Synonym für alle Bienen verwendet. Anlässlich des vierten Weltbienentages hat der Naturschutzfonds Wetterau auf die außerordentliche Bedeutung der Wildbienen aufmerksam gemacht.

Rund 570 Wildbienenarten leben in Deutschland. Zwischen drei Millimeter und drei Zentimeter groß werden die heimischen Wildbienen. Oft werden sie wegen ihrer geringen Größe oder ungewöhnlichen Färbung überhaupt nicht als solche erkannt. Wildbienen leben ohne Zutun des Menschen. Sie produzieren keinen Honig und nisten, anders als die Honigbiene, überwiegend einzeln. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie die Hummeln und die meisten Schmalbienenarten. Sie bilden kleine, einjährige Staaten und legen Vorräte an - für schlechte Tage.

Jedes Wildbienen-Weibchen kümmert sich selbst um seine Nachkommen. Dafür legt sie Brutzellen in vorhandenen Hohlräumen an, zum Beispiel in Holz oder in selbst gegrabenen Gängen in Abbruchkanten, im Erdboden oder auch in leeren Schneckenhäusern.

Die beliebten Nisthilfen und Bienenhotels können nur von Arten besiedelt werden, die auch üblicherweise in markhaltigen Stängeln wie zum Beispiel von Brombeer- und Holunderbüschen nisten. Nur ein Drittel der Wildbienenarten profitiert daher von diesen Bienenhotels.

Fehler bei der Konstruktion und der Wahl des richtigen Materials können für die Wildbienen dramatische Folge haben. So ist zum Beispiel von Nadelholz abzuraten, es ist zu weich, und die Bohrlöcher geraten nicht sauber. Krabbelt eine Biene rückwärts hinein verletzt sie ihre zarten Flügel. Ein sicheres Todesurteil für die Biene und ihre Brut.

Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau, rät: »Am besten ist es, sich vor dem Bau oder Kauf einer Nisthilfe über die genauen Ansprüche der Wildbienen zu informieren. Wenn möglich lässt sich im Garten auch ein kleiner Bienenhügel aus Lehm oder Sand anlegen. Knapp 400 der 570 Wildbienenarten lassen sich damit einfach und effektiv unterstützen.« 75 Prozent aller Bestäubungsarbeit leisten wild lebende Bestäuber, von denen Wildbienen den größten Anteil stellen. Die Bestäubungsleistung der Wildbienen wird durch die Arbeit der Honigbiene lediglich ergänzt. Besonders beeindruckend: für die Bestäubung eines Hektars Apfelbäume reichen wenige hundert Weibchen der Gehörnten Mauerbiene, einer Wildbiene. Für die gleiche Aufgabe sind hingegen mehrere zehntausend Arbeiterinnen der Honigbiene nötig.

Die meisten Arten der Wildbienen sind an offene, trocken-warme Lebensräume angepasst. Magere Grünlandstandorte, wie die Magerrasenvorkommen des Wetteraukreises sind als Nahrungsquelle für Wildbienen von besonderer Bedeutung. Die kleinen, fleißigen Helfer sind allerdings auch auf struktur- und blütenreiche Agrarlandschaften angewiesen.

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