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Weiter Streit um Belegung der Sportplätze

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Von: Jürgen Wagner

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So wie hier beim Gewinn des Kreispokals in Rodheim, wollen die Fußballer von Türk Gücü Friedberg ab der kommenden Saison auf dem Burgfeld jubeln. Nicht allen Vereinen gefällt das. ARCHIV © Nicole Merz

Ab August spielt Hessenligist Türk Gücü Friedberg auf dem Burgfeld. Die Platzbelegung schmeckt nicht allen Vereinen in Frieberg. Im Sportausschuss wurde kontrovers diskutiert.

In der höchsten hessischen Amateurliga der Fußballer gelten für die Austragungsorte der Spiele feste Regeln. Es muss beispielsweise neben dem regulären Spielfeld stets ein Kunstrasenplatz vorhanden sein, es gibt Anforderungen an Parkplätze, Umkleiden, Sicherheitsmaßnahmen. Für Schiedsrichter muss es eigene Duschen geben. All dies ist in Friedberg nur auf dem Burgfeld vorhanden. Somit gab es aus Sicht der Stadt keine Alternative: Türk Gücü Friedberg, der derzeit erfolgreichste Fußballverein in der Wetterau, spielt ab kommender Saison auf dem Burgfeld.

Schon vor einigen Jahren gab es Platzprobleme, Türk Gücü wich nach Rosbach aus. Die Verträge dort wurden nicht noch einmal verlängert, die Stadt Friedberg war in Zugzwang. Holger Kopsch, Abteilungsleiter Sport im Rathaus, erarbeitete einen Belegungsplan, der mit den Vereinen in einer dreistündigen Sitzung abgestimmt wurde. »Alle Argumente wurden ausgetauscht, wir haben aber noch keine beruhigte Lage.«

Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) hatte das Thema auf die Tagesordnung gehoben, »um den Sportausschuss zu informieren, damit nicht jeder jedem Gerücht nachläuft.« Denn es brodelt in der berühmten Gerüchteküche. Aus den Reihen des VfB Friedberg wird weiter Stimmung gegen den neuen Belegungsplan gemacht. So wurde kolportiert, Türk Gücü wolle den angebotenen Trainingsplatz in Bruchenbrücken nun doch nicht nutzen; und die Sportplätze in Dorheim und Ockstadt würden weniger in Anspruch genommen als andere, weil der Bürgermeister in Dorheim wohne und Kopsch in Ockstadt Fußball spielt. Doch, richtig gelesen, auf diesem Niveau verläuft der Streit hinter den Kulissen.

Dabei gibt es auch für Dorheim und Ockstadt Belegungspläne, und die sind nach Auskunft von Kopsch genauso pickepackevoll wie bei den übrigen Plätzen. Wie Kopsch sagte, gebe es für die übrigen Vereine, die auf dem Burgfeld ihrem Sport nachgehen - die Leichtathelten des TSV Friedberg-Fauerbach, die Fußballer vom VfB und von Blau-Gelb - nur geringfügige Änderungen. »Die meisten Vereine haben Zustimmung signalisiert.«

FDP will Aussprache verschieben

Wäre es nach dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Achim Güssgen-Ackva gegangen, wäre die Vorstellung des neuen Belegungsplan auf die kommende Ausschusssitzung verschoben worden. Das hatte Güssgen-Ackva beantragt, damit man in der Aussprache auch die Vereine zu Wort kommen lassen könne. Bei den übrigen Parlamentariern sorgte der Vorstoß für Stirnrunzeln. Die Aussprache mit den Vereinen habe es gegeben, sagte Bürgermeister Antkowiak; heute gehe es darum, den Ausschuss über die Entscheidungen zu informieren. Aber gerne könne man das Thema in der nächsten Sitzung mit vorheriger Ankündigung, damit auch Vereinsvertreter anwesend sind, erneut diskutieren.

Güssgen-Ackva wollte wissen, warum Türk Gücü nicht in Bruchenbrücken traniert. Wie Kopsch sagte, trainieren derzeit die 1. und die 2. Mannschaft von Türk Gücü zusammen in Ossenheim, dem Trainings- und Spielort der 2. Mannschaften. Ob die 1. Mannschaft den Platz in Bruchenbrücken zum Trainieren nutzt, werde Türk Gücü noch entscheiden. Und wenn nicht, könne man besser planen, wenn der Platz in Fauerbach umgebaut wird.

Noch ein Argument wurde genannt, warum Türk Gücü seine Spiele nicht auf dem Sportgelände in Bruchenbrücken austragen kann: Die Duschen im Keller sind nur über enge, stählerne Wendeltreppen zu erreichen, was den Mannschaften laut Hessischem Fußballverband nicht zuzumuten ist. Die Ausschussvorsitzende Martina Pfannmüller (CDU) kommentiert dies mit den Worten: »Aber das sind doch Sportler!« Bevor das Niveau der Diskussion ins Bodenlose sank, wurde die Aussprache beendet.

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