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West-Ost-Gefälle ausgleichen

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (pm). In der Reihe der Gesprächsrunden des Kreiselternbeirats (KrEB) mit den Kreistagsfraktionen waren kürzlich Vertreter der Linken zu Gast in einer Videokonferenz des Gremiums. Aus der Politik waren dabei: Gabi Faulhaber (Ausschuss für Jugend, Soziales, Familie, Gesundheit und Gleichstellung sowie Haupt-, Finanz- und Personalausschuss), Malin Potengowski (Ausschuss für Regionalentwicklung) und Anja El Fechtali (Bildungsausschuss).

Eröffnet wurde das Gespräch mit der Frage aus dem KrEB, ob sich auch die Wetterauer Linke der Forderung der Landespartei nach flächendeckender Ausstattung aller Klassenräume mit Luftfiltergeräten anschließe, schreibt der Kreiselternbeirat in einer Pressemitteilung. Dies hätten die Wetterauer Abgeordneten bejaht. Guter Unterricht müsse für alle Schüler und Schülerinnen sichergestellt werden, auch in einer wieder verschärften Pandemielage im kommenden Herbst und Winter. Nach Möglichkeit in Präsenz, wenn nötig auch als digitaler Distanzunterricht.

Die bisherigen Distanzphasen hätten jedoch riesige Lücken bei den digitalen Angeboten aufgezeigt. Dies hat auch der KrEB wiederholt kritisiert.

Einen Teil des Problems sehen KrEB und Linke-Abgeordnete in der technischen Ausstattung der Schulen, der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler. Diese brauchten Endgeräte und Internetzugang auch zu Hause, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Digitaler Unterricht müsse für alle zugänglich sein, betonte die Linke. Zur technischen Ausstattung müsse aber auch die Kompetenz im Umgang mit Geräten und Medien kommen. Um Schülern und Schülerinnen Medienkompetenz vermitteln zu können, müssten auch die Lehrkräfte entsprechend ausgebildet und Unterrichtskonzepte entwickelt werden.

Investitionen nicht ausreichend

Schulen im Wetteraukreis kämpfen zunehmend mit fehlenden Räumen zur Bewältigung steigender Schülerzahlen und neuer Aufgaben, so der KrEB. Auf die Frage nach Ursachen für den Bau- und Sanierungsstau nannten die Linke-Vertreterinnen die Einsparungen während des Schutzschildes des Landes von 2013 bis 2016. Auch danach sei nicht ausreichend in Schulen investiert worden. Die Linke sehe zudem ein Investitionsgefälle zwischen West- und Ostkreis sowie zwischen einzelnen Schulformen. Gymnasien seien besser ausgestattet als Gesamt- oder Förderschulen. Entsprechend ihres bildungspolitischen Programmes möchte die Partei andere Prioritäten setzen: längeres gemeinsames Lernen solle stärker gefördert werden, ebenso seien weitere Investitionen in die Inklusion an den Schulen notwendig.

Beim Thema Ganztagsangebote an Schulen waren sich KrEB und Linke einig, dass zur Realisierung des Rechtsanspruches bis 2026 auch inhaltliche Mindeststandards für die Betreuung geschaffen werden müssten. Die Anforderungen im Ganztag gingen über den klassischen Schulunterricht hinaus. Lehrkräfte müssten durch weitere Fachkräfte in multiprofessionellen Teams unterstützt werden. In diesem Zusammenhang fordert die Linke auch den Ausbau der Schulsozialarbeit im Wetteraukreis.

Abschließend ging es um die aktuelle Herausforderung in den Schulen, die Aufnahme der aus der Ukraine geflüchteten Kinder. Jetzt sei uneingeschränkter Beistand für diese jüngsten Opfer des Krieges gefordert, war sich die Runde einig. Der KrEB sieht auch hier eine wichtige Aufgabe von Schule, weit über die Vermittlung von Fachwissen hinaus: Selbstbewusstsein und Resilienz einer Gesellschaft zu fördern, ihre demokratischen Werte zu leben und zu verteidigen.

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