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Wetterau: Auf Tuchfühlung mit den Künstlern des Ovag-Varietés

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Von: Hanna von Prosch

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Die 40 Leserinnen und Leser der Wetterauer Zeitung - mit Jongleurin Niki in der Mitte auf ihrem »V-Table« - sind begeistert von der exklusiven Backstage-Führung, die sie gewonnen haben. © Hanna von Prosch

Was passiert auf und hinter der Bühne des Ovag-Varietés? Technik und Abläufe, Interessantes zu den Artisten und ihren Künsten, das erfuhren 40 ausgeloste Leserinnen und Leser in einer Führung.

Es waren 1000 Bewerbungen auf 40 Karten: Die Backstage-Führung durchs Ovag-Varietés im Dolce Bad Nauheim mit Andreas Matlé, verbunden mit einer Eintrittskarte zur Show, war sehr gefragt. Niemand der Leserinnen und Leser der Wetterauer Zeitung hatte mit dem exklusiven Gewinn gerechnet. Um so größer war die Überraschung. »Wir hatten uns schon Karten für nächste Woche gekauft. Dann gehen wir eben zweimal hin oder ich verschenke sie«, verriet »Glückskind« Inge Knapp aus Ulrichstein, die mit ihrer Tochter gekommen war.

Zu Beginn erklärte Matlé, dass sich das Ovag-Varieté aus seinen zwei Shows mit acht Artisten im Jahr 2006 bis heute zum größten Varieté Europas entwickelt habe. Aus 16 Ländern kommen die Artisten. Bis zu 130 Video-Bewerbungen gehen jährlich ein. »Wir können sie nicht alle anschauen, aber alle bekommen eine Antwort. Die gute Atmosphäre hat sich bei den Künstlern herumgesprochen. Sie kommen gerne«, bestätigt er.

Ovag-Varieté: Artisten für zweistündige Probe eingeflogen

Bester Beweis sind die Rollschuhartisten Emelie aus Schweden und Royer aus USA: Sie flogen zwischen Aufritten beim Cirque du Solei, in Boston, der Elfenbeinküste und Stockholm mal eben zu einer zweistündigen Probe in Bad Nauheim ein. Nach ihrer schwindelerregenden Kurzvorführung wagte sich erst auf inständiges Bitten hin WZ-Leserin Alena Haschtmann aus Friedberg in ihre Mitte. Nach dem Rollschuhdreh in der Waagerechten sagte sie noch leicht benommen: »Ich habe mich komplett sicher gehalten gefühlt. Nur als ich wieder auf den Beinen war wurde mir schwindelig.« Da Alena bereits als Schülerin auf der Bühne des Dolce stand, sei dieser Besuch für sie wie ein Wiederkommen. Die Gruppe staunte auch, was Bühnenmeister Walter Schmidt über seine Aufgabe erzählte. Er hat dafür zu sorgen, dass alle Sicherheitsvorschriften im Bühnenhaus und im 18 Meter hohen Bühnenturm eingehalten werden. Zur Demonstration ließ er den sogenannten »eisernen Vorhang« herunter.

Sein Kollege Dominik Paysan ist schon seit 16 Jahren beim Ovag-Varieté. Der Friedberger kümmert sich unter anderem um Requisiten, die richtigen Standmarkierungen auf dem Boden und dass die Künstler pünktlich auf die Bühne kommen. Von ganz oben hinten im Saal steuern Licht- und Ton-Operator die zuvor programmierte Show.

Ovag-Varieté: Wenige Künstler aus Deutschland

Einer der wenigen aus Deutschland engagierten Künstler ist Showpilot Daniel Golla. Mit seinem 150 Gramm leichten Fluggerät nimmt er das Publikum mit auf eine spektakuläre Reise, wobei er passend zur Musik Loops dreht, durch Reifen steuert und vieles mehr. Modellfliegen sei schon von klein auf seine Leidenschaft gewesen, antwortet er auf eine Frage. Mit dieser Nummer habe er sich ein Alleinstellungsmerkmal in Europa geschaffen.

»Ich gewinne nie und war auch noch nie hinter einer Bühne«, gesteht strahlend Peter Dillmann aus Gießen. Fünfmal sei er schon selbst beim Ovag-Varieté gewesen und habe immer Karten verschenkt, weil es so toll sei. Nun hat der Sportlehrer sogar einen eigenen Auftritt: Niki, die 32-jährige Ukrainerin, jongliert mit Bällen und fordert ihn auf, es auch einmal zu versuchen. Das gelingt dem Glückspilz gut, auch wenn neben den zwei Händen ein »V-Table« im Spiel ist. Er schafft es mit drei Bällen im »V« zu jonglieren, während Niki 14 Bälle locker bewältigt.

Ovag-Varieté: »Führung war ein Höhepunkt«

Am Rande unterhält sich WZ-Leserin Christel Heptner aus Nidda mit der sympathischen Künstlerin und erfährt, dass diese vor zwei Jahren mit ihrer Mutter aus der Ukraine kam, wo sie das Jonglieren lernte. Heptner riet ihr, unbedingt mehr Deutsch zu sprechen und gab ihr gleich eine Lektion. Vom Varieté ist die Leserin der Wetterauer Zeitung stets beeindruckt: »Es ist jedes Jahr anders und immer interessant. Die Führung heute war aber ein Höhepunkt. So nah war ich den Künstlern noch nie.«

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