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Wetterau: Feuerwehren gewinnen im Bezirk - Knappes Rennen

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Die Feuerwehr Ober-Mockstadt bindet Knoten beim Bezirksentscheid. © pv

Monatelang haben die Feuerwehren aus Ober-Mockstadt und Dorheim für den Bezirksentscheid der Leistungsübung trainiert. Das Rennen entschied sich knapp zwischen den beiden.

Bei dem Bezirksentscheid der Feuerwehr-Leistungsübung im Regierungsbezirk Darmstadt haben auch zwei Wetterauer Feuerwehren teilgenommen. Die Feuerwehr Ober-Mockstadt belegte bei der Veranstaltung am vergangenen Samstag den ersten Platz, die Feuerwehr Dorheim den zweiten - beide haben sich somit auch für den hessenweiten Landesentscheid qualifiziert.

Diesem Bezirksentscheid ging der Kreisentscheid voraus, der Ende Mai in der Wetterau stattfand. Die Feuerwehren Ober-Mockstadt und Dorheim belegten dort die ersten beiden Plätze, womit sie sich für den Bezirksentscheid qualifizierten.

Feuerwehren in der Wetterau: Löschangriff und Knoten binden

An der Leistungsübung kann man als Gruppe oder als Staffel teilnehmen. Eine Gruppe besteht aus neun Personen, eine Staffel aus sechs. Die Übung setzt sich zusammen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. »Zu Beginn müssen 15 Fragen von sechs Kameraden in zehn Minuten beantwortet werden«, sagt Kevin Schwefel, Wehrführer der Dorheimer Feuerwehr. Bei der Staffel entspricht das der vollen Personenanzahl, bei einer Gruppe zwei Drittel der Feuerwehr-Mitglieder. Der Fragenkatalog umfasse etwa 700 feuerwehrspezifische Fragen, sagt Schwefel.

Darauf folgt die praktische Übung, die im Vorfeld festgelegt wird: »Es ging um einen Löschangriff in Form eines Innen-Angriffs. Eine Person musste mit Atemschutz aus einem Gebäude gerettet werden«, sagt Tim Kipper, Wehrführer und Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Mockstadt. Außerdem müsse mit einem Außen-Angriff die Brandausbreitung über eine Steckleiter verhindert werden, fährt er fort. Danach müssten vier Mitglieder jeder Feuerwehr Knoten und Stiche am Knoten-Balken binden. Per Los wird entschieden, wer welchen Knoten oder Stich binden muss. Neben korrekter Ausführung zähle dort auch die Zeit.

Feuerwehren in der Wetterau: Freiwillige Feuerwehr Dorheim übt seit Januar

Bei dem Löschangriff spiele auch nicht nur die korrekte Ausführung eine Rolle, sondern auch die Zeitvorgabe. »Wenn man als Gruppe, also mit neun Personen antritt, hat man siebeneinhalb Minuten Zeit. Tritt man als Staffel an, also mit sechs Personen, sind es achteinhalb Minuten«, sagt Kipper. Beim Kreisentscheid, sei die Zeit schon mal ein Thema, beim Bezirksentscheid würden es aber eigentlich alle im Zeitfenster schaffen, erzählt er. »Durch das Wertungssystem ist eine Vergleichbarkeit zwischen der Gruppe und der Staffel gegeben«, sagt Kipper. Früher habe es Fehler-Punkte gegeben, heute gebe es nur Punkte, wenn man etwas richtig mache, schildert Schwefel.

Die Freiwillige Feuerwehr Dorheim habe sich seit Januar auf den theoretischen Teil vorbereitet: »Für den Praxis-Teil haben wir dann im April begonnen. Mittlerweile sind wir schon geübt. Da weiß jeder, was er wo zu tun hat«, sagt er.

Feuerwehren in der Wetterau: 0,4 Prozentpunkte auseinander

Ober-Mockstadt hat mit 94,5 Prozent den Bezirksentscheid für sich entschieden. Dorheim folgt auf dem zweiten Platz mit 94,1 Prozent dicht dahinter. »Das sind nur 0,4 Prozentpunkte, das war super knapp«, betont Kipper. Und was hat Ober-Mockstadt noch zu den vollen 100 Prozent gefehlt? »Das lag am theoretischen Teil«, räumt er ein. Außerdem habe es einen kleinen Fehler in der Praxis gegeben: »Die Wasserversorgung war nicht ganz herzustellen. Das wurde aber schnell behoben. Es gab einen kleinen Abzug«, sagt er.

In den vergangenen Jahren sei Ober-Mockstadt relativ erfolgreich gewesen. »Wir sind 2017, 2018 und 2019 sogar Landesmeister geworden«, sagt er.

Feuerwehren in der Wetterau: »Größter Erfolg bisher«

Aber auch Dorheim ist bei den Platzierung weit vorne: 2019 haben sie den Kreisentscheid gewonnen, dieses Jahr ziehen sie als Zweitplatzierte zum Landesentscheid ein. »Die Stimmung war super gut«, sagt Schwefel. Sie seien nicht frustriert, dass es nur der Vize-Titel geworden sei: »Das ist der größte Erfolg, den wir bislang einfahren konnten.«

Am 25. September geht es für beide Wetterauer Feuerwehren zum Landesentscheid. Dieser findet in Pfungstadt im Kreis Darmstadt statt. Insgesamt seien dort 21 Mannschaften am Start, schildert Kipper. »Sechs kommen aus dem Regierungsbezirk Darmstadt, drei aus dem Bezirk Gießen und die restlichen elf aus dem Bezirk Kassel«. Der hessenweite Entscheid ist die letzte Instanz.

Aus Ober-Mockstadt haben bei der Leistungsübung Lars Kipper, Nicolai Mickel, Tim Kipper, Lisa Burhenn, Lukas Frech und Tobias Ott teilgenommen. Für die Dorheimer Feuerwehr waren beim Wettbewerb am Start: Kevin Schwefel, Markus Strack, Tizian Hankel, Robin Schutt, Annette Hankel, Philipp Hankel, Thorsten Hankel, David Ditschler, Sonja Frühschütz und Einheitsführer Jörg Redetzky.

Info: Knoten und Stiche setzen

Bei der Feuerwehrleistungsübung ist ein Teil des praktischen Teils das Binden von Knoten und Stichen. Laut der Satzung der Hessischen Landesfeuerwehrschule müssen von jeder Mannschaft vier Knoten gebunden werden, drei davon werden mit einem »Spierenstich« auf die anderen Knoten gesichert.

Der erste Knoten am Knoten-Balken soll ein gestochener Mastwurf sein. Damit kann man das Seil an einem Gegenstand befestigen. Der zweite ist der Schotenstich. Er verbindet Seile miteinander, auch ungleich starke. Als dritter Knoten wird ein Achterknoten gebunden, der als sichere Schlaufe gilt und in absturzgefährdeten Bereichen eingesetzt wird. Der vierte Knoten ist ein Brustbund, der mit einem Pfahlstich geschlossen ist. Er sichert beispielsweise zu rettende Personen gegen einen Absturz.

Der Gruppenführer selbst darf keine Knoten und Stiche binden, kann aber verbale Unterstützung anbieten.

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Die Feuerwehr Ober-Mockstadt freut sich gemeinsam mit Dorheim über das gute Abschneiden beim Bezirksentscheid. © pv

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