1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Friedberg

Wetterau: Zoe, Grace und Lucia Herrmann - Schülerin der Lioba gewinnt Kreis-Vorlesewettbewerb

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kim Luisa Engel

Kommentare

keh_lucia2_190222_1_4c
In ihrem Video liest Lucia Valentina Herrmann von der Lioba aus »Zoe, Grace und der Weg zurück nach Hause« - und gewinnt den Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs. © pv

Die zwölf Schulsieger der nördlichen Wetterau haben sich beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs gemessen. Gewinnerin Lucia Herrmann darf nun im Bezirksentscheid antreten.

Der eckige weiße Jurytisch steht mitten in der Stadtbibliothek von Bad Nauheim. Ringsherum Regale, über und über gefüllt mit Büchern. Welcher Ort würde sich besser für den Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs Wetterau Nord eignen als dieser? Doch inmitten all der Bücher und Juroren fehlt etwas - etwas ganz entscheidendes: die Vorleser und Vorleserinnen.

Denn auch in diesem Jahr findet der Wettbewerb wegen der Pandemie online statt. Die zwölf Schulsieger haben vorab ein Video eingereicht, in dem sie eine Textstelle aus einem frei gewählten Buch vorlesen. Dabei haben sie einmal mehr bewiesen, dass sie die Besten der Besten sind. Eine schwere Entscheidung, die die Jury - bestehend aus Ruth Krämling (Buchhandlung am Park), Sabine Coldehoff (Stadtbibliothek), Georg Rainer (Lehrer an der Adolf-Reichwein-Schule Friedberg) und Kim Engel (Wetterauer Zeitung) - zu treffen hatte. Dementsprechend knapp fiel diese am Ende aus. Doch nach zwei Stunden Beratung stand fest: Lucia Valentina Herrmann von der Sankt-Lioba-Schule ist die Siegerin.

Wetterau: Siegerin liest Buch von Allan Stratton

Die Sechstklässlerin las aus dem Buch »Zoe, Grace und der Weg zurück nach Hause« von Allan Stratton. In dem herzerwärmenden und abenteuerlichen Roman geht es um Zoe und ihre engste Freundin, ihre Oma Grace. Doch die vergisst manchmal Dinge, was immer schlimmer wird. Doch als Zoes Eltern Grace in einem Pflegeheim für Alzheimer-Patienten unterbringen wollen, beschließt das Mädchen, mit ihrer Oma durchzubrennen - eine abenteuerliche Reise beginnt.

Im Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs Wetterau Nord lasen zwölf Schulsieger aus Nidda, Gedern, Wölfersheim, Bad Nauheim, Butzbach und Echzell. Zuvor hatten sich die Sechstklässler in ihren Klassen und anschließend beim Schulentscheid durchgesetzt. Neben Urkunden erhält jedes Kind auch ein Buch, Lucia Valentina bekommt als Siegerin ein zusätzliches. Sie ist eine der 555 besten Vorleser Deutschlands, die nun auf Bezirksebene weiter um die Wette lesen, dort könnte sie sich für den Landesentscheid qualifizieren - im Sommer winkt das große Finale.

Wetterau: Kreisentscheid auch in diesem Jahr digital

Organisiert wurde der Kreisentscheid von der Bad Nauheimer Buchhandlung am Park und der Stadtbibliothek, veranstaltet wird er von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Und die Regeln sind ganz schön streng: So muss das Vorlesebuch beim Kreisentscheid von einem anderen Autor stammen als bei den Vorrunden in der Schule, es darf auch kein Titel aus der gleichen Serie sein. Die ausgesuchte Textstelle darf nicht gekürzt oder verändert sein.

Einen Unterschied gibt es beim digitalen Entscheid aber: Es wird auf das Lesen eines unbekannten Textes verzichtet. Sonst müssen die Kinder neben »ihrem« Buch zusätzlich aus einem Fremdtext lesen, den sie erst an der Veranstaltung vorgelegt bekommen. »Viele lesen dabei sogar besser als in der ersten Runde«, berichtet Coldehoff aus ihrer Erfahrung als Jurymitglied. Vielleicht, mutmaßt sie, ließen die Schüler eher locker und gäben ihr Bestes, weil sie es nicht ändern könnten.

Wetterau: Strenge Regeln für Vorlesewettbewerb

Als Juroren hatten Coldehoff und ihre Mitstreiter die Videos vorab gesehen und über einen Bewertungsbogen Punkte vergeben. Neben der Lesetechnik galt es die Interpretation, aber auch die Textstellenauswahl zu beurteilen. Auch die Länge der Buchvorstellung, maximal eine Minute, und die Länge des Lesetextes, etwa drei Minuten, floss mit ein. »Wer kürzer liest, kann theoretisch weniger Fehler machen«, erklärt Krämling. Wörtliche Rede, beispielsweise ein Dialog, sei anspruchsvoller zu lesen als reiner Text.

In einer Sitzung stellten alle Juroren ihre Gesamtpunktzahl für jeden Leser vor, diese wurden addiert und eine abschließende Rangfolge erstellt - mit dem Endergebnis, dass Lucia Valentina Herrmann von der Sankt-Lioba-Schule gewonnen hat.

Info:

Die zwölf Schulsieger, die per Videoeinsendung am Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs Wetterau Nord teilgenommen haben, sind: Justin Kirschke (Stadtschule Butzbach), Cheyenne Lynn Wages (Schrenzerschule Butzbach), Hannah Al-Sanhani (Weidigschule Butzbach), Lennox Schiebel (Singbergschule Wölfersheim), Maya Bindewald (Singbergschule Wölfersheim), Lilienne Hepp (Internatsschule Institut Lucius Echzell), Leonora Kamardi (Ernst-Ludwig-Schule Bad Nauheim), Lucia Valentina Herrmann (St.-Lioba-Schule Bad Nauheim), Doresa Terstena (Frauenwaldschule Nieder-Mörlen), Nicklas Hofmann (Mittelstufenschule Nidda), Anouk Dörfler (Gymnasium Nidda) und Gabriela Rrustaj (Gesamtschule Gedern).

keh_jury_190222_4c_1
Sabine Coldehoff (l.) und Ruth Krämling bei der Juryarbeit in der Stadtbibliothek. © Kim Luisa Engel

Auch interessant

Kommentare