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Wetterauer Kreistag diskutiert über Klimaschutz

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Von: Jürgen Wagner

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Zurück zur Natur geht’s offenbar nur über die Technik, im Bild ein Heizkreisverteiler. Auch der Wetteraukreis untersucht, wo und wie er in seinen Gebäuden Energie sparen kann. Kommenden Mittwoch wird dies im Kreistag debattiert. © Imago Sportfotodienst GmbH

Die Politik drückt beim Klimaschutz aufs Tempo. Der Wetteraukreis will seine Klimaschutzziele erhöhen. Am kommenden Mittwoch, 20. Juli, wird das Thema im Kreistag diskutiert.

Die Bundesregierung hat im Juni 2021 höhere Ziele beim Klimaschutz beschlossen und dabei betont: Die öffentliche Hand hat eine Vorbildfunktion. Der Wetteraukreis zieht nun nach. Das im September 2020 beschlossene Klimaschutzkonzept wurde nachgebessert, Dezernent Matthias Walther (CDU) legt neue Ziele vor. So soll die Treibhausgasemission in Liegenschaften des Kreises bis 2030 um mindestens 65 Prozent gemindert werden, Klimaneutralität soll bis 2045 erreicht werden.

Der Wetteraukreis wird nur noch zertifizierten Grünstrom einkaufen, und der Fuhrpark soll bis Ende 2026 zu 50 Prozent auf Elektroantrieb umgestellt werden. Diese und weitere Punkte wie Öffentlichkeitsarbeit für den Klimaschutz und eine regelmäßige Klimaschutzkonferenz stehen am Mittwoch, 20. Juli, auf der Tagesordnung der Kreistagssitzung (Beginn 15 Uhr im Plenarsaal des Kreishauses). Aber reicht das? Die Grünen und die Linken sagen Nein und fordern mehr Anstrengungen beim Klimaschutz. Die Linke schlägt vor, bis 2030 mindestens 89 Prozent der Emissionen einzusparen und Klimaneutralität im Wetteraukreis bereits 2035 zu erreichen. Ein Vorschlag der Linken lautet, in allen Liegenschaften Trink- und Brauchwasser zu trennen.

Die Grünen peilen bis 2030 eine Minderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 75 Prozent an. Damit die Klimaneutralität deutlich früher als 2045 erreicht wird, haben die Grünen einen ganzen Katalog an Maßnahmen vorgeschlagen. Dies sind etwa der Bau klimaneutraler Gebäude und der Umstieg auf eine regenerative Energieversorgung bei Heizungsmodernisierungen. Die Verwaltung soll eine Fahrplan erstellen, »der den Weg weg von Gas und Öl in der Wärmeversorgung beschreibt«.

Ebenfalls um den Klimaschutz dreht sich ein Grünen-Antrag zum Potenzial kurzfristiger Energieeinsparmaßnahmen. Außerdem wird über die von der FDP vorgeschlagene Regionalpartnerschaft mit einer Region in Israel abgestimmt. Die AfD verlangt eine Beratungsstelle für Bürger bei Impfnebenwirkungen, die FDP fragt nach der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes in der Wetterau und dem Pflegekinderwesen, die Freien Wähler fordern ein externes Organisationsgutachten zur Ausländerbehörde und die Einführung von E-Bike-Leasing. Die Linke schließlich fragt nach Sozialwohnungen, die Grünen fordern Lüftungsanlagen für die Schulen und die AfD fordert eine Resolution zur Laufzeitverlängerung der noch in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke.

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