hed_rosbach_111221
+
Die Wasserburg in Nieder-Rosbach ist nur eins der zahlreichen Gebäude, die für den Aktionstag in Orange erstrahlen.

Zeichen gegen Gewalt gesetzt

  • Vonred Redaktion
    schließen

Wetteraukreis (pm). Am Tag der Menschenrechte gingen die »16 days of activism« des Aktionsbündnisses Wetterauer Frauenpower zu Ende. In vielen Veranstaltungen sind dabei Zeichen gesetzt worden gegen Gewalt, vor allem an Frauen und Kindern.

Der Zonta Club Bad Nauheim-Friedberg bot zusammen mit der Jugendarbeit Rosbach, dem Netzwerk gegen Gewalt und dem Fachdienst Frauen und Chancengleichheit Wetterau einen Online-Workshop gegen Gewalt im Netz an, um vor allem Mädchen und junge Frauen zu informieren und zu stärken. Im Alten Hallenbad in Friedberg inszenierte Veronika Brendel mit ihrer Theaterkompagnie Tagträumer & Friends das Stück »Variations Serieuses - weiblich geboren«. Der Soroptimist Club Bad Nauheim legte zusammen mit vielen Wetterauer Gastronomen einen orangen Bierdeckel mit Info-Telefonnummern auf, und der Verein Frauen helfen Frauen Wetterau zeigte den Film »Woman - 2000 Frauen, 50 Länder, 1 Stimme«.

Am 25. November, dem Hauptaktionstag, gab es gleich in mehreren Kommunen Aktionen. Insgesamt erstrahlten kreisweit über 25 Gebäude und Wahrzeichen in leuchtendem Orange. »Die Farbe Orange bringt Licht ins Dunkel von Gewalt«, erklärte Julia Buettner, Präsidentin des Zonta Clubs, in einem Live-Interview mit dem HR. Gleich drei Bürgermeister eröffneten die Aktion sozusagen offiziell, Dr. Isabell Tammer (Münzenberg), Dirk Antkowiak (Friedberg) und »Hausherr« Klaus Kress (Bad Nauheim) lobten die Initiative und hoben ihre Unterstützung hervor. »Zum Glück haben wir in der Wetterau ein gut funktionierendes Beratungs- und Versorgungsangebot«, erklärt Anne Hantschel vom Frauen-Notruf Wetterau. Der Verein mit Sitz in Nidda berät Frauen und Mädchen (ab 16 Jahren) bei körperlicher, seelischer oder sexualisierter Gewalt. Die Betroffenen werden persönlich oder telefonisch, aber auch per Video- und Online-Kontakt beraten. Das Angebot steht auch Angehörigen und Fachkräften bei Fragen oder Verdachtsmomenten offen. »Das Spektrum deckt sehr viele Bereiche ab, zum Beispiel häusliche Gewalt, versuchte oder vollendete Vergewaltigung, K.o.-Tropfen, verbale Bedrohung und sexuelle Belästigung.«

In Bad Nauheim in den Kolonnaden 17 berät Wildwasser Wetterau ebenfalls Betroffene, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben oder erleben. Auch Bezugspersonen und Fachkräfte können sich an die Fachberatungsstelle wenden. Die Beratung erfolgt persönlich, telefonisch oder online, kostenlos und auf Wunsch anonym. Zum weiteren Angebot gehören eine kindertherapeutische Unterstützung, Fortbildungen sowie Präventionskurse.

In Friedberg ist die Beratungs- und Interventionsstelle von Frauen helfen Frauen Wetterau angesiedelt. Hier wird zu allen Formen häuslicher Gewalt, Stalking, zum Gewaltschutzgesetz und zu digitaler Gewalt beraten. Dazu gibt es Flyer in einfacher Sprache und neun Fremdsprachen. Zudem besteht das Angebot der Beratung in leichter Sprache und Gebärdensprache. Frauen helfen Frauen bietet Präventionskurse an, berät Fachpersonal, Angehörige und kooperierende Institutionen.

Nach einer Vergewaltigung haben Betroffene die Möglichkeit, sich im Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim medizinisch versorgen zu lassen - unabhängig davon, ob Anzeige bei der Polizei erstattet wurde. Auf Wunsch können die Spuren gerichtsfest gesichert und für ein Jahr anonymisiert aufbewahrt werden.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare