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»Frieden ist zerbrechlich«

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Von: red Redaktion

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Mitglieder der Europa-Union Wetterau, der Landes- und der Limeshainer Kommunalpolitik sowie Mitarbeiter der Limeshainer Verwaltung bei der symbolischen Baumpflanzaktion in Himbach. © pv

Limeshain (red). Einen Baum als Zeichen für den Frieden zu pflanzen - dass diese Tradition der Europa-Union Wetterau in diesem Jahr angesichts des Krieges in der Ukraine einen besonderen Stellenwert hatte, verdeutlichten Redner jetzt vor der Limeshainer Verwaltung in Himbach. Mitarbeiter des Bauhofs hatten dort einige Tage zuvor fachmännisch eine Rotbuche gepflanzt.

Bürgermeister Adolf Ludwig (SPD) verurteilte vor Vertretern der 1977 gegründeten Europa-Union Wetterau, zahlreichen Kommunal- und Landespolitikern sowie Mitarbeitern der Verwaltung im Namen aller, die sich in der Limeshainer Politik engagieren, den Angriff Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste. Millionen Menschen seien auf der Flucht. Viele Geflüchtete seien nach Deutschland, Hessen und auch Limeshain gekommen und aufgenommen worden. Etwa 70 Flüchtlinge lebten mittlerweile in der Gemeinde.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine sei auch ein Angriff auf den Frieden in Europa, der seit fast acht Jahrzehnten währe. Ludwig: »Heute spüren wir besonders stark, wie wertvoll die Europäische Union (EU) für die Friedenssicherung ist.« Viele Generationen hätten daran gearbeitet, das »Haus Europa« zu einem Ort des Wohlstands, der Sicherheit und der Freiheit zu machen. »Wir müssen dieses Haus, unser Haus, mit Leben füllen, denn Europa geht uns alle an«, betonte der Rathauschef. Es dürfe nicht sein, dass Gewalt oder Krieg wieder Mittel der politischen Auseinandersetzung werden, sagte er.

Dr. Johannes Fertig, Vorsitzender der Europa-Union Wetterau, erinnerte in seiner Ansprache an die Gründung der EU. »Die europäischen Staaten sollen wirtschaftlich so stark zu einer Gemeinschaft in den Diensten des Friedens verbunden werden, dass Kriege zwischen ihnen nicht mehr möglich sein werden«, habe der französische Außenminister Robert Schumann am 9. Mai 1950 gesagt. In vielen Verträgen seien der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit festgehalten worden. 2012 habe die EU den Friedensnobelpreis erhalten. »Und in diesem Moment verteidigen die Menschen in der Ukraine die Werte, auf denen auch die Europäische Union gründet: Freiheit, Demokratie, die Wahrung des Rechts und der Menschenrechte. Ihnen gelten unsere Gedanken und unsere Solidarität«, betonte Fertig.

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Putins in der Ukraine habe gezeigt, wie zerbrechlich und wie wenig selbstverständlich der Frieden in Europa sei. »Und er zeigt einmal mehr, wie zerstörerisch Nationalismus, Großmachtstreben und Staatspropaganda sind und wie groß die Angst von Diktatoren vor der Demokratie und einer informierten Bevölkerung ist«, hob Fertig hervor. »Es ist herzzerbrechend, dass 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erneut ein ganzes Land traumatisiert, Zivilisten getötet und vertrieben sowie Städte zerstört werden. Es ist erschreckend, dass der russische Präsident seine Soldaten in einen unrechtmäßigen Krieg schickt.« Fertig zeigte sich daher dankbar für die vielen Freiwilligen, die Geflüchtete vor Ort unterstützen.

Die Wetterauer Landtagsabgeordnete und SPD-Unterbezirksvorsitzende Lisa Gnadl, selbst Mitglied in der Europa-Union Wetterau, wies auf die Symbolkraft der Pflanzaktion hin. Wie zerbrechlich Frieden sein könne, zeige der Krieg in der Ukraine. Umso wichtiger sei es, demokratische Werte hochzuhalten. Sie würdigte die Flüchtlingspolitik der Gemeinde Limeshain, die seit vielen Jahren Menschen, die vor Krieg, Not und Leid nach Deutschland geflüchtet seien, aufnehme und betreue.

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