1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Für mehr Selbstbewusstsein

Erstellt: Aktualisiert:

Von: red Redaktion

Kommentare

bg_imago0084689089h_2402_4c
Die Frauen und Mädchen mit Behinderung lernen in den Kursen, dass sie »Nein« sagen dürfen und dieses »Nein« auch respektiert werden muss. SYMBOLFOTO: IMAGO/BLICKWINKEL © Imago Sportfotodienst GmbH

Wetteraukreis (red). Frauen und Mädchen mit Behinderung zu stärken und vor Gewalt zu schützen - dieses Ziel verfolgt das Wetterauer Netzwerk »Suse - sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken«.

Ein Projektteam, das aus Mitarbeiterinnen von Gewaltschutzeinrichtungen und der Behindertenhilfe besteht, bietet daher Präventionskurse für Frauen und Mädchen mit Behinderung an. »Wir möchten die Teilnehmerinnen in ihrem Selbstbewusstsein stärken und ihnen Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten bei Grenzverletzungen aufzeigen«, sagt Christa Mansky vom Frauen-Notruf Wetterau, die auch selbst Kurse leitet. »Grenzverletzungen fangen bei verletzenden Sprüchen an, sie umfassen aber auch sexualisierte Übergriffe und körperliche Gewalt.«

Lernen, »Nein« zu sagen

Die Kurse sind niedrigschwellig gestaltet. Zu Beginn steht die Sensibilisierung für Grenzverletzungen im Vordergrund. Die Frauen und Mädchen lernen, dass sie »Nein« sagen dürfen und dieses »Nein« auch respektiert werden muss. Im nächsten Schritt geht es um die Stärkung des Selbstwertgefühls und um Selbstbehauptung, aber auch darum, wo man sich Hilfe holen kann, wenn man professionelle Unterstützung braucht. Sich eigenständig Hilfe zu holen, ist je nach Beeinträchtigung nicht immer ohne Weiteres möglich. »Suse« knüpft an diesen Punkt an, es besteht am Ende jeder Kurseinheit die Möglichkeit einer persönlichen Kurzberatung mit einer Mitarbeiterin einer Fachberatungsstelle. So wird der Kontakt zur Beratungsstelle direkt hergestellt.

Darüber hinaus gibt es auch eine enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der jeweiligen Behinderteneinrichtung. Auch nach Kursende stehen die Kursleiterinnen bei Fragen oder für Beratungen zur Verfügung.

Statistisch gesehen erleben Frauen mit Behinderung deutlich häufiger körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. »Der Hintergrund des Kurses ist natürlich sehr ernst, aber wir möchten den jungen Frauen auch Lebensfreude und eine positive Selbstwahrnehmung vermitteln«, sagt Miriam Vermeil von Wildwasser Wetterau. Daher freut sie sich, dass im vergangenen Jahr trotz Corona-Pandemie zwei Kurse stattfanden. Auch für dieses Jahr gibt es schon einige Anfragen. Je nach Pandemielage finden die Kurse unter strengen Hygieneauflagen statt.

Kostenloses Angebot

Die Präventionskurse werden durch den Wetteraukreis finanziell gefördert und können so kostenlos angeboten werden. Bei Interesse können Mitarbeitende von (Wohn-) Einrichtungen, Werkstätten oder Schulen Kontakt mit dem Frauen-Notruf Wetterau (Telefon: 06043/4471, E-Mail: info@frauennotruf-wetterau.de) oder mit Wildwasser Wetterau (Telefon: 06032/9495760, E-Mail: info@wildwasser-wetterau.de) aufnehmen. Die Kurse finden in den Einrichtungen statt und werden von einer Mitarbeiterin aus dem Gewaltschutzbereich und einer Mitarbeiterin aus der Behindertenhilfe geleitet.

Auch interessant

Kommentare