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Für Nachhaltigkeit und Verkehrsanbindung

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Von: Barbara Czernek

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Wetteraukreis (bac). Ein volles Programm hatte die Frühjahrsvollversammlung der IHK Gießen-Friedberg zu absolvieren: Neben Berichten, Terminen des Jubiläumsjahres und zwei Vorträgen stand die Verabschiedung von mehreren Positionspapieren und Resolutionen auf dem Programm.

Ein Positionspapier, das Solidarität und humanitäre Hilfe für die Ukraine herausstellt und den russischen Angriffskrieg verurteilt, wurde einstimmig angenommen.

In gemeinsamen Resolutionen der IHK Limburg, Lahn-Dill und Gießen wird die Bundesregierung aufgefordert, »Vorsorge zu treffen, dass weitere Totalausfälle von Brückenbauwerken auf Bundes- und Landesverkehrswegen unterbleiben und dass die nötigen Planungskapazitäten, Finanzmittel und Ressourcen von der Bundes- und Landesregierung sofort für den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur bereitgestellt werden«.

Über die Auswirkungen der Pandemie berichtete Prof. Stefan Hennemann vom Institut für Geografie, Bereich Wirtschaftsgeografie, der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein Fazit aus zwei Befragungen ist, dass man insgesamt sehr gut durch die Corona-Krise gekommen sei.

Nachhaltige Lieferketten

Als sehr positiv würden die gute Anbindung an das Fernstraßennetz und die Flughafennähe, aber auch die Nähe zu Universität und THM gewertet. Negativ gesehen würden die Anbindung des ÖPNV, die Abgabenhöhe und das Standortmarketing der Stadt Gießen. Hennemann fiel auf, dass dies im Vergleich zu den früheren Daten eine deutlich höhere Gewichtung bekommen habe.

Das zweite große Thema der Versammlung lautete »Wirtschaft übernimmt Verantwortung für nachhaltige Lieferketten«. Tim Müller, stellvertretender Leiter International der IHK Gießen-Friedberg, diskutierte dies online mit Paul Nemitz, Principal Advisor in der Europäischen Kommission in Brüssel, und Philipp Nüsslein, Referatsleiter »Grundsatzfragen der Außenwirtschaftspolitik« der DIHK.

Bedenken über zu starke Wettbewerbsnachteile für die Unternehmen sieht Nemitz nicht. »Niemand kann Europa links liegen lassen«, sagte er. Zudem werde es noch eine Weile dauern, bis das Gesetz letztlich umgesetzt werde, bis dahin könnten sich die Unternehmen auf die Bedingungen einstellen. »Unternehmen, die Nachhaltigkeit ernst nehmen, werden auf Dauer besser dastehen«, erläuterte Nüsslein. Und er ergänzte, dass ein Unternehmen, das sich nicht an die Regeln hält, auf Dauer auch nicht profitabel sei. Diesen Prinzipien sieht sich auch die IHK verpflichtet, die Versammlung verabschiedete einstimmig zwei Positionspapiere zu dem Themenbereich »Wirtschaft übernimmt Verantwortung für nachhaltige Lieferketten« und »Nachhaltiges Wirtschaften - wie das Spannungsfeld zwischen Ökologie, Ökonomie und Soziales gelebt werden kann«.

300 neue Bäume in jedem Landkreis

Dieser zukunftweisende Anspruch spiegelt sich auch im Motto für die Jubiläumsveranstaltungen wider: »150 Jahre IHK Gießen-Friedberg: Innovationen gestern - heute - morgen«. So wird die Mitmachorganisation eine Baumpflanzaktion initiieren. Insgesamt sollen 900 Bäume in diesem Jahr gepflanzt werden, 300 Stück in jeden Landkreis, der zur IHK Gießen-Friedberg gehört. »150 Bäume für die vergangenen Jahre und 150 Stück für die künftigen Jahre«, sagte Geschäftsführer Dr. Matthias Leder dazu. Mit dieser Aktion möchte die IHK ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen.

Die IHK hat sich zudem eine Bäckertütenaktion ausgedacht. Es werden Papiertüten mit IHK-Logo an Bäckereien ausgegeben, bei denen es zudem noch fünfmal 150 Brötchen zu gewinnen gibt.

Zum Thema »Energiepolitik von morgen« werden zwei Vorträge angeboten, ein Thema, das durch den Ukraine-Krieg besonders in den Vordergrund gerückt ist, wie Leder ausführte. Besonders wies er auf den Festabend am 28. Juni in der Kongresshalle in Gießen mit Festredner Ministerpräsident Volker Bouffier hin. Zudem sind Vorträge zu den Themen »Zukunftssicherung« und »Was tut die Politik für junge Unternehmen« geplant.

Sämtliche Informationen zu den Jubiläumsveranstaltungen gibt es im Internet auf www.ihk150.de. FOTO: BAC

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