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Funkloch im unteren Laisbachtal in der Gemeinde Ranstadt ist behoben

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Ranstadts Gemeindebrandinspektor Frank Kraft vor der Technischen Einsatzzentrale im Feuerwehrstützpunkt Ranstadt. Bezüglich der Funkausleuchtung des Unteren Laisbachtales hat er nach intensiven Bemühungen Positives zu vermelden. © Ingeborg Schneider

Damit endet eine katastrophale Situation, die besonders Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst immer wieder vor Herausforderungen stellte.

RANSTADT . Im Privaten kannte wohl jeder Ranstädter die langjährige katastrophale Funksituation im unteren Laisbachtal zwischen Ranstadt, Bellmuth und Bobenhausen: Ob Familien oder Geschäftsleute, Menschen in Notlagen oder Eltern, die mit ihren Kindern sprechen wollten - niemand war per Handy zu erreichen, Bellmuth und Bobenhausen lagen fast 20 Jahre lang in einem Funkloch.

»Was schon im privaten Bereich unangenehme bis schlimme Folgen haben konnte, stellte sich für die Freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdienste und die Polizei noch einmal dramatischer dar«, erläutert Ranstadts Gemeindebrandinspektor Frank Kraft im Gespräch in den Räumen der Technischen Einsatzleitung (TEL) im neuen Feuerwehrstützpunkt Ranstadt.

»Im unteren Laisbachtal lief aufgrund der mangelnden Funkausleuchtung so gut wie gar nichts mehr über das BOS-Digitalfunknetz, das sogenannte Netz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsfunktionen. Dieses weltweit größte Funknetz, das auf dem internationalen Tetra Standard basiert (Terrestrial Trunked Radio), soll eigentlich eine reibungslose, schnelle und klare Verständigung über Behörden-, Kommunen- und Funktionsgrenzen hinweg ermöglichen und in komplexen Einsatzszenarien und Katastrophensituationen zum Einsatz kommen«, erläutert Kraft. »Auch die Gemeinde Ranstadt hat viel Geld in die neue Form der Digitalisierung investiert - die mangelnde Funkausleuchtung im unteren Laisbachtal verhinderte jedoch die Umsetzung von BOS.«

Dramatische Unfallsituationen

So konnten sich Unfall- und Überflutungsbetroffene nicht mit ihren Helfern in Verbindung setzen. Diese wiederum ließen sich ebenso wenig per Pager alarmieren und auch die Sirenen als redundantes und für die Allgemeinheit gut wahrnehmbares Alarmsystem waren auf Digitalfunk umgestellt worden und somit verstummt, da dieser nicht funktionierte.

Frank Kraft erinnert sich an dramatische Unfallsituationen, auch im angrenzenden oberen Laisbachtal mit den Ortschaften Ober-Lais und Fauerbach, bei denen die Beteiligten, die noch dazu fähig waren, sich erst von der Unfallstelle entfernen mussten, um Empfang zu bekommen und die Rettungsdienste alarmieren zu können. Ebenso mussten Notärzte erst einen Ort suchen, von wo aus sie den anstehenden Krankentransport anmelden konnten. »Erst vor wenigen Tagen hat mein Kollege, Niddas Stadtbrandinspektor Benno Balser, auf die Situation im Einzugsbereich der Niddaer Wehren hingewiesen«, erläutert Frank Kraft. Ein Funkmast stünde nun nahe Fauerbach, sei aber nicht ans Stromnetz angeschlossen und somit vorerst nutzlos (siehe unten stehender Bericht).

Optimierung durch Repeater

»Das gesamte Vorhaben einer guten Funkausleuchtung des unteren Laisbachtales stellte sich auch für die Wehren und die Politik hier in Ranstadt als ein Wettlauf mit Hindernissen dar, zu dem vor allem eins nötig ist: Solidarität untereinander und ein langer Atem, besonders in Zeiten der Pandemie, in der zusätzlich zu allen bürokratischen Hürden auch noch Lieferengpässe beim technischen Equipment auftreten«, resümiert Kraft.

Umso mehr schätzt er die Nachricht, die jetzt in Gestalt eines Schreibens des Landespolizeipräsidiums Wiesbaden und seines technischen Leiters Frank von der Au eintraf: Die »Tetra-Funknetzoptimierungsmaßnahme Bobenhausen / Bellmuth« sei im Dezember durch den Einsatz eines so genannten Repeaters abgeschlossen worden, heißt es dort. Und wörtlich: »In der zweiten Dezemberwoche 2021 hat die Polizei nochmals Messfahrten mit geeichten Messfahrzeugen durchgeführt. In der Anlage erhalten Sie die Messplots mit Darstellung der Funkversorgungsgüte vor und nach Abschluss der Verbesserungsmaßnahme. Im Ergebnis hat insbesondere in dem Ortsteil Bellmuth und der östlich Richtung Bobenhausen herausführenden K 198, bis auf die Höhe des Sportplatzes, eine deutliche Funkpegelverbesserung stattgefunden, so dass dort nunmehr auch eine Funkverbindung mit einem Handfunkgerät oder einem Alarmierungs-Pager, auch innerhalb von Gebäuden, möglich ist.«

Positive Entwicklung

Frank Kraft ist erleichtert. »Man soll nicht immer nur meckern, sondern auch einmal positive Entwicklungen herausstellen«, merkt er an und weist auf eine andere mögliche Ursache für die Beschleunigung in Sachen Digitalisierung von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Katastrophenschutz hin. »Vielleicht musste es jerst zu einem Horrorszenario wie im Ahrtal kommen, damit alle Beteiligten aufwachten und sich der Notwendigkeit einer raschen und reibungslosen Alarmierung stellten.«

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