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Gedern feiert mit fröhlichem Sommerfest 50-Jähriges Stadtjubiläum

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rueg_Gedern_Sketch_11072_4c © Ingeborg Schneider

Mit einem bunten Programm feiert die Stadt Gedern ihr 50-jähriges Bestehen. Das Sommerfest zum Jubiläum ist ein voller Erfolg. Tanz, Musik und Sketche umrahmen den obligatorischen Blick in die Historie.

Das Konzept des Festkomitees ist aufgegangen: Der Abend zum 50-jährigen Bestehen der Stadt Gedern war ein fröhliches Sommerfest im Schlosshof mit buntem Programm, erfrischenden Neubewertungen der Geschichte und einer 70er-Jahr-Party bis in die Nacht hinein.

Kurz fasste sich Bürgermeister Guido Kempel in seiner Begrüßungsansprache, in der er vor allem den Beitrag der Gremien und Vereine, des Ehrenamtes und der engagierten Bürgerschaft zum Zusammenwachsen der insgesamt sechs Ortsteile zu einer Vulkanstadt hervorhob.

Neuer Wanderführer und Jubiläumsausstellung

»Lassen Sie uns aus der Vergangenheit mit all ihren Höhen und Tiefen lernen und die Gegenwart so bewältigen, dass künftige Generationen stolz auf uns sein können«, sagte Gederns Rathaus-Chef, der in einem weiteren Redebeitrag die neue kostenlose Wanderbroschüre »Entdeckertouren in Gedern« vorstellte.

Mit ihren kurzen Spaziergängen und ausgedehnten Wandervorschlägen im gesamten Stadtgebiet sei sie ein gute Möglichkeit, Geschichte und Gegenwart im wahrsten Sinne des Wortes neu zu begehen. Außerdem wies Kempel auf die im Schlosshof gezeigte Wanderausstellung »50 Jahre Gedern« mit Bildwänden aller Stadtteile und einer gemeinsamen Präsentation hin.

Gratulationen des ebenfalls 50-jährigen Wetteraukreises überbrachte Kreisbeigeordneter Matthias Walther, der »ein starkes und respektvolles Miteinander für die nächsten 50 Jahre« wünschte.

Moderator Olaf Kromm stellte den Showchor XanX aus Wenings und seinen neuen Chorleiter Patrick Schauermann vor, die bereits nach wenigen Singstunden zu einem guten Team geworden seien. Davon überzeugten die dargebotenen Songs rund um die Liebe wie »So weit, weit fort«, im Original von Hubert von Goisern, hier in Wetterauer Mundart dargeboten, »Tanze Samba mit mir« und das rhythmisch explosive »Dynamite«.

Diskussion um die Zugehörigkeit

Eindringlich beschrieb der ehrenamtliche Stadtarchivar und Historiker Erhard Müth das Ringen um die Zugehörigkeit Gederns und Schottens zu den Landkreisen Wetterau und/oder Vogelsberg sowie ebenso intensiv um die Eingemeindung der selbstständigen Dörfer Burkhards, Kaulstoß und Sichenhausen, kurz »BuKaSi« genannt, nach Gedern oder Schotten.

Bis vor das Bundesverfassungsgericht und den Hessischen Staatsgerichtshof gingen damals die Eingaben von Bürgern der drei Dörfer sowie der Kernstadt, die für einen Verbleib bei Gedern plädierten. »Gedern wäre mit neun Stadtteilen eine Kommune von über 10 000 Einwohnern geworden«, betonte Müth.

Allein, es sollte bei sechs Stadtteilen bleiben, BuKaSi wurden endgültig Schotten und somit dem Vogelsbergkreis zugeschlagen. In der Rede des Stadtarchivars wie auch des Bürgermeisters klang jedoch mehrfach die Idee durch, dass sich für Hirzenhain und seine Ortsteile innerhalb der nächsten 50 Jahre ein Weg nach Gedern auftun könne.

Tänzerisch umrahmt wurden die Beiträge von zwei Gruppen der Gesamtschule Gedern: Die Mädchen um Leiterin Britta Schäfer-Clarke, Vizemeisterinnen beim Landesentscheid »Jugend für Olympia« zündeten unter dem Motto »Disco Night Fever« ein Feuerwerk im Stil der 70-er und 80-er Jahre.

Als Hessenmeisterinnen des gleichen Wettbewerbs setzte die zweite Tanzgruppe unter der Leitung der Schwestern Alina und Tami Reinemer mit »Arabische Nacht« einen funkelnden orientalischen Kontrast aus 1001 Nacht.

Stadtteilsketche echte Höhepunkte

Die beiden Sketche aus den Stadtteilen Ober-Seemen und Nieder-Seemen, dargeboten von den jeweiligen Ortbeiratsmitgliedern, entpuppten sich als echte Abräumer: So fand man in Ober-Seemen während einer fiktiven Gemeinderatssitzung unter Bürgermeister Heinrich Lapp erst nach etlichen Schnäpsen und Überredungsversuchen des Gederner Bürgermeisters Walter Merle zu einem »Ja« zur Eingemeindung.

Für Nieder-Seemen entwarfen Dirk Winter und Marc Bergheimer dagegen die Vision eines international renommierten Kurortes »Bad Nieder-Seemen«, dessen Ruhm auf seiner Heilquelle »Guter Born« basierte.

Nach vergeblichen illegalen Wasserbohrungen in Wenings heimste der heutige kleinste Gederner Stadtteil allen Ruhm und Wohlstand für sich allein ein, führte Städtepartnerschaften mit Hollywood und St. Moritz und versammelte alle umliegenden Dörfer unter seiner Fittiche, einschließlich »des benachbarten Örtchens Gedern und seines Ortsvorstehers Guido Kempel, der bis heute am Gederner See eine Tretbootverleih betreibt«, hieß es in dem witzigen Beitrag.

Für die krönende Party im Stil der 70-er und 80-er Jahre sorgte anschließend die Rock- und Popband »Vivi« aus Rödermark.

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