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Gelungene Werbung fürs Lesen an Altenstadts Limesschule

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Von: red Redaktion

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Ursula »Uschi« Flacke inmitten ihrer jungen Zuhörerschaft: Sie liest anlässlich des Vorlesetags aus ihrem Jugendbuch »1933 - Feuer« über die Anfänge der Nazi-Herrschaft. © pv

Im Rahmen des bundesweiten Vorlesetags kam Autorin und Kabarettistin »Uschi« Flacke für eine Lesung an die Altenstädter Limesschule. Sie warnte dabei eindrücklich vor populistischer Rhetorik.

Altenstadt (red). Beim bundesweiten Vorlesetag wollen die Organisatoren mit prominenter Unterstützung ein Zeichen für die Bedeutung des Lesens und Vorlesens setzen. In Altenstadt besuchte daher Autorin und Kabarettistin Ursula Flacke, hauptsächlich bekannt unter ihrem Namen Uschi Flacke, die Limesschule und stellte ihren historischen Jugendroman »1933 - Feuer!« vor. Einer Autorin persönlich zu begegnen und zu sehen, wer hinter den Büchern steckt, war für die rund 60 Schülerinnen und Schüler allemal so spannend, wie ihre Bücher zu lesen.

Flacke fesselte ihr junges Publikum mit ihrem Vortrag - vor allem auch deshalb, weil sie die Mädchen und Jungen mit Fragen und Erläuterungen ins Geschehen miteinbezog. Im Fokus der Geschichte stehen Elisa und ihre Freunde, die sich im frostigen Winter 1933 den Herausforderungen der anbrechenden dunklen Zeit stellen müssen. Als das Mädchen den Kohlendieben im Frankfurter Osthafen auflauern will, wird es von einem Stein am Kopf getroffen und nach dem Aufmarsch von SA-Truppen gegen die Kommunisten vom schlaksigen Friedrich erpresst. Die Ereignisse eskalieren, in Berlin brennt der Reichstag, Tausende werden verhaftet, Notverordnungen erlassen und antijüdische Gesetze auf den Weg gebracht.

Lesung und Fragerunde

Zwischendurch fasste Flacke längere Textpassagen mit eigenen Worten zusammen und stieg dann bei besonders interessanten Stellen wieder ein. Natürlich ließ es sich die 73-Jährige nicht nehmen, die Mädchen und Jungen in ein spannendes Kapitel hineinzuziehen, nur um dann abrupt zu stoppen. Doch die Lesung unterhielt nicht nur, sie machte auch nachdenklich. »Die Errichtung und Festigung der NS-Diktatur ab 1933 erinnert uns daran, dass Demokratie und Meinungsfreiheit, die uns so selbstverständlich geworden sind, immer auch gefährdet sind«, erklärte sie ihren jungen Zuhörern, denen sie noch einen Appell mit auf den Weg gab: »Geht der rhetorischen Effektivität von populistischen Führungsfiguren und Parteien nicht auf den Leim!«

Mit einer Fragerunde endete die Lesestunde, die die Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin nach eigenen Angaben auch sehr genoss. Sie beantwortete Fragen nach realen Vorlagen ihrer Romanhelden ebenso wie jene nach ihrer Recherche und der Dauer zwischen der ersten Idee und dem Erscheinen des Buchs.

Großer Applaus am Schluss der Veranstaltung zeigte, wie begeistert die Schüler von der inzwischen im Taunus lebenden Schriftstellerin waren. Iva Dajak und Emily Sauer kannten Uschi Flacke vor der Lesung zwar noch nicht, erklärten aber mit leuchtenden Augen: »Die Betonung beim Vorlesen gefiel uns richtig gut, und mit der Autorin zu sprechen, war sehr interessant.«

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