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Geringes Interesse an Ausflug in Glauburger Gemeindepolitik

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Den Bürgern die Dringlichkeit von Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement näherzubringen, war ein Anliegen von Gemeindevertretungsvorsitzendem Stephan Schmid, Bürgermeisterin Henrike Strauch und Gemeindebrandinspektor Sascha Geiß (v. l.). © Seipel

Die Themen waren abwechslungsreich, die Resonanz überschaubar. Nur rund 40 Personen, darunter viele Mandatsträger, kamen zur Bürgerversammlung in das Stockheimer Bürgerhaus.

Glauburg . Es glich ein wenig einem Gemischtwarenladen, in dem man von allem etwas findet. Von A wie Ausblick auf 2023 bis Z wie Zaun reichten die Themen der Bürgerversammlung, zu der Stephan Schmid (FWG), Vorsitzender der Gemeindevertretung Glauburg, am Dienstagabend nach Stockheim eingeladen hatte. Die Glauberger und Stockheimer zeigten nur mäßiges Interesse an dieser Zusammenkunft, obwohl es, wie Bürgermeisterin Henrike Strauch (SPD) sagte, die erste Bürgerversammlung »seit Langem« war. Lediglich knapp 40 Frauen und Männer, darunter viele Mandatsträger, fanden sich im Bürgerhaus Stockheim zu einem zweistündigen Ausflug in die Gemeindepolitik ein, der die Niederungen nicht aussparte.

Was plant und woran arbeitet die Gemeinde in diesem Jahr und was steht für 2023 auf dem Programm? Darüber informierte Henrike Strauch. Sie nannte unter anderem die Gestaltung der Außenanlage des kommunalen Kindergartens »Regenbogen« in Stockheim, der beim Hochwasser im Januar 2021 abgesoffen war. Weil sie ein »Fan von Beteiligung« sei, sollen die Wünsche der Kinder in der Planung Berücksichtigung finden, so Strauch.

Ein Zaun oder eine Hecke?

Ob die Teichanlage des Angelsportvereins bei Stockheim eingezäunt werden müsse, entscheide sich an der Frage, ob die Anlage zum Außenbereich gehört oder nicht. Zur Klärung sei der Hessische Städte- und Gemeindebund angerufen worden.

Die Gestaltung des Vorplatzes der evangelischen Kirche, die Frage, ob der Spielplatz Hunzgrund statt eines Zauns lieber eine Hecke erhalten soll, wie Strauch bei ihren Spielplatzgesprächen in Erfahrung gebracht hat, und die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges sind die aktuellen Glauberger Themen.

Barrierefreie Bushaltestellen müssten in beiden Ortsteilen ausgebaut werden, und eine mobile Geschwindigkeitsmessanlage, die Glauburg gemeinsam mit der Nachbargemeinde Ranstadt anschafft, soll Raser dazu anhalten, den Fuß vom Gas zu nehmen. Im nächsten Jahr sollen das Baugebiet »Hinter dem Falder« in Stockheim« vorangebracht und die Grundstücksfrage für den Bau eines zweiten Kindergartens geklärt werden.

30 Minuten zur Grundsteuerreform

Zuvor hatte ein Mitarbeiter des Finanzamtes Nidda gut 30 Minuten lang referiert, wie die Glauburger gut durch die Datenerhebung für die Grundsteuerreform kommen. Er erläuterte Erklärungspflicht und Flächenfaktor und sagte, dass man die Finanzbehörde zur Zeit wegen des großen Informationsbedarfs auch samstags von 8 bis 13 Uhr erreicht.

Auch Volkes Stimme verschaffte sich Gehör. Die Schelte auf eine angeblich rücksichtslose und zerstörerische Jugend - »Die ganze Jugend kann sich überhaupt nicht mehr benehmen« - ist ein Dauerbrenner, und das schon seit Jahrhunderten, wie an Zuhörer in den Saal rief. Strauch ließ den Vorwurf nicht unkommentiert stehen. Statt Jugendliche in Bausch und Bogen zu verurteilen, sollte man sie in Entscheidungen einbeziehen. »Wir müssen unsere Haltung gegenüber Kindern und Jugendlichen ändern«, sagte sie. Den Müll vor Altkleider- und Glascontainern, den Mitarbeiter des Bauhofs wöchentlich einsammeln müssten, »haben sicher keine Jugendlichen hinterlassen«.

Ein anderer klagte über ungepflegte Grundstücke, die »aussehen wie Sau«. Daneben ging es um einen »zu weiten« Fußweg zum Stockheimer Spielplatz und um die leidigen Steingärten, die sich nach Auskunft von Strauch und Schmid nicht rückwirkend verbieten lassen, wohl aber durch entsprechende Passagen in künftigen Bebauungsplänen zu verhindern seien.

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Besonders lag Strauch das Thema Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement am Herzen, bei dem sie von Gemeindebrandinspektor Sascha Geiß unterstützt wurde. Aus den Reihen der Feuerwehr habe sie Hinweise erhalten, dass Teile der Bevölkerung einen allzu entspannten Umgang mit potenziellen Gefahren pflegten. Deshalb gab es Nachhilfe für brenzlige Situationen: Wie setzt man korrekt einen Notruf ab? Über welche Kanäle erfährt man von einer Schadenslage? Wie schützt man sich selbst? Wie stellt man wichtige persönliche Dokumente sicher? Wie verhält man sich, wenn es brennt, bei Hochwasser oder bei Unwetter? Diese und viele weitere Punkte sprachen Strauch und Geiß an, verbunden mit der Hoffnung, dass ihre Zuhörer Hinweise und Ratschläge im Ernstfall beherzigen werden.

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