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Geschätzter Schaden: Eine Million Euro

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Die Scheune in Ulfa ist nun ein Trümmerfeld. © Elfriede Maresch

Neun Feuerwehren waren im Einsatz. Stadtbrandinspektor Benjamin Balser nach dem Scheunenbrand in Ulfa: »Es ist eine Ruine«

Ulfa (myl). »Es ist eine Ruine, die immer noch nicht betreten werden kann«, sagt Stadtbrandinspektor Benjamin Balser zwei Tage nach dem verheerenden Brand in Ulfa (diese Zeitung berichtete). In den frühen Samstagmorgenstunden wurde das Feuer in der als Elektroniklager genutzten Scheune entdeckt, Sonntagnachmittag gegen 15 Uhr verließen die letzten Feuerwehrkameraden den Brandort und übergaben ihn an die Eigentümer. Es seien immer sechs Einsatzkräfte gewesen, die die Brandwache gehalten hätten und mit Nachlöscharbeiten beschäftigt waren, informiert Balser. Am Montag wurde nochmals kontrolliert. Das Feuer war vollständig erloschen.

Der Bereich ist nun für die Kriminalpolizei gesperrt. Der Schutt liegt kreuz und quer, das Elektromaterial aus dem Hochregallager ist zusammengeschmolzen, liegt in Klumpen auf dem Boden. »Dadurch sind wir bei den Löscharbeiten kaum an die unterste Schicht gekommen«, erläutert Balser. Mit einem Netzmittel, also einem besonderen Schaum, wurde diese Schicht besprüht, um die Oberflächenspannung zu nehmen. Somit konnte das Wasser durch Ritze in die unteren Schichten gelangen. Der Nachtfrost hat das Material heruntergekühlt. »Hier kann nichts mehr passieren.«

Die vier Brandwände hätten verhindert, dass das Feuer auf die naheliegenden Gebäude übergegriffen hat. Zugleich war dadurch der Zugang jedoch auch nur von der Vorderseite möglich und bedingt von der Rückseite, da sich dort ein Anbau befindet. Eine Brandschutztüre zum Büro hat das Feuer abgefangen. Die umliegenden Gebäude konnten gut geschützt werden, bis auf ein paar kleine Wasserschäden hätten diese nichts abbekommen. Ein Feuerwehrmann sei am Samstagnachmittag kurzzeitig kollabiert und ins Krankenhaus gekommen. Dies habe jedoch nichts mit dem Brand zu tun gehabt. Der Helfer sei wieder auf dem Wege der Besserung.

Insgesamt waren die Stadtteilfeuerwehren Eichelsdorf, Ulfa, Nidda, Stornfels, Unter-und Ober-Schmitten im ersten Alarm. Dann folgte die Nachalarmierung der Einheiten Geiß-Nidda/Bad Salzhausen sowie Borsdorf/Harb und am Morgen dann die Feuerwehr Ober-Lais für die Nachlöscharbeiten. Die Wehren Ulfa und Nidda arbeiteten im Schichtsystem über den Tag weiter, am Abend übernahmen die Helfer aus Eichelsdorf und Unter-Schmitten erneut die Brandwache im Schichtsystem. Nachts übernahm dann wieder die Feuerwehr Ulfa. Insgesamt waren, so schätzt Kevin Schubach, zweiter stellvertretender Stadtbrandinspektor, circa 140 Helfer mit 25 Fahrzeugen, alle drei Stadtbrandinspektoren, zwei Kreisbrandmeister des Wetteraukreises sowie die Polizei, der Rettungsdienst und die Feuerwehr Bad Nauheim zur Versorgung mit Atemschutzgeräten im Einsatz. Zudem waren ein Statiker und Bauunternehmen beteiligt. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf über eine Millionen Euro. »Über die Ursache können wir noch nichts sagen«, berichtet Pressesprecher Tobias Kremp auf Anfrage dieser Zeitung.

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Die Hitze lässt Material schmelzen und verbiegen. © pv

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