1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Geselligkeit und Fachgespräche beim Weningser Markt

Erstellt:

Kommentare

bg_Wenings-EckhartNeun_2706
Eckhart Neun freut sich, dass das Oldtimertreffen nach zweijähriger Pause wieder stattfinden kann. © Stefan Weil

Corona hatte zuletzt zweimal in Folge zur Absage des Prämierungsmarktes in Wenings geführt. Jetzt konnte er wieder organisiert werden, und auch der Oldtimerausstellung stand nichts im Wege.

Wenings (sw). »Die Menschen wollen wieder raus, sich treffen, miteinander sprechen und Spaß haben«, sagt Eckhart Neun. Der Weningser hat ein Herz für Oldtimer-Traktoren und ist eines der engagierten Mitglieder der Traktorenfreunde des Gederner Stadtteils.

Corona hatte zuletzt zweimal in Folge zur Absage des Prämierungsmarktes geführt, der traditionell am letzten Juni-Wochenende stattfindet. Jetzt konnte er endlich wieder organisiert werden, und auch der Oldtimerausstellung stand nichts im Wege.

Es war das 17. Mal, dass Wenings an einem Wochenende zum Mekka der Fans dieser besonderen Fahrzeuge wurde. Nicht nur Bulldogs, Traktoren und Schlepper, auch Unimogs und Untersätze für das sportliche Fahrvergnügen sind regelmäßig dabei. »Einige Teilnehmer waren schon vor einer Woche hier«, berichtet Eckhart Neun. Wer die nötige Zeit hat, verbindet den Markt in Wenings gern mit anderen, ähnlichen Veranstaltungen. Die Zeit zwischen den Wochenenden lässt sich dabei als Urlaub gut genießen.

Krammarkt und Vergnügungspark

Nach einem starken Gewitter am Freitag war das Wetter am Samstag und Sonntag bestens. Viel Sonnenschein heizte das weitläufige Gelände rund um die Festhalle auf. Bereits am Samstagvormittag hatte der Krammarkt mit seinen Ständen geöffnet, auch ein kleiner Vergnügungspark mit Angeboten vor allem für junge Besucher lockte Gäste an.

Traditionell war der Besucherzuspruch am ersten Tag bis in den späten Nachmittag hinein noch recht überschaubar. Auch viele Oldtimerfreunde wurden mit ihren betagten landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen erst am Sonntag erwartet. Andere hatten sich bereits häuslich eingerichtet - mit Wohnwagen, kleinen Zelten und allem, was das Übernachten vor Ort angenehm macht.

Eröffnet wurde der Weningser Markt traditionell am späten Vormittag mit dem Fassbieranstich. Michael Heusohn, Chef der Weningser Feuerwehr, begrüßte die Gäste im Namen der Vereinsgemeinschaft in der Festhalle. Er dankte der Stadt Gedern und dem Bauhof für die große Unterstützung bei der Veranstaltung. Dass der Zusammenschluss der Vereine, der den Markt plant und organisiert, eine rührige Gemeinschaft ist, daran ließ Herbert Weber (FWG) keinen Zweifel.

Der Erste Stadtrat, der Bürgermeister Guido Kempel (parteilos) vertrat, lobte das Engagement: »Es ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, dass so eine Veranstaltung auf die Beine gestellt werden kann. Das ist schon etwas Besonderes. Andernorts fehlen vielfach die Helfer.« Ortsvorsteherin Almuth Zinn erinnerte an die aktuellen schwierigen Krisensituationen. »Es ist wichtig, auch einmal abzuschalten und neue Kräfte zu tanken«, sagte sie.

Lampenfieber hatte Stadtverordnetenvorsteherin Birgit Appel (FWG) nicht, als sie zum Fassbieranstich auf die Bühne ging. Zum ersten Mal war sie, wie Herbert Weber betonte, mit der »schwierigen Aufgabe« betraut worden, den Zapfhahn mit gezielten Schlägen in die dafür vorgesehene Öffnung des Bierfässchens zu versenken. Dass es erst beim zweiten Anlauf gelang, war wohl eher einem kleinen technischen Problem geschuldet, als einem zu geringen Krafteinsatz der früheren Handballerin. Für den musikalischen Rahmen der Eröffnung sorgten die »Seementaler Musikanten«.

Traktoren mit Patina

Eckhart Neun hat etwa 25 Bulldog-Oldtimer im Verlauf vieler Jahre gesammelt. »Ich bin mit Traktoren groß geworden, das schafft eine besondere Beziehung«, erklärt er. Neun ist fasziniert von den betagten Vehikeln. Denn: »Sie haben alle eine Geschichte.« Der Weningser versucht daher, seine Traktoren und Schlepper so zu erhalten, wie sie vor 50 oder 60 Jahren einmal gebaut wurden.

»Alle Traktoren haben eine gewisse Patina, das ist für mich ganz wichtig«, sagt er. Natürlich sind seine Oldtimer noch fahrbereit und werden gepflegt. Eckhart Neun hat mittlerweile einen Namen in der Szene. »Man kennt sich und kann sich auch fachlich gut austauschen«, berichtet er. Dabei entstehen wichtige Kontakte für seine Leidenschaft. »Manche Sammler wollen ihre Bestände aufgeben, aus Alters- oder anderen Gründen. Sie sind dann froh, wenn sie wissen, dass ihre geliebten Traktoren in gute Hände kommen«, weiß Neun aus Erfahrung.

Abschließender Höhepunkt des Marktes und der Oldtimerausstellung war am Sonntagnachmittag das Vorglühen und Anlassen der Bulldogs mit anschließendem Konvoi durch Wenings. (Weiterer Bericht folgt).

bg_Wenings-Fassanstich-1_27
Im zweiten Anlauf gelingt Stadtverordnetenvorsteherin Birgit Appel der Fassbieranstich. © Stefan Weil

Auch interessant

Kommentare