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»Gewalttaten gegen Frauen nicht hinnehmbar«

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Von: red Redaktion

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Der Bundes- und Kreistagsabgeordnete Peter Heidt mit Julia Wintermeyer und Christa Mansky (r ). © pv

Nidda/Region (red). Der Wetterauer Bundes- und Kreistagsabgeordnete Peter Heidt (FDP) hat den Frauen-Notruf Wetterau in Nidda besucht, um sich bei Geschäftsführerin Christa Mansky und Präventionsfachkraft Julia Wintermeyer über die aktuelle Arbeit des Vereins zu informieren.

Der Verein unterstützt Frauen, Mädchen und Trans nach versuchter oder vollendeter Vergewaltigung, sexueller Belästigung, häuslicher Gewalt, körperlicher, verbaler oder schriftlicher Bedrohung, Telefonterror, Stalking, Körperverletzung, Bedrohung von Zwangsverheiratung, Frauenhandel oder Diskriminierung.

»Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass wir im Jahr 2021 so viele Anfragen von Frauen und Mädchen bekommen haben wie nie zuvor. Die Beratung unter den Pandemiezuständen war insbesondere während der Lockdowns sehr schwierig, da beispielsweise während der Tätigkeit im Homeoffice die gewalttätigen Männer ständig in der Nähe der betroffenen Frauen waren. Dennoch haben wir immer Lösungen gefunden und konnten auch während der vergangenen Monate erfolgreich viele Frauen und Mädchen, auch mit sehr sicheren Online- und Videoberatungsmöglichkeiten, beraten«, berichtete Mansky. In diesem Jahr würde der Verein erstmalig Fachkräfte in Kindergärten hinsichtlich des Erkennens von Gewalt an Frauen und Mädchen im Kindergartenalltag schulen.

Die Mitarbeiterinnen des Frauen-Notrufs wiesen den Liberalen darauf hin, dass die Personalsituation des Vereins ausbaufähig sei. »Wir bekommen nicht genug finanzielle Unterstützung von Kreis und Land. Um unsere bisherige Arbeit ausführen zu können, sind wir auf Spenden und die Zuweisung von Bußgeldern angewiesen«, erklärte Wintermeyer.

Weiteres Personal wird benötigt

»Unsere Mitarbeitenden sind sehr stark ausgelastet. Um unsere Angebote weiter auszubauen, benötigen wir dringend weiteres Personal. Insbesondere wollen wir künftig die Präventionsarbeit stärken«, sagte die Leiterin der Beratungsstelle. Mansky wies zudem darauf hin, dass dieser Personalmangel auch in den Frauenhäusern besteht.

»Gewalttaten gegen Frauen verharren bundesweit seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau und sind nicht hinnehmbar. Umso wichtiger ist es, dass der Frauen-Notruf für Betroffene eine professionelle Anlaufstelle bietet. Die Arbeit des Frauen-Notrufes ist überaus wichtig. Die Arbeit von Beratungsstellen, aber auch Frauenhäusern, muss künftig von der Politik im Kreis, Land und Bund noch stärker gefördert werden«, erklärte der liberale Bundestagsabgeordnete Peter Heidt. Auch die Behörden müssten künftig ihre Anstrengungen intensivieren, um Frauen und Kinder besser zu schützen und Straftaten bestenfalls schon präventiv zu verhindern. Der Wetterauer FDP-Landtagsvizepräsident Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn hat zwischenzeitlich angekündigt, die Entwicklung häuslicher Gewalt im Wetteraukreis zum Thema im Landtag machen zu wollen und hierzu die schwarz-grüne Landesregierung mittels einer Kleinen Anfrage zu befragen.

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