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Gitti und George Cunningham - als Botschafter prädestiniert für Büdingen

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Von: Monika Eichenauer

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Gitti und George Cunningham werden durch den Ortsbeirat zu Büdinger Botschaftern ernannt. © Monika Eichenauer

Wer wie George und Brigitte Cunningham so in der Welt herumgekommen ist und nach wie vor zwischen drei Erdteilen pendelt, der hat das Zeug dazu, Büdinger Botschafter zu werden.

Maßgeblich beteiligt an dieser Initiative des Ortsbeirates war vor über zehn Jahren der Künstler Markus Karger, als es galt, gebürtige Büdinger, die in anderen Bundesländern oder im Ausland wohnen, als Repräsentanten und Werbeträger für die ehemalige Kreisstadt zu finden. Nun ist es an diesem Samstag zum ersten Mal nach zweijähriger pandemiebedingter Pause wieder soweit.

Brigitte Cunningham, geborene Knaf, ist eine waschechte Büdingerin und vielen bekannt als »Bleffe-Gitti«. Denn dieses traditionsreiche Gasthaus in der Altstadt ist ihr Elternhaus, ihre Eltern sind Trudi und Wilhelm Knaf. Gitti wurde zwar in Metz geboren, wo ihr Vater kriegsbedingt stationiert war, doch bereits 1944 kehrte das junge Paar mit der kleinen Tochter ins Heimatstädtchen zurück und übernahm 1952 die »Bleffe« von Wilhelms Vater, ebenfalls einem Wilhelm Knaf.

Der junge Pilot von der US-Army

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Amerikaner in Büdingen stationiert und mit ihnen kam in den 1960er Jahren ein junger Offizier und Hubschrauberpilot namens George Cunningham aus Waterloo in Iowa in die Stadt. 1967 lernten sich die beiden im Offiziersclub kennen und am 6. September 1968 heiratete das junge Paar - nicht in Büdingen, sondern in der New York City Hall, im New Yorker Rathaus. 2022 feierten sie ihren 54. Hochzeitstag.

Durch George Cunninghams Beruf als Pilot für einen britischen zivilen Hubschrauber-Betreiber ist das Ehepaar dann fast in der ganzen Welt herumgekommen. In seinen Maschinen transportierte der Pilot sowohl Personen als auch Fracht in die entlegensten Gegenden bis in den tiefsten Dschungel. Von New York aus ging es in den Iran, nach Sumatra und Jakarta in Indonesien, wo Sohn George geboren wurde. Später kam noch Tochter Michele dazu, sie erblickte in Frankfurt das Licht der Welt. Von Indonesien aus ging es nach Surrey in England und Aberdeen in Schottland, anschließend nach Port Harcourt in Nigeria. Auch Varna in Bulgarien, Al Hudaida im Jemen, Mumbai in Indien und die ägyptische Hauptstadt Kairo waren Stationen im spannenden Leben der Familie Cunningham.

1984 schließlich ging es von Kairo aus wieder ins oberhessische Büdingen. Dort baute das Ehepaar mit vielen Helfern und Handwerkern eine Scheune in der Schlossgasse, die Gitti Cunninghams Familie geerbt hatte, innerhalb von mehreren Jahren in ein schmuckes Domizil um. Mittlerweile hatte die Büdingerin unter anderem auch durch die vielen Auslandsaufenthalte tiefe Kenntnisse in Sachen Gold und Silber, Edelsteinen und Perlen erworben und enorme Fertigkeiten in der Schmuckherstellung erlangt. Das zeigt sich immer wieder in ihren kreativen und edlen Schmuckkollektionen von Halsketten bis hin zu Ohrringen in sehr harmonischen Kompositionen. Viele Male besuchte sie von Kairo aus Oasen und kann seither Originalschmuck der Sahara-Nomaden in ihre Arbeiten einbeziehen.

In der Welt unterwegs

Gitti und George Cunningham, der mittlerweile im Ruhestand ist, leben nun zwar die meiste Zeit im Jahr in der oberhessischen Heimat. Aber sie sind auch wochenlang in Kairo, wo sie eine Wohnung haben, und besuchen häufig Sohn George, der vor einigen Jahren dort geheiratet hat, und dessen Familie mit mittlerweile zwei Kindern in Pasadena in Kalifornien. So sind die beiden nach wie vor viel unterwegs in der Welt und berichten überall vom reizvollen Städtchen Büdingen mit seiner historischen Altstadt und seiner idyllischen Lage am Fuße des Vogelsbergs.

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