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Glücksdeal außerhalb der Höhle des Löwen

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Jetzt kann es richtig losgehen: Das Team des Start-up-Unternehmens Aivy. In der Mitte Arbnor Raci. © pv

Das Unternehmen Aivy, Entwickler einer App für Findungsprozesse im Beruf, findet neue Investoren. Arbnor Raci aus Nidda ist Teil des Teams, das nun aufgestockt und sich weiterentwickeln wird.

Nidda (myl). In der Höhle des Löwen wollte man sie nicht, jetzt sind sie im siebten Himmel. Die Macher der App Aivy haben Investoren gefunden, die doppelt so viel in ihr Start-up steuern wollen, als durch das Fernsehformat in Aussicht gestanden hätte (der Kreis-Anzeiger berichtete). Unter denen, die jubeln, ist Arbnor Raci, der die Fachoberschule in Nidda mit dem Schwerpunkt Informatik besuchte.

Am Dienstag stand fest, was sich schon vor der Ausstrahlung der Fernsehsendung Die Höhle des Löwen anbahnte. Zwar war es nicht die Jury, die sich für eine Investition aussprach. Doch die Crew konnte andere, die bereits in die Innovation Geld gesteckt hatten, weiter überzeugen. Am 2. August, so kündigt das Team an, wird die Finanzierung über mehr als eine Millionen Euro abgeschlossen werden.

Geldgeber sind zum Beispiel Matthias Helfrich, Businessangel des Jahres 2021, und der Branchenkenner Andreas Schmitz, ehemaliger Arbeitsdirektor von Roche Deutschland. »Besonders schön ist, wenn die eigene Kundschaft, sich beteiligt. Denn diese Investoren benutzen seit über einem Jahr die App«, sagt Firmensprecherin Alexandra Kammer.

Die Anwendung freundlich gestalten

Arbnor Raci, 29 Jahre, ist zuständig für die Produktentwicklung und die Anwenderfreundlichkeit. Seine Kolleginnen und Kollegen kennen sich von der Freien Universität in Berlin und kommen aus den Bereichen Psychologie, IT- und Wirtschaftswissenschaften.

Was steckt hinter Aivy? Die App gibt Bewerbern, Arbeitnehmern und -gebern ein Stück Orientierung. Mit kleinen Spielen hilft sie den Nutzern, Fähigkeiten zu entdecken und einzuschätzen. Die psychologisch ausgerichteten Challenges sind unterteilt in die Bereiche Interessen, Persönlichkeit und Fähigkeiten. Die Spiele dauern zwei bis drei Minuten und sind damit deutlich zeitsparender als herkömmliche Testverfahren wie zum Beispiel langwierige Fragebögen.

Nach jeder Challenge wird die eigene Karriere-DNA Schritt für Schritt entschlüsselt. Die Unternehmen können wiederum Aivy auf ihrer Karrierewebsite und im Auswahlprozess integrieren, sodass sie bereits mit der Bewerbung objektive Informationen über die Stärken potenzieller Mitarbeiter haben. »So wird gleichzeitig die Chancengleichheit gefördert, denn Angaben wie Alter, Geschlecht oder Herkunft rücken in den Hintergrund. Eine Reihe namhafter Unternehmen setzt Aivy bereits erfolgreich im Recruiting ein«, sagt Alexandra Kammer im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger.

Matthias Helfrich nennt einen wesentlichen Vorteil der App: »Heutzutage wichtige Kompetenzen eines Bewerbers lassen sich nicht von Noten ableiten.« Mit der Aivy-App könnte man nicht nur zielgerichtet Personal suchen, sondern auch darauf bauen, dass die Zusammenarbeit nachhaltiger bleibt. Soll heißen, die Aussicht, dass Firmen den passenden Bewerber für eine Stelle finden, oder andersherum der Bewerber, den auf seine Talente und Fähigkeiten abgestimmten Arbeitsplatz entdeckt, sei größer. Topf sucht Deckel - und umgekehrt.

Dabei ist die App nur ein Teil des Produkts. Das Hauptprodukt ist die Software. Sie hilft Firmen nicht nur bei der Talentsuche, sondern auch bei der internen Besetzung ihrer Stellen, wenn zum Beispiel eine Beförderung ansteht. Dafür werden neue Features ausgebaut. Auch um zu erfahren, wann die Zufriedenheit vielleicht nicht mehr so groß ist und damit Kündigungen vorzubeugen.

Mittelfristig will das Aivy-Team, das nun expandiert und in Berlin sitzt, eine GmbH gründen. Arbnor Raci: Mit der Finanzierungsrunde sind wir unserer Mission näher gekommen. Wir werden das Produkt weiterentwickeln, das Team aufstocken und hoffentlich auch immer mehr Unternehmen erreichen.«

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