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Grob geschätzt: Sportzentrum am Dohlberg kostet rund 7,5 Millionen Euro

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Von: Rüdiger Geis

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Das Grundstück der Stadt auf dem Dohlberg in Büdingen ist erneut als Standort für eine Sportanlage im Gespräch. © Myriam Lenz

Das Projekt ist schon viele Jahre im Gespräch, jetzt zeichnet sich zumindest eine neue Möglichkeit für eine Realisierung des Sporttentrums am Dohlberg ab. Doch die kostet, grob geschätzt, 7,5 Milionen Euro.

Kostensteigerungen sind bei öffentlichen wie privaten Investitionsprojekten keine Seltenheit. Weh tut es und wirft am Ende vielleicht auch Fragen nach den Realisierungsmöglichkeiten auf, wenn die Kostensteigerung beispielsweise bei Handwerkerleistungen oder Baumaterialien - wie im Zuge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges - die Investitionssumme nahezu verdoppelt.

Mit diesem Problem müssen sich demnächst die politischen Gremien der Stadt Büdingen demnächst auseinandersetzen, denn eine mögliche Umsetzung des Sportgeländes am Dohlberg liegt nach einer vorläufigen und vorsichtigen Schätzung des Planungsbüros bei rund 7,5 Millionen Euro. Vor gut zwei Jahren waren dafür noch Kosten von etwa 3,2 Millionen Euro ermittelt worden.

Allerdings, so Bürgermeister Benjamin Harris, hängt diese deutliche Steigerung nicht alleine von Preissteigerungen ab, sondern auch von dem Ziel, ein Sportzentrum für alle Büdinger Vereine zu bauen, Das bringe aber zwangsläufig eine Erweiterung auf eine Zweifelderanlage mit sich. Die ursprünglich geplante Einfeldanlage läge aktuell bei 3,7 Millionen Euro.

Wie Bürgermeister Harris berichtete, sei es konkrete Planung, das ursprünglich auf einen Sportplatz angelegte Konzept auf zwei Felder zu erweitern, um Trainings- und Spielmöglichkeiten für alle Büdinger Vereine zu bieten. Nicht nur für Fußballer, Leichtathleten, Turner oder Volleyballer, denn auch Sportarten wie Karate oder Badminton hätten Bedarfe angemeldet. Hier sei dann auch die Nähe zu den Sporthallen von Vorteil.

Fördergelder beantragt

Mit der Ausarbeitung sei ein Biebertaler Planungsbüro beauftragt, das jetzt eine erste vorläufige Kostenschätzung vorgelegt hat. Die konkrete Beauftragung hänge nun erst mal an den Entscheidungen in den Gremien. Der Haupt- und Finanzausschuss tagt dazu am 22. August, die Stadtverordnetenversammlung am 9. September.

»Der Wunsch ist, hier so schnell wie möglich zur Umsetzung zu kommen, aber das hängt auch von den Fördermöglichkeiten ab. Sonst müssen wir das strecken«, erläuterte Harris. Für die Einplatzvariante seien Zuschüsse aus dem Förderprogramm »Investitionspakt Sportstätten« für dieses Jahr beantragt. Das Programm laufe im kommenden Jahr aus.

Sollte es in diesem Jahr Fördergelder für das Vorhaben geben, könnte es mit dem ersten Sportplatz schneller gehen. »Es ist eine Herausforderung. Wenn wir keine Fördergelder bekommen, wird das ein Projekt sein, das nicht in 18 Monaten umgesetzt werden kann, sondern peu à peu«, unterstrich Harris.

Im Gespräch mit den Nutzern

Dabei hängt eine Verlegung des bisherigen Sportgeländes an der Bruchwiese auf den Dohlberg auch mit der Landesgartenschau zusammen. Es gebe Gespräche mit dem jetzigen Nutzer, der SG 05, die durchaus bereit sei, den noch bis 2035 laufenden Nutzungsvertrag vorzeitig aufzulösen. Letztlich sei das alles es aber ein Frage der Förderung.

Sollte sich diese Planung am Ende zerschlagen, die Bruchwiese also nicht für die Landesgartenschau 2027 zur Verfügung stehen können, gebe es laut Bürgermeister immer noch einen B-Plan: der Bereich Hirschgraben und Lohsteg direkt vor der Festungsanlage.

»Das gehört der Stadt, aber im Vergleich zum Potenzial der Bruchwiese wäre das nur ein Trostpreis«, unterstrich Harris, der sich aktuell im Urlaub befindet und sich im niederländischen Almere bei der alle zehn Jahre dort stattfindenden internationalen Gartenbauausstellung Floriade Expo 2022 Anregungen für die Landesgartenschau holt.

Info: Grobe Kostenschätzung

Abweichend vom bisherigen Funktionsprogramm eines an den Dohlberg verlegten Sportzentrums ist unter anderem die Herstellung eines wettkampftauglichen Kunstrasenplatzes mit erforderlichen Einrichtungen und Ausstattungen für den Trainings- und Spielbetrieb. Dieser würde laut Kostenschätzung mit 1,2 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Die Herstellung einer Kampfbahn ist mit 1,6 Millionen veranschlagt, das Funktionsgebäude mit Grundausstattung mit 1 Million Euro. Weitere geschätzte Kosten: Herrichtung und Profilierung des Areals 1,3 Millionen Euro, Wegeerschließung 280 000 Euro, Spiel- und Freizeitanlagen sowie Bepflanzung und Begrünung des Geländes jeweils 220 000 Euro, Stellplätze entlang der Wilhelm-Lückert-Straße 180 000 Euro, Geländeerschließung für Ver- und Entsorgung 500 000 Euro. Für Honorare, Vermessung, Gutachten, Statik usw. sind 600 000 Euro angesetzt.

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