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GZW sieht »Alarmstufe Rot«

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (red). »Alarmstufe Rot« herrscht nach Ansicht des Geschäftsführers des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW), Dr. Dirk M. Fellermann, in den deutschen Krankenhäusern. »Die deutschen Krankenhäuser sind in Gefahr. Das klingt dramatisch, und es ist tatsächlich dramatisch«, sagt Fellermann in einer Pressemitteilung.

Er appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, im Interesse einer adäquaten wohnortnahen stationären medizinischen Versorgung und Notfallversorgung die von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) getragene Online-Petition an die Bundesregierung zu unterstützen.

Unabhängig von der individuellen Situation eines einzelnen Krankenhauses gehe den Krankenhäusern nach zweieinhalb Corona-Jahren die Luft aus, erklärt der GZW-Geschäftsführer. Erste bundesweite Studien hätten ergeben, dass inzwischen 60 Prozent der deutschen Krankenhäuser Verluste machen - mit spürbaren Auswirkungen auf die Patienten.

Dabei kommen laut Fellermann mehrere Ursachen zusammen. Ein wesentlicher Punkt: Der große Beitrag der Krankenhäuser in der Versorgung der Corona-Patienten auch in der erwarteten nächsten Herbst-/Winter-Welle werde zwar immer wieder betont, doch die Corona-Hilfen seien gestrichen worden.

Stetig neue »sinnlose und überflüssige« Dokumentationsanforderungen von Politik und Krankenkassen träfen auf bereits überlastetes Personal, dem dadurch viel Zeit für die Versorgung der Patienten fehle. Unabwendbaren Kostensteigerungen, etwa Inflation, Gasumlage und Tarifsteigerungen, der Krankenhäuser stünden staatlich regulierte Preise ohne Ausgleichsmechanismen gegenüber, was die ohnehin stark unter Druck stehende Liquidität der Krankenhäuser weiter beeinträchtige.

Dazukomme die wiederholt, bislang allerdings vergebens thematisierte jährliche Investitionslücke von 3,5 Milliarden Euro, die den Aufbau und Erhalt moderner und effizienter Strukturen erschwere.

Kleinteilige Personalvorgaben mit hohen Sanktionen seien zudem nicht vereinbar mit modernen und flexiblen Personalkonzepten. Schließlich stünden hohe Digitalisierungsansprüche der Patienten im Widerspruch zu der jahrelang verschlafenen Digitalisierungspolitik im Gesundheitswesen.

»Das Gesundheitszentrum Wetterau mit seinen 2000 Beschäftigten schließt sich voll den Forderungen an, die von den deutschen Krankenhäusern mit 1,2 Millionen Beschäftigten sowie der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft erhoben werden. Die Bundesregierung muss unverzüglich handeln und dringend einen Inflationsausgleich für die Krankenhäuser auf den Weg bringen«, fordert Fellermann. Tue sie das nicht, zwinge sie die Krankenhäuser zu flächendeckendem Personalabbau.

Außerdem müsse die Bundesregierung mit den Krankenhäusern die angekündigte Reform der Krankenhausversorgung und des Finanzierungssystems auf den Weg bringen, mit dem Ziel, eine qualitativ hochwertige, effiziente und moderne Versorgung sicherzustellen, die Krankenhäuser von bürokratischen Anforderungen zu entlasten und den Patienten eine klare Orientierung zu geben.

»Ich bitte alle Bürger der Region, die Online-Petition zu unterzeichnen. Außerdem bitte ich alle Kommunalpolitiker sowie die Wetterauer Abgeordneten des Land- und des Bundestages, unser Anliegen zu unterstützen«, sagt der GZW-Geschäftsführer. Und: »Wir brauchen Unterstützung, damit nicht auch wir immer wieder Betten auf Intensivstationen sperren, Notaufnahmen zeitweise schließen, Behandlungen kurzfristig absagen oder Patienten auf notwendige Therapien immer länger warten lassen müssen.«

Die Online-Petition ist auf https://www.openpetition.de/petition/online/alarmstufe-rot-krankenhaeuser-in-gefahr erreichbar. FOTO: GZW

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