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Hahn kritisiert Denkmalschutz

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Von: red Redaktion

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Jörg-Uwe Hahn (2. v. r.) informiert sich bei (v. l.) Reinhold Stock, Lothar Noll und Helmut Kaiser über die Situation im Steinbruch Michelnau. © pv

Michelnau (red). Der Wetterauer FDP-Landtagsvizepräsident Dr. h. c. Jörg-Uwe Hahn besuchte den Steinbruch Michelnau, auch um sich über die Arbeit des Vereins Freunde des Steinbruchs Michelnau bei dessen Vorsitzendem Lothar Noll, Ehrenvorsitzendem Helmut Kaiser und Vorstandsmitglied Reinhold Stock zu informieren und sich ein eigenes Bild vor Ort zu machen.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Steinbruch in seiner Gesamtheit zu schützen, dieses einmalige Geotop und Biotop in seiner Natürlichkeit zu erhalten und dabei über die Abbaugeschichte zu informieren. Über 150 Jahre sorgte der Steinbruch für Arbeitsplätze, erst um 1990 endete der Abbau des roten Michelnauer Gesteins.

»Der Steinbruch ist in seiner Art in ganz Europa einmalig und damit ein wertvolles Schaufenster in die Erdgeschichte. Rund 5000 Besucher zählen wir hier jährlich. Vor rund 15 Millionen Jahren war hier ein Schlackenvulkan aktiv. Im Gestein ist das bis heute erkennbar. Das macht den besonderen Wert des Steinbruchs als Geotop aus«, erklärte Noll dem FDP-Politiker. Zwischenzeitlich habe sich die Natur den Steinbruch zurückerobert und es entstand ein wertvolles Biotop, das viele Arten aus Flora und Fauna beheimatet. Dies wäre ohne die Tätigkeit der Menschen hier nicht vorhanden.

»Vor etwa 150 Jahren begann man, Gestein abzubauen. Noch immer ist viel davon erhalten, was man zusammen als Industriedenkmal unter Schutz stellte: Gebäude, Geräte, Abbauspuren an den Wänden«, sagte Stock. So sei der Holz-Derrickkran, in Deutschland wohl der größte noch verbliebene, ein besonderes Denkmal der Industriekultur. Für den Steinbruch stelle er das Symbol der industriellen Abbaugeschichte dar.

Fehlende Toilettenanlage

Kaiser nutzte die Gelegenheit, Hahn mitzuteilen, dass es wohl auch künftig kein Besucherzentrum im Steinbruch geben werde. Natürlich sei dies auch im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2027 und der Rolle des Steinbruchs als Magnet für Natur- und Denkmalschutz enttäuschend. »Die bislang verfolgten Pläne unseres Vereins fanden beim Wetterauer Denkmalschutz keine Zustimmung. So werden wir bis auf Weiteres keine Schulklassen oder Seniorengruppen empfangen können, da wir über keine Toilettenanlage verfügen. Wir hoffen, auch in Kooperation mit der Stadt, künftig eine angemessene Toilettenanlage auf der Höhe des Steinbruchs herrichten zu können«, so Kaiser.

»Für mich steht fest: Eine verantwortungsvolle Nutzung ist der beste Denkmalschutz. Ohne die engagierte Vereinsarbeit wäre dieses Industriedenkmal sicher verfallen. Umso fraglicher ist es, wenn sich die Behörden gegen den Bau eines Besucherzentrums stellen. Es muss einfacher werden, derartige Denkmäler der Industriekultur für gesellschaftliche Zwecke zu nutzen. Ich will das harte Nein des Denkmalschutzes nicht akzeptieren«, stellte Hahn fest.

Er nutzte die Möglichkeit, um dem Verein als Vizepräsident des Landtags eine Spende über 300 Euro zu überreichen. »Ihr Verein leistet hervorragende Arbeit. Nur durch die vielen Ehrenamtlichen Ihres Vereins erhalten viele Menschen die Möglichkeit, sich über Erd- und Abbaugeschichte des Vogelsbergs zu informieren«, dankte Hahn.

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