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Hartnäckigkeit lohnt sich - Neuer Radweg zwischen Rodenbach und Lindheim

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Nach 20 Jahren hartnäckigem Einsatz und acht Wochen Bauzeit ist der Radweg zwischen Rodenbach und Lindheim nun fertig. Darüber freuen sich (v. l.): Bürgermeister Norbert Syguda, Ortsvorsteherin Anja Wenzel, Sabine Schubert und Volker Ebert (beide Gemeinde Altenstadt) und der verantwortlichen Ingenieur Ulrich Weber. © Jürgen W. Niehoff

20 Jahre lang kämpfte Rodenbachs Ortsvorsteherin Anja Wenzel für die Radwegverbindung zwischen den Altenstädter Ortsteilen Rodenbach und Lindheim. Nun ist er fertig.

Rodenbach (jwn). »Endlich fertig«, freut sich Rodenbachs Ortsvorsteherin Anja Wenzel anlässlich des Abschlusses der Bauarbeiten für den Radweg zwischen Rodenbach und Lindheim. Mehr als 20 Jahre hat sie sich für den Ausbau des Radwegs zwischen den beiden Altenstädter Ortsteilen engagiert.

Immer wieder habe es auf der Tagesordnung ihres Ortsbeirats gestanden und noch häufiger sei sie von Rodenbacher Bürgerinnen und Bürgern auf den schlechten Zustand der Verbindung nach Lindheim angesprochen worden. Aber sowohl die politischen Gremien als auch die Verwaltung hätten sie immer wieder vertröstet, zumeist mit Hinweis auf die doch erheblichen Kosten für den Ausbau des Schotterwegs. Geschätzte Kosten fast 300 000 Euro.

Förderprogramm zur rechten Zeit

»Ja, ich gebe zu, auch ich habe den Ausbau des Wegs lange Zeit für nicht so dringend gehalten«, räumte Bürgermeister Norbert Syguda das lange Zögern ein. Denn schwer passierbar sei der Schotterweg für Fahrradfahrer nur bei Regen oder Matsch gewesen. »Und im Nachhinein ist es sogar gut gewesen, dass wir mit dem Ausbau so lange gewartet haben«, erklärt der Rathauschef. Denn frei nach der Devise »Deutschland wird Fahrradland«, stellt der Bund bis zum Jahr 2023 mittels eines Förderprogramms die Rekordsumme von 1,46 Milliarden Euro für den Ausbau der Radwege bundesweit zur Verfügung. Und das Land Hessen steuert aus seinem Landeshaushalt weitere 73,5 Millionen Euro bei. »Die Verkehrswende, besonders im Rad- und Fußverkehr, findet vor Ort statt. Ich rufe deshalb die Kommunen dazu auf, diese Chance jetzt zu ergreifen und mit mutigen Schritten voranzugehen«, forderte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die Kommunen bei der Bekanntgabe des Programms zum Mitmachen auf. Und diesen Ruf hat man in Altenstadt verstanden und ist ihm gefolgt.

Auf drei Metern Breite hat man daraufhin den 612 Meter langen Weg in den vergangenen acht Wochen ausgebaut. Erklärtes Ziel ist die Verbesserungen des Alltagsradverkehrs zwischen Rodenbach und Lindheim, aber auch des Freizeitverkehrs in Richtung Vulkanradweg und Bahnradweg. »Noch mehr genutzt wird er jedoch für den Einkauf in den Läden in Lindheim, als Schulweg von Kindern und vor allem nun auch als gangbare Verbindung für Behinderte oder für ältere Mitbürger, die auf einen Rollator angewiesen sind«, schildert Ortsvorsteherin Wenzel ihre Erfahrungen.

287 300 Euro hat der Ausbau gekostet, wobei der Bund in Zusammenarbeit mit dem Land den größten Anteil von immerhin 220 500 Euro (80 Prozent) über das Sonderprogramm »Stadt und Land« übernehmen wird. Und voraussichtlich wird es bei diesen Kosten bleiben, denn man konnte während des Baus auf 800 Kubikmeter Aushub verzichten, wodurch man außerdem noch der Ausstoß von 25 Tonnen CO2 vermeiden konnte, wie Ulrich Weber aus Ortenberg, der verantwortliche Ingenieur für Bauplanung und Bauleitung mitteilte. Für Norbert Syguda ist klar: »Wenn wir den Radfahrern bessere Wege bieten und sie diese dann auch annehmen und vom Auto nicht nur in ihrer Freizeit aufs Fahrrad umsteigen, dann haben wir auch einen großen Schritt für eine bessere Umwelt getan.«

Letzte Arbeiten

stehen noch aus

Doch auch wenn der neue Radweg bei der Übergabe fertig erscheint, so ist noch nicht alles fertig. Es fehlen an einigen Stellen noch die Geländer. »Nach den neuen Vorschriften müssen diese im öffentlichen Verkehr für Radfahrer mindestens 1,20 Meter hoch sein, und man darf sich in sie nicht versehentlich einharken können«, erklärt Weber die neue Vorschrift. Deshalb müssen die bisherigen Geländer ausgetauscht werden. »Und genau das ist das Problem, denn momentan gibt es keinen Stahl auf dem Markt«, teilt er weiter mit. Doch das stört voraussichtlich weder die Radfahrer noch die Spaziergänger. »Sie nutzen den Weg wirklich schon fleißig«, weiß die Ortsvorsteherin zu berichten. Und auch sie freut sich, denn den fast 20-jährigen Kampf um den Ausbau des Radwegs hat sie nun gewonnen.

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