Henni Nachtsheim

Der Herr der Fliege

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Es ist eine skurrile Verbindung: Die eine Hälfte des Duos Badesalz und die hessische Stubenfliege Gisela. Ein Herz und eine Seele sind die beiden von Anfang an nicht, denn Henni Nachtsheim schlägt der Fliege mit der Zeitschrift „Ein Herz für Tiere“ auf den Kopf. Als Gisela daraufhin mit ihm spricht, ändert sich alles. Was, das erzählte Nachtsheim im ausverkauften Bürgertreff in Kilianstädten.

Wenn Gisela als bunte Zeichnung auf der Leinwand erscheint, weckt das Emotionen beim Publikum und löst Lachanfälle aus. Eine Fliege im Puppenhaus, behütet im Puppenbett. Oder tiefgefroren im Eisblock. Das lässt keinen Nachtsheim-Fan kalt. In Summe haben Gisela und Henni eine unterhaltsame Mischung aus Stand-Up-Comedy, Lesung, Video und Musik geboten.

Doch eigentlich hat sich Nachtsheim seinen Auftritt ganz anders vorgestellt. Wäre da nicht sein Manager gewesen, der alles vereitelt hat. Er lehnt sowohl Hennis Auftritt als Indiana Jones ab, umschwärmt von mehreren hundert aserbaidschanischen Tänzerinnen, als auch die schwindelerregend hohe Showtreppe. Auch die schwulen Giraffen und das geplante Feuerwerk bleiben Illusion. Doch Henni beweist seinem Publikum, dass es auch ohne Showbiz geht.

Mit humorvollen Geschichten, Herzenswärme und viel Fantasie kreiert er seine eigene Show: ein Soloprogramm im Kleinformat, mit dem er seit Februar 2017 durch Hessen tourt. Seinem Publikum erzählt er von der gruseligen Verwandtschaft, die in der Realität so nicht existiert. Dazu zählen Onkel Elvis, der in schlechtem Englisch sein Idol imitiert, Tante Gisela mit ihrer beleidigenden Art oder Onkel Paul mit der Pornofilm-Stimme. Auch Stubenfliege Gisela kommt immer wieder ins Spiel. Ihr erzählt Nachtsheim von einem schlauen Raben, den er gepflegt hat und der zum Dank die Steuererklärung erledigte.

„Auch die Hessen sind intelligent“, sagt Nachtsheim. Ihre Intelligenz hätten sie der Volkshochschule zu verdanken. Da gibt es Kurse für Kompakt-Gespräche oder werden die Eigenschaften des Baustoffs Handkäse erklärt. Der eignet sich nicht nur für Brustimplantate, sondern auch für erdbebensichere Gebäude. Auch der Eintracht widmet der bekennende Fan einen kurzen Werbeblock. „Die Eintracht zu lieben, das ist wie auf den Malediven einschlafen und in Nordkorea aufwachen.“ Ein bedauerndes „Ooh“ der Zuhörer offenbart Mitleid.

Und noch ein Kummer: Eine Stubenfliege wird nur 28 Tage alt und Gisela hat nur noch einen Tag zu leben. Doch so schnell will sich Nachtsheim nicht von Gisela trennen. Er überredet sie, sich einfrieren zu lassen und ködert sie mit einem Justin-Bieber-Song.

Die Idee mit der Fliege, sagt Nachtsheim später in der Garderobe, hat er entwickelt, weil sein Programm auf diese Weise verspielter wirkt und es für ihn leichter ist, auf der Bühne zu agieren. Auch persönliche Elemente sind eingeflossen. So spielen Hennis Töchter, Sohn Max und „Nazihund Mathilda“ eine Rolle. Außerdem verrät er:„Die letzten zwei Wochen vor der Premiere, habe ich täglich bis zu vier Stunden geprobt.“

Bald auch in Hanau

Nachtsheim präsentiert „Gisela“ auch am 1. März (Donnerstag) ab 20 Uhr im Culture-Club in Hanau, Vor der Pulvermühle 11 . Tickets und Infos online unter

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