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Hexengeschichten und Ritterschläge

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Von: red Redaktion

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Auf welchem Weg kamen die Kinder zum Glauberger Museum? Werner Erk erklärt es anhand der Karte. © pv

Glauburg (red). »Wir können doch mal mit der Klasse ins Museum in Glauberg gehen. Und auch in die Bücherei.« Das schlugen einige Glauberger Kinder ihrer Klasse 2a der Stockheimer Keltenbergschule und Klassenlehrerin Meike Butt kurz vor den Ferien vor. Gemeint war das kleine Museum, das zusammen mit der Bücherei in der alten Schule im Ort beheimatet ist.

Gesagt, getan.

Nach kurzem Fußmarsch über den Vulkanradweg von Stockheim nach Glauberg ging es zunächst in die Bücherei. Schnell versanken die kleinen Leseratten in der Kuschelecke bald alleine oder gemeinsam in den Büchern. Büchereileiterin Marlu Erk fesselte die Kinder wenig später mit der Geschichte »Die kleine Schusselhexe«, gezeigt mit dem Kamishibai, der japanischen Form des Erzähltheaters, bei dem man die Handlung durch Bildtafeln in einem bühnenähnlichen Rahmen darstellt. Eine der erfahrenen Büchereibesucherinnen durfte assistieren und Erk bezog alle aktiv mit ein, sodass unter anderem das Grölen des Riesen vielstimmig durch die geöffneten Fenster schallte.

Anschließend läutete Werner Erk, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Glauberg, den Besuch des Museums mit der alten Schulglocke ein. Die Kinder staunten über den Fund eines über 1200 Jahre alten Frauenskeletts und hörten fasziniert von der mittelalterlichen Burg und Stadt auf dem Glauberg. Einige Ausstellungsstücke durften sie sogar in die Hand nehmen. Die Waffen waren sehr gefragt, Helm und Schilde wurden geprüft und viele Kinder ließen sich spielerisch mit einem großen Schwert ehrenvoll zum Ritter schlagen.

Die Funde der jüngeren Vergangenheit machten deutlich, dass Kriegshandlungen 1945 die Ausgrabungsergebnisse der 30er Jahre zerstörten. Die heimatkundliche Sammlung lässt das Dorfleben des vergangenen Jahrhunderts lebendig werden. Der »Marktroller« erinnerte die Kinder an einen Rollator und wurde ausprobiert, Schusterwerkzeuge und der Frisörstuhl des letzten Glauberger Frisörs bestaunte man. Und die alte Schere kürzte nochmal einzelne Haarsträhnen. Manche Kinder entdeckten sogar Ausstellungsstücke, die mit der eigenen Familie in Zusammenhang stehen und hörten verwundert, dass mit dem alten Hebammenkoffer in der Vergangenheit noch viele Glauberger zu Hause auf die Welt geholt wurden, so auch Marlu und Werner Erk.

Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert, wie greifbar Geschichte hier wurde und können den Besuch dieser durch das Ehepaar Erk mit Herzblut nahegebrachten Kleinode nur empfehlen.

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