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Historie Stornfels in einem Ortswappen

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Stornfels hat unbedingten Wiedererkennungseffekt. Nun soll der kleinste Niddaer Stadtteil ein Wappen erhalten. Die Bürger haben sich nun aus vier Vorschlägen eines Heraldikers für einen Entwurf entschieden. Sobald die Finanzierung geklärt ist, soll der Entwurf in die Wappenrolle eingetragen werden. © Steffen Frühbis

Die Bürger des kleinsten Niddaer Stadtteils entscheiden über ein Motiv, das ein Heraldiker entworfen hat. Doch vorher es gibt noch einiges zu klären.

Stornfels (stf). Vergangenen Mittwoch fand die jüngste Sitzung des Ortsbeirates Stornfels statt. Ortsvorsteher Mario Schneider stellte im Wesentlichen zwei aktuelle Themen der Öffentlichkeit vor: Neben dem Baumhaus-Projekt der Familie Gonglach aus Nidda, das nach rund anderthalb Jahren in die nächste Runde geht, wird sich der kleinste Niddaer Stadtteil in Zukunft mit einem eigenen Ortswappen schmücken dürfen.

Nur rund die Hälfte aller achtzehn Stadtteile der Großgemeinde besitzt ein eigenes Ortswappen. Dass dies zumindest für Stornfels auf keinen Fall so bleiben sollte, empfand vor etwa einem Jahr Martin Röhling. Der Steinmetzmeister aus Nidda entwarf in Eigeninitiative ein Ortswappen und reichte es kurzerhand beim Stornfelser Ortsbeirat ein.

Originelle Idee stieß auf Wohlwollen

Bei Ortsvorsteher Schneider stieß die originelle Idee auf großes Wohlwollen, und kurze Zeit später lag Röhlings Entwurf auf dem Schreibtisch des Ortenberger Heraldikers Michael Schroeder. Nach eingehender Prüfung fertigte der international tätige Wappenkundler insgesamt vier professionelle Wappenvorschläge an, die den offiziellen Normen der Heraldik entsprechen (siehe Info-Kasten).

Zwei der vier digital erstellten Vorschläge errangen alsbald die Gunst des Ortsbeirates. Schneider: »Wir wollten die finale Entscheidung nicht alleine fällen, sondern führten im März mithilfe von selbst erstellten Stimmzetteln ganz demokratisch eine Bürgerbefragung durch.« Mit fünfzig Prozent lag die Wahlbeteiligung immerhin höher als bei so mancher Bürgermeisterwahl. »Aktuell prüfen wir, inwieweit die Kosten für das Wappen-Projekt seitens der Wirtschaftsförderung Wetterau finanziell unterstützt werden kann«, verrät Schneider. Kosten entstehen sowohl für die Arbeit des Heraldikers als auch für die geplante Herstellung von kleinen Anstecknadeln mit dem neuen Wappen.

Mitte des Jahres soll entschieden werden

»Sobald Mitte des Jahres die Entscheidung für eine Förderung gefallen ist, werden wir das neue, von der Bevölkerung gewählte Stornfelser Ortswappen in die Wappenrolle eintragen lassen und öffentlich vorstellen.«

So viel vorab: Die Historie von Land und Leuten, die den kleinsten Niddaer Stadtteil prägen, wird Teil des Ortswappens sein. Die Öffentlichkeit dürfe gespannt sein.

Weiterer Tagungsordnungspunkt der Ortsbeiratssitzung war der Planungsstand zum Stelzenhäuser-Projekt der Familie Gonglach. Anfang vergangenen Jahres stellten Lukas, Jonas und Philipp Gonglach als Investoren unter dem Arbeitstitel »Das Liebholz« ihre Idee von auf Stelzen montierten Holzhäusern vor. Die Baumhäuser ähnelnden Behausungen würden eine alternative Übernachtungsmöglichkeit für Touristen bieten. Vorteil der »schwebenden« Ferienhäuschen. Das bedeutet ein äußerst geringer Flächenverbrauch zum einen; eine Beweidung, beispielsweise durch Schafe, kann zum anderen zwischen den Stelzen weiterhin stattfinden.

Neues Areal liegt neben Schutzgebiet

Während der Ortsbeirat seinerzeit dem Vorhaben mehrheitlich Unterstützung zusagte, erwies sich das vor rund anderthalb Jahren angedachte Grundstück seitens Oberer und Unterer Naturschutzbehörde mittlerweile als ungeeignet. Die Begründung: Das Grundstück befinde sich in einem Natura-2000-Schutzgebiet gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie. Am nördlichen Ortsrand seien die Investoren nun mit einem neuen Grundstück fündig geworden. Der neue Standort befinde sich zwar umringt von Schutzgebieten, jedoch nicht direkt in einem. Eigentümer ist die Stadt.

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