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Hoch zu Ross über Stock und Stein

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Die Piköre (Hundeführer) der Voglsbergmeute müssen auch besonders gut reiten können. © Michael Giers

Hirzenhain (mig). Es soll auch wieder ein Ereignis für die Zuschauer werden. Wenn am morgigen Samstag, 17. September, um 11.30 Uhr mit dem Stelldichein auf Hofgut Luisenlust bei Hirzenhain (Abzweig an der Straße nach Gelnhaar) die traditionelle Schleppjagd ihren Aufgalopp in malerischer Natur abhält, dann dürfen nach dem Abritt um 12.30 Uhr viele Besucher in der ersten Reihe sitzen.

Und zwar auf den Wagen, die hinter motorisierten Schleppern an der Strecke halten, von wo aus beste Einblicke in einen Großteil der Sprünge gewährt werden.

Das ist nicht nur für Fotofreunde ein Erlebnis, sondern für alle, die dem Pferdesport etwas Positives abgewinnen. Zumal die Luisenluster Schleppjagd, die, 2013 erstmals abgehalten, mittlerweile schon auf ein fast zehnjähriges Bestehen verweisen kann. »Diesmal haben wir die Strecke nochmals etwas verkürzt, um die Belastungsgrenze für möglichst viele Aktive überschaubar zu gestalten«, sagt Fürstin Leonille zu Stolberg-Wernigerode. Sie tritt gemeinsam mit Fürst Philipp als Gastgeber-Paar auf und wird im Vorfeld des Ganzen mit erheblicher Organisationsarbeit konfrontiert. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit auf diesem Sektor kamen der Fürstin dabei entgegen.

So bietet die Jagd auch diesmal wieder alles, was eine Schleppjagd zu bieten hat: Längere Galoppstrecken über abgeerntete Felder im Bereich Hirzenhain-Gedern, herrliche Waldabschnitte, faire jagdliche Hindernisse bis zu einer maximalen Höhe von einem Meter, natürliche Wasserdurchritte am Bach und entsprechende Kletterstellen am Ufer sowie eine Pause in freier Natur. Wer möchte, kann sich und sein Pferd noch am Tag der Veranstaltung zur Teilnahme anmelden.

Vogelsbergmeute im Einsatz

Geritten wird hinter den Beagle-Hunden der Vogelsbergmeute. Fürstin Leonille: »Darauf sind wir besonders stolz. Denn heutzutage ist es gar nicht mehr so einfach, eine adäquate Hundemeute für eine Schleppjagd verpflichten zu können.« Es gebe leider immer weniger davon in Deutschland, weil ein solches Vorhalten viel Arbeit und Aufwand bedeute. »Es ist doch prima, dass wir eine solche Meute vor der Haustür haben.«

Die Vogelsbergmeute ist im Brachttaler Ortsteil Spielberg beheimatet. Sie erscheint auf Hofgut Luisenlust mit großer Equipage. Dazu gehören beispielsweise die Piköre. Diese verwenden Hetzpeitschen, um die gesamte Hundemeute zu lenken. Diese Hetzpeitschen dienen als Kommunikationsmittel mit den Hunden. Der gezielte Schlag nach dem Vierbeiner wird nur in Ausnahmefällen als letztes Mittel verwendet, da sonst die Hunde Angst vor diesem Werkzeug entwickeln würden, nicht mehr richtig geführt werden könnten und es auch sonst der guten Beziehung zum Tier abträglich wäre. An der Hetzpeitsche ist der Pikör weithin erkennbar. Er ist einer von mehreren Meutenführern. Piköre müssen sicher reiten können, da sie die ganze Jagd über einhändig im Sattel bewältigen müssen.

Ausklang im Hofgut

Auch die Luisenluster Schleppjagd weist eine ordentliche zeitliche Länge auf, bis um etwa 16.30 Uhr im Innenraum des fürstlichen Hofguts zum Ausklang geblasen wird. Bei diesem Halali kommt auch die stimmungsvolle Belohnung für die Hunde zum Tragen. Das sogenannte Curée ist ganz wichtiger Bestandteil einer jeden Schleppjagd.

Genauso wie die richtige musikalische Umrahmung von großer Bedeutung ist. Die Füstin: »Hier haben wir eine bemerkenswerte Änderung vorgenommen.« Erstmals auf Luisenlust dabei ist die Gruppe Parforcehorncorps Bayerischer Untermain deren elektronische Aufnahmen bisher unter dem Begriff »Klang für die Sinne« veröffentlicht wurden. Dieser Maßstab soll auch bei der anstehenden Schleppjagd Gültigkeit haben.

Andere Erwartungen der Gäste - Zuschauer und Reiter - sollen ebenfalls auf hohem Niveau erfüllt werden, denn das anerkannte fürstliche Wildgulasch wird im kleinen Verköstigungsteil des Hofguts angeboten, wo am Nachmittag auch Kaffee und Kuchen vorgehalten werden.

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