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Die Hoteltüren bleiben zu, der Hotelier sagt Tschüss

Nach 43 Jahren

Das Hotel am Kurpark schließt: Ein Hotelier sagt Tschüss

Die Nachricht verbreitete sich in der Stadt wie ein Lauffeuer: "Das Hotel am Kurpark schließt." Spontan fragten sich viele Bürger, ob das im Bau befindliche Hotel am Kurhaus und die damit verbundene Konkurrenz direkt vor der Tür der Grund ist. "Nein", betont Eigentümer Thomas Kester. "Ich bin der Auffassung, dass ein größeres Hotelangebot mehr Gäste in die Stadt zieht, befürworte Neubauten. Ich habe mich aus gesundheitlichen Gründen zur Schließung entschlossen. Keine meiner beiden Töchter will das Hotel weiterführen, beide sind beruflich in anderen Branchen erfolgreich." Damit endet nach 43 Jahren die Geschichte des Familienbetriebes.

Die Nachricht verbreitete sich in der Stadt wie ein Lauffeuer: "Das Hotel am Kurpark schließt." Spontan fragten sich viele Bürger, ob das im Bau befindliche Hotel am Kurhaus und die damit verbundene Konkurrenz direkt vor der Tür der Grund ist. "Nein", betont Eigentümer Thomas Kester. "Ich bin der Auffassung, dass ein größeres Hotelangebot mehr Gäste in die Stadt zieht, befürworte Neubauten. Ich habe mich aus gesundheitlichen Gründen zur Schließung entschlossen. Keine meiner beiden Töchter will das Hotel weiterführen, beide sind beruflich in anderen Branchen erfolgreich." Damit endet nach 43 Jahren die Geschichte des Familienbetriebes.

Gebaut hat das Hotel am Kurpark 1965 Werner Hess. Erster Pächter war die Familie Repp. Fünf Jahre später wechselte der gelernte Werkzeugmacher Herbert Kester die Branche. Er übernimmt mit Ehefrau Ursula in der Frankfurter Straße als Wirt die "Henninger Klause". 1975 erhielt das Ehepaar das Angebot, das Hotel am Kurpark zu pachten.

"Wir haben mit 14 Zimmern angefangen", erinnert sich Sohn Thomas. 1977 kauft Familie Kester das Hotel am Kurpark. Durch Umwandlung von Mietwohnungen und Büros im heutigen Altbau kommen 36 Zimmer mit 60 Betten hinzu. Bei Schließung am heutigen 31. Oktober sind es 65 Zimmer mit 110 Betten. Bürokaufmann Thomas Kester hat das Garni Hotel in bester Innenstadtlage direkt am Kurpark 1986 von seinen Eltern übernommen. Und es von 2006 bis 2010 durch einen Neubau vergrößert. Das neue Café am Kurpark ist ein beliebter Treffpunkt von Hotelgästen und Bürgern.

Im neuen Saal fanden Tagungen, Seminare, Familien- und Trauerfeiern und die Erbsenlesungen des Kunstvereins statt. Zu den Stammkunden zählen vor allem Messebesucher, Firmenkunden und Privatleute. "Wir hatten hier internationales Publikum, selbst aus der Südsee kamen Gäste. Es gibt kaum ein Land, aus dem wir keine Gäste hatten", blickt Thomas Kester zurück.

"Für mich war es immer wieder schön, neue Gäste mit ihren verschiedenen Mentalitäten kennen zu lernen. Sie als Fremde  in Deutschland willkommen zu heißen und mit einem positiven Eindruck von Land und Leuten verabschieden zu können." Der Hotelier betont, dass dies ohne seine fünf festen Mitarbeiter, die sieben Mini-Jobber, deren Teamgeist und die Mitarbeiter der Frankfurter Reinigungsfirma, die seit 2007 für Sauberkeit im Hotel sorgten, nicht möglich gewesen wäre.

"Meine Mitarbeiter waren mehr als 20 Jahre bei mir." Alle Angestellte haben einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Sie feierten mit ihrem Ex-Chef sowie ehemaligen Kollegen bei einem gemeinsamen Essen kürzlich Abschied. Zwar werde es für Familienbetriebe immer schwieriger sich gegenüber den auf den Markt drängenden Ketten zu behaupten. Punkten könnten die Familienhotels gegenüber den großen Ketten vor allem mit ihrer Individualität. Die Lage in der Hotelbranche habe sich allein schon durch die Buchungsportale im Internet gewandelt. "Die Gäste erwarten immer mehr Leistungen für weniger Geld."

Trotz der geplanten Hotelneubauten sagt Kester: "In Bad Vilbel fehlen in den nächsten Jahren Hotels." Vor allem, da ein anderes Innenstadthotel bereits seinen Betrieb eingestellt hat. Thomas Kester wünscht sich seitens der Stadt und des Stadtmarketings mehr Unterstützung für die Hoteliers. In Bad Vilbel fehle es an gezielter Tourismusförderung und Werbung. So könnte unter anderem der Aufbau der städtischen Homepage im Tourismus-Bereich deutlich verbessert werden.

Verkauft hat Thomas Kester sein Hotel bereits Anfang August. Die Übergabe an den neuen Eigentümer erfolgt im November. Dieser will das Hotel in ein Boardinghouse umwandeln. Thomas Kester zieht mit seiner Ehefrau Jule Anfang 2019 nach Massenheim um. "Wir haben dort viele Freunde, fühlen uns sehr wohl." In seiner neugewonnenen Freizeit will er sich vor allem um seine Gesundheit, Töchter und Enkelkinder kümmern und sein Hobby ausbauen. "Meine Frau und ich sind seit sechs Jahren begeisterte Segler. Jetzt haben wir Zeit für große Segeltörns", freut sich der 59-Jährige. Er dankt allen Gästen, Firmen und Vilbeler Bürgern für ihre jahrzehntelange Unterstützung und Treue.

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